Bachelorarbeit, 2010
55 Seiten
1. Einleitung
2. Die Gattungsprogrammatik der literarischen Kategorie „Märchen-Roman“
2.1. Sukzession der „Blauen Blume“
2.1.1. Kunstmärchen oder fantastische Kinderliteratur
2.1.1.1. Die Universalpoesie des Novalis
2.1.1.2. Affinitäten von Momo und „Heinrich von Ofterdingen“
2.1.1.3. Gegenständlichkeit der Mythen am Beispiel der Schildkröte Kassiopeia
2.1.2. Revolution der vereinseitigten Gesellschaft
2.1.2.1. Die „entzauberte Welt“ und die grauen Herren
2.1.2.2. Blumen und Kinder
2.1.2.3. Exkurs: Lochkarten versus Entfaltung
2.2. Die Bewandtnis des „freien absichtslosen Spiels“
2.2.1. Wort und Schiff: Die Mission der Poeten
2.2.1.1. Friedrich Schillers ästhetische Erziehung
2.2.1.2. Exkurs: Theater
2.2.2. Das Geheimnis des Schönen
2.3. Fazit
3. „Über-Wirklichkeit“ und „geistige Realität“
3.1. Das manifestierte Wunderbare
3.2. Überreelle Räume im „Märchen-Roman“
3.4. Fazit
4. 1968: Blumen und Protest gegen Repression
4.1. Parallelen zur Ideologiepolitik
4.1.1. Illustration von Angst- und Machtpolitik anhand des Schicksals von Beppo Straßenkehrer
4.1.2. Das utopische Täterprofil
4.2. Kulturrevolution versus Eindimensionalität
4.2.1. Kunst und Funktionalität oder die Affäre um Girolamo
4.2.2. Die konkrete Utopie und der weibliche Held
4.3. „Flower Power“ und „Stunden-Blumen“
4.3.1. Gegenkultur und friedliche Revolution
4.3.1.1. „Zuhören“ als Akt der Liebe
4.3.1.2. Romantische Aspekte der Protestbewegung
4.3.2. Musik und Sinnlichkeit
4.4. Fazit
5. Dimensionen der Zeit
5.1. „Zeit ist Geld“ oder Mammon in Zigarren
5.2. Die Objektivation des Geistes
5.3. Klang und Form der Zeit
5.4. Fazit
6. Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht Michael Endes Märchen-Roman „Momo“ im Kontext romantischer und surrealistischer Motive, der Hippiekultur sowie einer geldwirtschaftlichen Systemkritik, um die Bedeutung des Werks als zeitkritische Utopie zu erschließen.
1. Einleitung
Mit nichts als einer Blume in der Hand gelingt es Momo, das Regime der grauen Herren zu zerschlagen. Der Märchen-Roman von Michael Ende erscheint ein Rekurs auf die inneren Kräfte. Als Repräsentantin des innerweltlichen Raums vollzieht die Protagonistin Momo die „empfindsame Revolte“ gegen das Übergewicht der Rationalität in der Außenwelt. Das Bild der Stunden-Blume ist das Leitmotiv der fantastischen Geschichte. Innerhalb der Handlung bilden die Blüten eine Metapher für die Zeit. Im intertextuellen Kontext sind es traditionelle, historische und kritische Bezüge, die sich hinter dem Symbol verbergen. Im Rahmen dieser Arbeit sollen die Verbindungen des Sinnbildes zu den Idealen der romantischen Epoche und den Ansprüchen in der surrealistischen Kunst herauskristallisiert werden.
In der Folge wird das Gleichnis der Stunden-Blume mit der Kultur der Blumenkinder in Relation gesetzt, die ihren friedlichen Protest unter dem Banner der Blume zelebrierten. Zuletzt werden die Blüten als Metapher für das Material Geld und seinen Wirkungskreis betrachtet.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Arbeit ein und verknüpft das Motiv der „Stunden-Blume“ mit romantischen und surrealistischen Einflüssen.
2. Die Gattungsprogrammatik der literarischen Kategorie „Märchen-Roman“: Hier wird der Gattungsbegriff analysiert und die Anlehnung Michael Endes an die romantische Poetik des Novalis herausgearbeitet.
3. „Über-Wirklichkeit“ und „geistige Realität“: Dieses Kapitel befasst sich mit der surrealistischen Beeinflussung durch Edgar Ende und der Darstellung des Wunderbaren im Märchen-Roman.
4. 1968: Blumen und Protest gegen Repression: Der Fokus liegt auf der kritischen Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Situation Ende der 60er Jahre und dem Symbolwert der Blumenbewegung.
5. Dimensionen der Zeit: Hier werden die ökonomischen Aspekte von Zeit und Geld sowie deren philosophische Bedeutung innerhalb der Geschichte diskutiert.
6. Schlussbemerkungen: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über die gesellschaftskritische Dimension des Romans und dessen utopische Kraft.
Michael Ende, Momo, Stunden-Blumen, Romantik, Surrealismus, Hippiekultur, Zeitkritik, Geldwirtschaft, Novalis, Universalpoesie, Phantasie, Zivilisationswüste, Rationalität, Utopie, Protestbewegung.
Die Arbeit analysiert Michael Endes Märchen-Roman „Momo“ und setzt ihn in Bezug zu romantischen Idealen, surrealistischen Einflüssen sowie den gesellschaftlichen Protestbewegungen der 1968er Jahre.
Die zentralen Felder umfassen die Zeit-Metaphorik, die Kritik am modernen Wirtschafts- und Finanzsystem, die Rolle der Phantasie und die Bedeutung der „Stunden-Blumen“.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Ende durch die literarische Verbindung von Märchenelementen und kritischen Gesellschaftsbezügen einen Gegenentwurf zur technokratischen Welt entwirft.
Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche und literaturhistorische Analyse, um intertextuelle Bezüge zur Romantik (Novalis) und zum Surrealismus (Edgar Ende) aufzudecken.
Der Hauptteil gliedert sich in die Gattungsprogrammatik, die Untersuchung der „geistigen Realität“, die Analyse der Blumenbewegung als Protestform und die kritische Beleuchtung des Zeitbegriffs.
Wichtige Begriffe sind „Blumenkinder“, „Stunden-Blumen“, „Entzauberung der Welt“, „Kapitalismuskritik“ und „Romantisierung der Wirklichkeit“.
Kassiopeia wird als mythische Figur und Vermittlerin analysiert, die außerhalb der rationalen Zeit steht und als Gegenpol zu den grauen Herren dient.
Die Arbeit zeigt auf, dass Edgar Endes surrealistische Bildsprache und seine philosophischen Ansichten einen maßgeblichen Einfluss auf die visuelle und ideologische Gestaltung des Romans „Momo“ hatten.
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