Bachelorarbeit, 2013
34 Seiten, Note: 2,8
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Gliederung und Vorgehensweise der Arbeit
2. Die Bedeutung des Wortes "Kalifat"
2.1 Die Bedeutung im Lexikon
2.2 Die Bedeutung von Kalifat im islamischen Kontext
3. Allgemeine Überlegungen
3.1 Wer darf zum Kalif ernannt werden?
3.2 Inwieweit war das osmanische Kalifat gültig?
4. Das Hervortreten des Kalifats gegen Ende des Osmanischen Reiches
4.1 Der Zustand des Reiches
4.2 Der Sultan und Kalif Abdulhamid II.
4.3 Die Idee des Panislamismus und seine Folgen
4.4 Die Gegenpositionen und das Ende der Herrschaft
5. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Rolle und den Einfluss des Kalifats auf das spätosmanische Reich während der Regierungszeit von Sultan Abdulhamid II. Dabei wird insbesondere analysiert, wie das Kalifat als politisches Instrument zur Stärkung des Reiches und zur Abwehr externer wie interner Bedrohungen eingesetzt wurde, während gleichzeitig die Debatte um die Legitimität des osmanischen Kalifats beleuchtet wird.
4.1 Der Zustand des Reiches
Der Niedergang des Osmanischen Reiches begann gegen Ende des 17.-und am Anfang des 18.Jahrhunderts. Das Reich blieb besonders im technischen und militärischen Bereich rückständig und wegen der verlorenen Kriege war es nicht mehr möglich, den Machtverlust zu verhindern. Dieser Machtverlust des Osmanischen Reiches hat die Regierung vor neue Probleme gestellt. Es wurde nach Lösungen gesucht. Das Bemühen, die Gründe des Verfalls aufzuspüren, die man vor allem in der zivilisatorischen und technischen Rückständigkeit sah, lenkte die Blicke der Türkei nach Europa. Die Unterlegenheit des Reiches war besonders auf militärischem Gebiete erkennbar.
Abdulhamid II. war im Jahr 1876 an die Macht aufgestiegen und seine Herrschaft hat bis 1908 gedauert. Um den Charakter und die Eigenschaften seiner Zeit zu analysieren, soll zunächst beachtet werden, dass während seines Aufstiegs die Zeit der Erholung von einer Krise war. Die Folgen von 1877-78 waren für das Reich katastrophal. Nach der Berliner Konferenz folgte ein enormer Verlust von Territorien. Über 20 Prozent der Bevölkerung wurde verloren. Die Fläche von Rumänien, Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Thessalien, Teile Anatoliens und Zypern betrug etwa ein Drittel des Imperiums.
Er begann eine Reihe von Reformen, die von den Edlen des Reiches Unterstützung fanden. Die Überzeugung war, durch diese Reformen das Reich in der früheren Stärke zu rekonstruieren. Unter dem Zwang von Midhat Paşa und seinen Anhängern wurde im Jahr 1876 die erste Verfassung veröffentlicht. Die Krise, die auf die Niederlagen von 1876 folgte, veranlasste die Annahme einer Verfassung und führte zur Wahl eines Parlaments. Diese Verfassung legte die Gleichheit aller Untertanen verbindlich fest. Damit sollten die Versuche der europäischen Großmächte, für ihre christlichen Schützlinge immer neue Privilegien zu erreichen, abgefangen werden. Der Führende dieses Unternehmens war Midhat Paşa, der sich als erfolgreicher Gouverneur bereits einen Namen gemacht hatte.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problemstellung ein, definiert das Ziel der Untersuchung bezüglich des Einflusses des Kalifats auf das spätosmanische Reich und erläutert die methodische Vorgehensweise.
2. Die Bedeutung des Wortes "Kalifat": In diesem Kapitel wird der Begriff Kalifat sowohl lexikalisch als auch in seinem spezifisch islamischen Kontext analysiert, um das Verständnis für die Institution zu schärfen.
3. Allgemeine Überlegungen: Es werden grundlegende Kriterien diskutiert, die für das Amt eines Kalifen erforderlich sind, und die Frage nach der historischen Gültigkeit des osmanischen Kalifats aufgeworfen.
4. Das Hervortreten des Kalifats gegen Ende des Osmanischen Reiches: Das Hauptkapitel untersucht den Zustand des Reiches, die Rolle Abdulhamids II., das Konzept des Panislamismus sowie die internen Gegenbewegungen, die zum Ende der Herrschaft führten.
5. Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bewertet die Bedeutung des Kalifats als politisches und symbolisches Instrument im Kontext des Untergangs des Osmanischen Reiches.
Kalifat, Osmanisches Reich, Abdulhamid II., Panislamismus, Islam, Religion und Politik, Legitimität, 1876, Reformen, Jungtürken, Herrschaft, Spätosmanische Zeit, Politische Geschichte, Glaubensgemeinschaft, Machtverlust
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und den Einfluss des Kalifats auf das Osmanische Reich in seiner letzten Phase, insbesondere während der Regierungszeit von Sultan Abdulhamid II.
Zentrale Themen sind die historische Definition des Kalifats, die Rolle des Sultans als religiöses und politisches Oberhaupt, die Ideologie des Panislamismus sowie die politische Instabilität des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Das Ziel ist es, zu klären, welchen Einfluss das Kalifat auf die spätosmanische Regierung hatte und wie diese Institution gezielt zur Herrschaftssicherung und nach außenpolitischen Legitimierung eingesetzt wurde.
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, um Fachliteratur, historische Dokumente und islamische Rechtsquellen auszuwerten und in Bezug auf das osmanische Staatsverständnis zu interpretieren.
Der Hauptteil widmet sich der Analyse der internen Zustände des Reiches, dem Wirken Abdulhamids II., der strategischen Nutzung des Panislamismus und den oppositionellen Bewegungen, die schließlich zum Ende der absoluten Herrschaft führten.
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Kalifat, Abdulhamid II., Osmanisches Reich, Panislamismus, Legitimität, politische Instrumentalisierung und die Reformphase des 19. Jahrhunderts.
Historisch galt die Abstammung vom Stamm der Qurais als Bedingung für das Kalifat. Da die Osmanen diese Abstammung nicht aufwiesen, mussten sie alternative religiöse und rechtliche Legitimationen finden, um ihren Anspruch als Kalifen zu rechtfertigen.
Für den Sultan diente der Panislamismus als ideologisches Bindeglied, um die muslimischen Völker innerhalb und außerhalb des Reiches unter dem Kalifat zu vereinen und dem politischen Druck durch die europäischen Kolonialmächte entgegenzuwirken.
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