Bachelorarbeit, 2011
93 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Hintergründe und Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext
2.1 Ökonomische Merkmale der Sozialen Arbeit
2.1.1 Soziale Arbeit als Dienstleistung
2.1.2 Das sozialrechtliche Dreiecksverhältnis
2.2 Steuerung und Controlling
2.2.1 „New Public Management“ (NPM) – das neue Steuerungsmodell
2.2.2 Operatives Controlling
2.2.3 Strategisches Controlling
2.2.4 Benchmarking
2.3 Von der Qualitätsdebatte zur Wirkungsorientierung
2.3.1 Die Einführung der §§ 78a ff. SGB VIII
2.3.2 Mängel in der Umsetzung
2.3.3 Internationaler Vergleich
2.3.4 Ebenen und Intentionen wirkungsorientierter Steuerung
2.4 Chancen und Grenzen der Wirkungsorientierung
2.5 Zwischenfazit
3. Stand der Forschung
3.1 Herausforderungen bei Wirkungsforschung in den Hilfen zur Erziehung
3.2 Ergebnisse und Aussagen bisheriger Studien
3.2.1 Leistungen und Grenzen von Heimerziehung (JULE)
3.2.2 Jugendhilfe-Effekte-Studie (JES)
3.3 Das Bundesmodellprogramm „Wirkungsorientierte Jugendhilfe“
3.3.1 Hintergrund, Forschungsdesign und Zielsetzung
3.3.2 Zentrale Aussagen und Ergebnisse
3.3.3 Der Capability-Ansatz
3.3.4 Perspektive: Wirkungsorientierte Qualifizierung
3.4 Eigene Umfrageergebnisse
3.4.1 Vorgehen und Zielsetzung
3.4.2 Darstellung und Auswertung der Ergebnisse
3.4.3 Unterschiedliche Sichtweisen der Kostenträger und Leistungserbringer
3.5 Zwischenfazit
4. Die praktische Umsetzung durch den Steuerungsansatz „evidence based practice“ (EBP)
4.1 Grundlagen der EBP
4.2 Triangulation von Expertise, Klient und Wissenschaft
4.3 Schritte der EBP in der Sozialen Arbeit
4.4 Chancen und Grenzen der EBP
4.5 Transfer der Ergebnisse des Bundesmodellprogramms in die EBP
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen wirkungsorientierter Steuerung in der Kinder- und Jugendhilfe vor dem Hintergrund ökonomischer Anforderungen und pädagogischer Notwendigkeiten. Ziel ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs sowie empirische Ergebnisse des Bundesmodellprogramms „Wirkungsorientierte Jugendhilfe“ zu analysieren, um ein fundiertes Verständnis für die praktische Umsetzung evidenzbasierter Ansätze in der Sozialen Arbeit zu entwickeln.
2.1.1 Soziale Arbeit als Dienstleistung
Im System unserer Wirtschaftsgüter lassen sich Dienstleistungen unter den immateriellen Gütern verorten, die zu den sogenannten Realgütern gehören. Unter Dienstleistungen werden qua Definition „selbstständige, marktfähige Leistungen verstanden, die bestimmte Leistungsfähigkeiten/Potentiale bereitstellen (z.B. Versicherungsleistungen), bzw. einsetzen (z.B. Heilleistung). Dabei werden interne Faktoren (z.B. Geschäftsräume, Personal, Ausstattung) und externe Faktoren (z.B. Person oder Objekt des Dienstleistungsnachfragers) im Rahmen des Erstellungsprozesses kombiniert. Ziel dieser Faktorenkombination ist es, nutzenstiftende Wirkungen bei den externen Faktoren zu erzielen.“ (Arnold/Maelicke 2009 S. 440)
Bei der Betrachtung von Dienstleistungen lassen sich fünf ökonomische Merkmale anführen:
• Immaterialität/Intangibilität
• Unteilbarkeit/Vergänglichkeit
• Integration des externen Faktors
• Standortgebundenheit
• Individualität
(aus: Arnold/Maelicke 2009, S. 439)
Je nach Grad der Mitwirkung des Konsumenten werden Dienstleistungen unterschiedlich kategorisiert. Dieser Mitwirkungsgrad ist bei einer Autoreparatur relativ gering, bei einer Psychotherapie hingegen enorm hoch. Aus Sicht der Sozialen Arbeit soll hier der Fokus (in Abgrenzung zu sachbezogenen Dienstleistungen) auf personenbezogene Dienstleistungen gerichtet werden, die viel Mitwirkung des Konsumenten und einen hohen Vertrauensvorschuss vor Inanspruchnahme der Leistung erfordern („credence goods“). Der Vertrauensvorschuss ist dadurch begründet, dass der Konsument das Ergebnis und den Nutzen der Leistung im Voraus nicht abschätzen kann, da dieser von außen nicht unmittelbar zu erkennen ist (vgl. Arnold/Maelicke 2009, S. 438 ff.).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Wirkungsorientierung innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe ein und formuliert zentrale Leitfragen sowie das Ziel der Bachelor-Thesis.
