Bachelorarbeit, 2017
45 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Grundlagen der Aggression, Gewalt und Rücksichtslosigkeit
2.1 Terminologische Abgrenzung von Aggression, Rücksichtslosigkeit, Gewalt und Konflikt
2.1.1 Aggression
2.1.2 Rücksichtslosigkeit
2.1.3 Gewalt
2.1.4 Konflikt
3 Straßenverkehr und Aggression
3.1 Straßenverkehr, Merkmale, Ziele und Motivation
3.1.1 Straßenverkehr ist Kommunikation
3.1.2 Ziele und Motive des Straßenverkehrs
3.2 Verkehrsräume und Aggression
3.3 Aggression und ihre Motive beim KFZ-Lenker
3.3.1 Leistungs- und Individualisierungsmechanismen
3.3.2 Status, Rang und Macht
3.3.3 Mangelnde Selbsteinschätzung
3.3.4 Falsche Interpretation der Anderen, Projektion
3.3.5 Gefühle
3.3.6 Überforderungen und Spannungen
3.4 (Vermeintliche) Delikte und Aggression
3.4.1 Ralf Kölbels Studie aus den Jahren 1982 bis 1990
3.4.2 Studie von Ralf Risser aus 1987
3.4.3 Die Studien des KFV aus 2004 und 2013
3.5 Normalbürger, Risikogruppen, Personengruppen
3.6 Aggressionsbegünstigende Umstände
4 Empirische Untersuchung der Wiener Taxifahrer
4.1 Ziele und Absichten der Interviews
4.2 Theoretischer Ablauf der qualitativen Inhaltsanalyse.
4.2.1 Kategorienentwicklung
4.2.2 Leitfadenerstellung
4.2.3 Interviews mit den Wiener Taxifahrern
4.3 Ergebnisse der Experteninterviews
4.3.1 Kategorie normative- bzw. informelle Delikte
4.3.2 Kategorie Verkehrsäume und ihre Veränderung
4.3.3 Kategorie Verkehrsteilnehmer und ihre Umwelt
4.3.4 Kategorie Selbst- und Fremdeinschätzung
4.3.5 Zusammenfassung der Experteninterviews
5 Zusammenführung empirischer und theoretischer Ergebnisse
6 Ausblick
7 Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für Aggression und rücksichtsloses Verhalten im Wiener Straßenverkehr. Ziel ist es, die theoretischen Erkenntnisse der Verkehrspsychologie, -soziologie und -kriminologie durch eine empirische qualitative Inhaltsanalyse zu hinterfragen und zu ergänzen, indem Erfahrungen von professionellen Taxilenkern als Experten herangezogen werden.
3.1.1 Straßenverkehr ist Kommunikation
Rücksichtslosigkeit und Gewalt sind ein soziales Phänomen, das eine Art des zwischenmenschlichen Umgangs darstellt. (Kölbel, 1997, S. 23) Weil wir uns nicht, nicht verhalten können, kommunizieren wir, mit welcher Verhaltensweise auch immer. Bereits 1988 beschäftigte sich Ralf Risser in seiner Dissertation Kommunikation und Kultur des Strassenverkehrs mit den Verbindungen von Kommunikation und Autoverkehr. Hier verortet er den Tatbestand der Kommunikation, weil Menschen aneinandergeraten, in Form eines Kräftemessens. (Risser, 1988, S. 36) 2011 schreibt Risser dann „Verkehr ist Verhalten ...“ „... oder jedenfalls gehört Verhalten zum Verkehr. (Chaloupka u. a., 2011, S. 21) Und weil wir uns auch falsch verhalten können, führt das zu den Verkehrssicherheitsproblemen, die sich sehr häufig als Rücksichtslosigkeit und Aggression zeigt. (Chaloupka u. a., 2011, S. 22)
Die vordergründigen Kommunikationsmittel sind:
Lichthupe: Sie soll vor Gefahr oder Radar warnen, kann aber auch als Aufforderung verstanden werden, zu fahren oder einen vorbeizulassen oder auch als Rüge oder Begrüßung verstanden werden.
Rechts blinken: Bedeutet rechts abbiegen zu wollen oder jemanden vorbeizulassen bzw. zum Überholen ermuntern.
