Diplomarbeit, 2004
98 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
A. Allgemeine Hauptfunktionen von Banken
A.1. Begriffliche Abgrenzungen
A.1.1. Der Bankbegriff
A.1.2. Banken als Finanzintermediäre
A.1.2.1. Finanzintermediäre im weiteren und im engeren Sinne
A.1.2.2. Typologisierung von Finanzintermediären anhand des Tauschprozesses
A.2. Volkswirtschaftliche Bedeutung der Banken
A.2.1. Funktionen von Banken in einer Volkswirtschaft
A.2.1.1. Fristen- und Liquiditätstransformation
A.2.1.2. Losgrößentransformation
A.2.1.3. Risikotransformation
A.2.1.4. Gesamtwirtschaftlicher Zahlungsverkehr und Banken
A.2.2. Endogene Erklärung der Notwendigkeit von Banken
A.2.2.1. Transaktionskostensenkung
A.2.2.2. Vertragskostensenkung durch Finanzintermediation
A.2.2.3. Liquiditätssicherung für die Kapitalgeber durch die Banken
B. Das Bankensystem Russlands
B.1. Unternehmensfinanzierung als zentrale Rolle der Banken in Russland
B.2. Der Übergang vom sowjetischen zum post-sowjetischen Bankensystem
B.3. Die Entwicklung des Bankensektors in der Jelzin-Ära
B.3.1. Dominanz von Bargeldzahlungen
B.3.2. Dollarisierung der Wirtschaft
B.3.3. Korruption und Kriminalität im russischen Bankensektor
B.3.3.1. Kriminalität im russischen Bankensektor
B.3.3.1.1. Anlegerbetrug
B.3.3.1.2. Falschmünzerei
B.3.3.1.3. Kapitalflucht
B.3.3.1.4. Geldwäsche, Schutzgelderpressung und Auftragsmorde
B.3.3.2. Korruption im russischen Bankensektor
B.3.3.2.1. Der Begriff Korruption
B.3.3.2.2. Rent-seeking Aktivitäten der Banken
B.3.3.2.2.a. Das System der autorisierten Banken
B.3.3.2.2.b. Privatisierung von Staatsunternehmen
B.3.3.2.3. Medienkontrolle durch Banken
B.3.3.3. Folgen von Korruption und Kriminalität im Bankensektor
B.3.5. Kreditvergabe durch Banken
B.4. Die Banken- und Finanzkrise von 1998
B.4.1. Ursachen der Krise
B.4.2. Verlauf und Folgen der Krise
B.4.3. Ausweg aus der Krise
B.5. Die Entwicklung des Bankensystems von 1998 bis heute
B.6. Heutiger Aufbau des russischen Bankensystems
B.6.1. Gesetzliche Grundlagen
B.6.2. Die Zentralbank
B.6.2.1. Die Bankenaufsicht als Funktion der Zentralbank
B.6.3. Die Geschäftsbanken
B.6.3.1. Finanz-industrielle Gruppen
B.6.3.2. Die größten russischen Geschäftsbanken
B.6.3.2.1. Gazprombank
B.6.3.2.2. Bank Moskvy
B.6.3.2.3. Al'fa Bank
B.6.3.3. Ausländische Banken in Russland
B.7. Die Reform des Bankensystems
B.7.1. Die Privatisierung der staatlichen Banken
B.7.1.1. Sberbank
B.7.1.2. Vneštorgbank
B.7.2. Das Einlagensicherungssystem
Fazit und Zukunftsausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle, die der Bankensektor im wirtschaftlichen Transformationsprozess Russlands zwischen 1990 und 2004 spielte, und analysiert kritisch, ob er seiner Funktion als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung gerecht werden konnte. Dabei werden sowohl die institutionellen Rahmenbedingungen als auch die Auswirkungen von Korruption, Kriminalität und der Finanzkrise von 1998 betrachtet.
B.3.3.1.2. Falschmünzerei
Nach dem Zerfall der Sowjetunion nahm auch die Falschmünzerei stark zu. Dabei wurden weniger russische Rubel gefälscht, denn diese verloren durch die Hyperinflation viel zu schnell an Wert. Dagegen boten ausländische Devisen und Wertpapiere günstige Gelegenheiten zur Fälschung. Durch den Import hochwertiger Kopiergeräte stieg die Zahl der gefälschten Banknoten von 1989 bis 1994 um das 45fache. 85 % des Falschgelds waren von schlechter Qualität und konnten eigentlich ohne technische Hilfsmittel erkannt werden. Doch die Wechselstuben verfügten noch nicht über UV-Lampen und die Mitarbeiter wussten oft gar nicht, mit welchen Echtheitsmerkmalen die ausländischen Geldscheine ausgestattet waren. Nach Schätzung russischer Experten verursachten neben gefälschten Banknoten auch gefälschte Kreditpapiere und Zahlungsanweisungen im Zeitraum von 1992 bis 1994 einen Schaden von ca. 12 Mrd. USD (Pleines 1998, S. 24).
