Masterarbeit, 2016
101 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Theoretische Basis: die Prospect Theory
3.1 Die Grundannahmen der Prospect Theory
3.2 Grenzen & Defizite der Prospect Theory
4. Hypothesen
5. Vorstellung des Forschungsdesigns
5.1 Begründung der Fallauswahl
5.2 Methodisches Vorgehen: qualitative Inhaltsanalyse
5.3 Untersuchungszeitraum und Quellen
5.4 Operationalisierung
6. Türkisch-syrische Beziehungen & die Bedeutung des Syrien-Konfliktes
6.1 Türkisch-syrische Beziehungen vor der AKP-Regierung
6.2 Entwicklung der türkisch-syrischen Beziehungen seit der AKP-Regierung
6.3 Beginn des Syrien Konfliktes und die Position der Türkei
6.4 Bedeutung des Konfliktes für die Türkei
6.5 Analysefokus: Entscheidung zum Militär-Einsatz im Jahr 2015
7. Analysekapitel
7.1. Analyse des Monats Mai
7.1.1 Bestimmung des Referenzpunktes
7.1.2 Bestimmung der domain
7.1.3 Zwischenfazit für den Monat Mai
7.2 Analyse des Monats Juni
7.2.1 Bestimmung des Referenzpunktes
7.2.2 Bestimmung der domain
7.2.3 Zwischenfazit für den Monat Juni
7.3 Analyse des Monats Juli
7.3.1 Bestimmung des Referenzpunktes
7.3.2 Bestimmung der domain
7.3.3 Zwischenfazit für den Monat Juli
7.4 Ergebnissicherung der Analyse
8. Forschungsausblick
9. Fazit: domain of losses führt zu Risikoaffinität
10. Literaturverzeichnis
10.1 Primärliteratur
10.2 Sekundärliteratur
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Prospect Theory die Entscheidung der türkischen Regierung unter Staatspräsident Erdogan zur militärischen Intervention in Syrien im Jahr 2015 erklären kann. Dabei liegt der Fokus auf der subjektiven Wahrnehmung des Entscheidungsträgers und der Einordnung der Situation in einen Gewinn- oder Verlustbereich.
3.1 Die Grundannahmen der Prospect Theory
Die Prospect Theory wurde 1979 im Bereich der Verhaltensökonomik geschaffen. In den 1990er Jahren begann die Verwendung für die Außenpolitikforschung (Brummer und Oppermann 2014: 139). Kahneman und Tversky haben die Theorie in Abgrenzung zur Expected Utility Theory (EUT, dt. Erwartungsnutzentheorie) entwickelt. Die EUT beruht auf den Annahmen des Rational-Choice-Ansatzes. Nach Annahme der EUT bewerten Individuen, bei Entscheidungen unter Risiko, den individuellen Nutzen einer Option hinsichtlich ihrer jeweiligen Wahrscheinlichkeit und wählen dann die Option mit der höchsten gewichteten Wahrscheinlichkeit aus (Levy 1992a: 173).
Die Prospect Theory zweifelt vor allem die Annahme über das Denken in Nettogewinnen an (Levy 1992a: 173). Diese seien für den Entscheidungsträger weniger wichtig (ebd.). Die Theorie vertritt eine andere These, um das Entscheidungsverhalten unter Risiko von Akteuren zu erklären. Die Hauptannahme des Ansatzes ist, dass nicht nur rationale Faktoren die Entscheidungsfindung beeinflussen, sondern dass der Situationskontext des Entscheiders eine einflussreiche Bedeutung hat (ebd.). Laut der Theorie kann sich der Akteur in zwei „Stadien“ befinden. Diese werden als domain of losses (Verlustbereich/ -domäne) oder domain of gains (Gewinnbereich/-domäne) bezeichnet (Brummer und Oppermann 2015: 140-142). Je nach Status des Akteurs, verhält dieser sich risikoaffiner oder risikoaverser.
1. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung und Begründung des Forschungsbedarfs hinsichtlich der türkischen Syrien-Politik unter Anwendung der Prospect Theory.
2. Forschungsstand: Überblick über bisherige wissenschaftliche Arbeiten zu türkisch-syrischen Beziehungen sowie zur Anwendung der Prospect Theory in der Politikwissenschaft.
3. Theoretische Basis: die Prospect Theory: Erläuterung der Grundannahmen, Konzepte wie Framing und Domains sowie die Kritik an der Theorie.
4. Hypothesen: Formulierung der zentralen Annahmen zum Zusammenhang von Domain-Zugehörigkeit und Risikobereitschaft bei militärischen Interventionen.
5. Vorstellung des Forschungsdesigns: Erläuterung der qualitativen Inhaltsanalyse, der Fallauswahl sowie der Operationalisierung zentraler Theorieelemente.
6. Türkisch-syrische Beziehungen & die Bedeutung des Syrien-Konfliktes: Historische Darstellung der bilateralen Beziehungen und Analyse der verschiedenen Konfliktfaktoren sowie der Entscheidung zum Militäreinsatz.
7. Analysekapitel: Detaillierte Untersuchung der Reden von Mai bis Juli 2015 inklusive Bestimmung von Referenzpunkten und Domains des Staatspräsidenten.
8. Forschungsausblick: Diskussion potenzieller Erweiterungen der Studie, etwa durch längere Untersuchungszeiträume oder Anwendung auf andere Staaten.
9. Fazit: domain of losses führt zu Risikoaffinität: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung der zentralen Hypothesen anhand der Analyseergebnisse.
Prospect Theory, Syrien-Konflikt, Türkei, Recep Tayyip Erdogan, Militärische Intervention, Qualitative Inhaltsanalyse, Domain of losses, Domain of gains, Risikoverhalten, Außenpolitik, Referenzpunkt, Framing, Parlamentswahl 2015, PKK, IS.
Die Arbeit analysiert die Entscheidung der türkischen Regierung, im Jahr 2015 militärisch in den Syrien-Konflikt einzugreifen, unter Anwendung der politikwissenschaftlichen Prospect Theory.
Die zentralen Themen sind das außenpolitische Handeln der Türkei, der Syrien-Konflikt, die Rolle von Staatspräsident Erdogan sowie die psychologischen Mechanismen der Entscheidungsfindung unter Risiko.
Das Ziel ist zu prüfen, ob die Prospect Theory den Wandel der türkischen Syrien-Politik hin zur Intervention erklären kann, indem die subjektive Sichtweise des Entscheidungsträgers untersucht wird.
Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring verwendet, um die Reden von Staatspräsident Erdogan im Untersuchungszeitraum systematisch zu kodieren und zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Darstellung der historisch-politischen Rahmenbedingungen der türkisch-syrischen Beziehungen sowie das Analysekapitel, das die monatlichen Entwicklungen von Mai bis Juli 2015 untersucht.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Prospect Theory, Domain of losses, Domain of gains, Referenzpunkt, Risikoaffinität und Framing charakterisiert.
Das Jahr 2015 markiert einen radikalen Wendepunkt in der türkischen Außenpolitik, als Ankara von einer eher zurückhaltenden Strategie zu direkten militärischen Einsätzen in Syrien überging.
Die Bestimmung erfolgt durch die Analyse der subjektiven Aussagen in Reden des Staatspräsidenten. Dabei wird bewertet, ob Erdogan die aktuelle Situation (z.B. nach der Parlamentswahl) als Verlust (loss) oder Gewinn (gain) wahrnimmt.
Die Analyse bestätigt, dass Erdogan sich zum Zeitpunkt der Entscheidung in einer "domain of losses" befand, was gemäß der Prospect Theory die Risikobereitschaft und damit die Entscheidung zur Intervention erhöht hat.
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