Links blinken: Zeigt an, dass man links abbiegen möchte, oder überholen jetzt nicht möglich ist.
Hupen: Diese Form bietet das gesamte Repertoire an Kontaktmöglichkeiten. Es kann signalisieren Vorsicht, oder dient zur Belehrung, zur Rüge, zum Warnen, zur Begrüßung oder zum Dank.
Einsatz der Warnblinkanlage: Stauwarnung, Radarwarnung, Bitte um Hilfeleistung
Pannendreieck im Heckfenster: Warnung bzw. Bitte um indirekte Hilfe
Leicht anbremsen ohne Bremswirkung: Abstand halten!
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, wie moderne Mobilität und die daraus resultierende Enge im Straßenverkehr zu aggressivem Verhalten führen können.
2 Grundlagen der Aggression, Gewalt und Rücksichtslosigkeit: In diesem Kapitel werden die theoretischen Definitionen und wissenschaftlichen Perspektiven auf Aggression, Gewalt und Rücksichtslosigkeit im Verkehrskontext erarbeitet.
3 Straßenverkehr und Aggression: Dieses Kapitel beleuchtet das komplexe Zusammenspiel von Kommunikation, Motiven und individuellen sowie sozialen Faktoren, die zu aggressivem Fahrverhalten führen.
4 Empirische Untersuchung der Wiener Taxifahrer: Hier wird die qualitative Studie vorgestellt, in der Wiener Taxilenker zu ihren Erfahrungen mit Aggression im Berufsverkehr befragt wurden.
5 Zusammenführung empirischer und theoretischer Ergebnisse: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Annahmen mit den Ergebnissen der Experteninterviews und diskutiert die gefundenen Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
6 Ausblick: Der Ausblick reflektiert kritisch die Rolle der Politik und der Fahrzeugindustrie im Hinblick auf das Konfliktpotenzial im Straßenverkehr und die Hoffnung auf moderne Assistenzsysteme.
7 Anhang: Enthält das Literaturverzeichnis, Tabellen- und Abbildungsverzeichnisse sowie die Kategorientafel und den Interviewleitfaden.
Straßenverkehr, Aggression, Rücksichtslosigkeit, Gewalt, Wiener Taxifahrer, Kommunikation, Verkehrspsychologie, Verkehrskriminologie, Stress, Zeitdruck, Infrastruktur, Fehlinterpretation, Qualitative Inhaltsanalyse, Fahrverhalten, Mobilität.
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen und psychologischen Analyse von aggressivem Verhalten und Rücksichtslosigkeit im Wiener Berufsverkehr.
Zentrale Themen sind die Kommunikation im Straßenverkehr, die Wirkung von Stress und Zeitdruck, sowie die Rolle von Status und Macht beim Führen von Kraftfahrzeugen.
Die Forschungsfrage lautet, welche Faktoren und Umstände die Grundlage für Aggression im Wiener Straßenverkehr bilden und welche Rolle dabei die Aggressionsauslösung spielt.
Der Autor führt eine qualitative Inhaltsanalyse durch, basierend auf Experteninterviews mit zehn Wiener Taxilenkern, um theoretische Annahmen aus der Fachliteratur zu überprüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Begriffe Aggression und Gewalt sowie eine umfassende empirische Untersuchung, die spezifisch auf die Perspektive professioneller Verkehrsteilnehmer in Wien eingeht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Straßenverkehrsaggression, kommunikative Konflikte, Verkehrsrowdies, Leistungsgesellschaft und berufsbedingter Zeitdruck geprägt.
Taxifahrer gelten als Experten für das Verkehrsgeschehen, da sie aufgrund ihrer hohen täglichen Fahrleistung mit nahezu allen Verkehrssituationen und -konflikten in Wien in Berührung kommen.
Ja, die Befragungen bestätigen die theoretischen Annahmen aus der Verkehrssoziologie und -psychologie weitgehend, wobei die befragten Taxilenker eine reflektierte Haltung zu ihrem eigenen Verhalten zeigen.
Staus und schlecht koordinierte Baustellen werden von den Experten als signifikante Hindernisse und Stressfaktoren identifiziert, die Aggressionen im Straßenverkehr aktiv begünstigen.
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