Ein Beispiel für groß angelegte Falschmünzerei ist die „Aviso-Affäre“. Dabei fälschte die tschetschenische Mafia Kreditgarantien und Schecks im Wert von 60 Mrd. Rubel (700 Mio. USD) (Pleines 1998, S. 24). Die gefälschten Finanzpapiere wurden bei russischen Banken in Bargeld umgewandelt. Dieses Geld wurde dann in ausländische Währungen umgetauscht und im Ausland angelegt. Die tschetschenische Mafia arbeitete dabei mit vielen russischen Banken zusammen, die die Einlösung der gefälschten Papiere gegen eine Beteiligung von 5 % erleichterten. Vier Mitarbeiter der Zentralbank wurden unter dem Vorwurf verhaftet, bei der Verteilung der gefälschten Dokumente der „Aviso-Affäre“ mitgewirkt zu haben. Im Verlauf der Ermittlungen stellte die russische Polizei Gelder aus dem Betrug in Höhe von über 30 Mrd. Rubel in der ehemaligen Sowjetunion, 1,7 Mio Schweizer Franken in Zürich und 2 Mio. USD in Singapur sicher (Pleines 1998, S. 24).
Da Falschmünzerei ein schwer zu bekämpfendes Problem ist, wurde es neben dem Bankraub in der Jelzin-Ära zur häufigsten Straftat im russischen Finanzsektor.
Einleitung: Umriss des wirtschaftlichen Transformationsprozesses in Russland und die zentrale Fragestellung nach der Rolle des Bankensektors als Motor oder Bremse der Entwicklung.
A. Allgemeine Hauptfunktionen von Banken: Theoretische Grundlagen zu Bankfunktionen wie Fristen-, Losgrößen- und Risikotransformation sowie die Notwendigkeit von Banken in einem unvollkommenen Markt.
B. Das Bankensystem Russlands: Darstellung des Übergangs vom sowjetischen Monobankensystem zum zweistufigen System und die Analyse der krisenhaften Entwicklung unter Jelzin.
B.4. Die Banken- und Finanzkrise von 1998: Analyse der Ursachen der Krise, insbesondere der Abhängigkeit vom Rubel und den Staatsfinanzen, sowie der schwerwiegenden Folgen für den Bankensektor.
B.6. Heutiger Aufbau des russischen Bankensystems: Beschreibung des aktuellen Rechtsrahmens, der Rolle der Zentralbank und der Struktur der Geschäftsbanken.
B.7. Die Reform des Bankensystems: Erläuterung der aktuellen Reformmaßnahmen, insbesondere zur Einlagensicherung und Privatisierung staatlicher Banken zur Förderung des Wettbewerbs.
Fazit und Zukunftsausblick: Resümee zur bisher unzureichenden Erfüllung der Bankfunktionen und ein optimistischer Ausblick auf die notwendige Etablierung von Wettbewerb und Transparenz.
Bankensektor, Transformation, Russland, Jelzin-Ära, Finanzkrise 1998, Zentralbank, Sberbank, Kreditvergabe, Korruption, organisierte Kriminalität, Kapitalflucht, Dollarisierung, Privatisierung, Einlagensicherung, Finanzintermediäre.
Die Arbeit analysiert die Rolle des russischen Bankensystems im post-sowjetischen Transformationsprozess zwischen 1990 und 2004 und untersucht dessen Entwicklung, Probleme und Reformschritte.
Im Zentrum stehen die Funktionen von Banken, der Übergang vom Planwirtschafts- zum marktwirtschaftlichen Bankensystem, die Auswirkungen von Korruption und Kriminalität sowie die Bankenkrise von 1998 und die darauffolgenden Reformbestrebungen.
Das Ziel ist es, zu klären, ob der Bankensektor als Motor der wirtschaftlichen Transformation fungieren konnte oder ob er durch strukturelle Defizite eher zu einer Bremse wurde.
Die Arbeit basiert auf einer ökonomischen Analyse unter Berücksichtigung institutionenökonomischer Ansätze, gestützt durch empirische Daten und zahlreiche Fachpublikationen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Bankenfunktionen und eine detaillierte historische sowie aktuelle Analyse des russischen Bankensektors, inklusive seiner Krisen und Reformen.
Kernbegriffe sind: russisches Bankensystem, Transformation, Krisenmanagement, Korruption, Bankenaufsicht, Staatsbanken und Finanzmarktstabilität.
Die Sberbank blieb aufgrund der staatlichen Garantie der Kundeneinlagen und ihrer marktbeherrschenden Stellung als staatlich gestütztes Institut während der Krise stabil, während private Banken massiven Abflüssen ausgesetzt waren.
Das System ermöglichte es ausgewählten Banken, staatliche Haushaltsgelder zinslos oder zinsgünstig zu verwalten, was vor allem in der Phase der Hyperinflation enorme Möglichkeiten für Spekulationen und Bereicherung auf Kosten des Staates bot.
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