2. Hintergründe und Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Grundlagen der Sozialen Arbeit und beschreibt den Übergang von bürokratischen Steuerungsmodellen hin zum New Public Management und zur Wirkungsorientierung.
3. Stand der Forschung: Hier werden methodische Hürden der Wirkungsforschung diskutiert und Ergebnisse relevanter Studien (JULE, JES, Bundesmodellprogramm) sowie der Capability-Ansatz in Bezug auf die Jugendhilfe analysiert.
4. Die praktische Umsetzung durch den Steuerungsansatz „evidence based practice“ (EBP): Das Kapitel untersucht den Ansatz der evidenzbasierten Praxis als methodische Möglichkeit zur Steuerung in der Sozialen Arbeit und beleuchtet deren Chancen und Grenzen in der Anwendung.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die Kernaussagen der Arbeit und reflektiert die Ergebnisse kritisch im Hinblick auf die Zukunft der Sozialen Arbeit.
Wirkungsorientierung, Kinder- und Jugendhilfe, New Public Management, Controlling, Benchmarking, Wirkungsforschung, JULE-Studie, JES-Studie, Bundesmodellprogramm, Capability-Ansatz, Evidence Based Practice, Hilfe zur Erziehung, Qualitätssicherung, Sozialmanagement, Professionalisierung.
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Effizienzanforderungen und pädagogischen Zielsetzungen innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe unter besonderer Berücksichtigung moderner Steuerungsansätze.
Die Themen umfassen die ökonomischen Merkmale Sozialer Arbeit, die Entwicklung von New Public Management zu evidenzbasierten Ansätzen sowie die Möglichkeiten und Grenzen empirischer Wirkungsforschung.
Ziel ist die kritische Auseinandersetzung mit wirkungsorientierter Steuerung, um zu klären, wie Fachkräfte diesen Anforderungen unter Wahrung professioneller Qualitätsstandards begegnen können.
Der Autor führt eine Literaturanalyse durch und kombiniert diese mit einer eigenen empirischen katamnestischen Umfrage unter Tandempartnern (Kostenträger und Leistungserbringer) des Bundesmodellprogramms.
Der Hauptteil gliedert sich in die Einordnung in den ökonomischen Kontext, die Darstellung des aktuellen Forschungsstands inklusive des Capability-Ansatzes sowie die praktische Umsetzung durch das Modell der "evidence based practice".
Wirkungsorientierung, Jugendhilfe, New Public Management, Wirkungsforschung und evidenzbasierte Praxis stehen im Zentrum der begrifflichen Auseinandersetzung.
Er dient als inhaltliche Richtschnur, um Erfolge in der Jugendhilfe nicht nur an quantitativen Zielen, sondern an der Stärkung der persönlichen Befähigungs- und Verwirklichungschancen der Adressaten zu messen.
Der Autor weist darauf hin, dass eine Umsetzung in Reinform in Deutschland an der mangelnden wissenschaftlichen Datenbasis scheitert und die Gefahr besteht, dass die spezifische Individualität pädagogischer Prozesse unterdrückt wird.
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