Diplomarbeit, 2004
122 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theoretische und rechtliche Grundlagen des Kreditgeschäfts
2.1 Definitionen und Begriffsabgrenzungen
2.1.1 Probleme der asymmetrischen Informationsverteilung
2.1.2 Definition des Kreditrisikos
2.1.3 Aufgaben und Instrumente des Kreditrisikomanagements
2.2 Bankenaufsichtsrechtliche Regelungen zum Kreditgeschäft
2.2.1 Aktuelle Regelungen des Grundsatz I und des KWG
2.2.2 Basel II
2.2.2.1 Das Konzept von Basel II
2.2.2.2 Überblick über die Ratingansätze in Basel II
2.2.2.3 Auswirkungen von Basel II auf das Kreditrisikomanagement
3 Instrumente und Methoden der Kreditrisikosteuerung in Banken
3.1 Kreditwürdigkeitsprüfung im Firmenkundenkreditgeschäft
3.1.1 Instrumente der Kreditwürdigkeitsprüfung
3.1.1.1 Jahresabschlussanalyse
3.1.1.2 Diskriminanzanalyse
3.1.1.3 Künstliche Neuronale Netze
3.1.1.4 Expertensysteme
3.1.1.5 Kontodatenanalyse
3.1.2 Kreditratingsysteme
3.1.3 Vergleichender Überblick
3.2 Risikoadjustierte Kreditbepreisung
3.2.1 Erwartete und unerwartete Verluste
3.2.2 Verfahren zur Ermittlung von Standardrisikokosten
3.2.2.1 Das Versicherungsprinzip
3.2.2.1.1 Bestimmung des Credit Exposures
3.2.2.1.2 Bestimmung der expected recovery rate
3.2.2.1.3 Bestimmung der expected default probability
3.2.2.2 Das Optionspreismodell
3.2.3 Kritische Würdigung der risikoadjustierten Kreditbepreisung
3.3 Kreditportfoliosteuerung
3.3.1 Zielsetzung und Klassifizierung der Portfoliomodelle
3.3.2 Probleme bei der Quantifizierung des Portfoliorisikos
3.3.3 Kreditportfoliomodelle
3.3.3.1 CreditRisk+™
3.3.3.2 CreditPortfolioView™
3.3.3.3 CreditMetrics™
3.3.3.4 Credit Portfolio Manager™
3.3.4 Vergleich der Modelle
3.4 Instrumente zur Begrenzung des Kreditrisikos
3.4.1 Organisatorische und aufsichtsrechtliche Maßnahmen
3.4.2 Diversifikation von Kreditrisiken
3.4.3 Übertragung von Kreditrisiken
4 Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen des Kreditrisikomanagements in Banken vor dem Hintergrund steigender Insolvenzzahlen und sich ändernder regulatorischer Anforderungen. Ziel ist es, einen Überblick über moderne Instrumente zur Kreditwürdigkeitsprüfung, zur risikoadjustierten Kreditbepreisung sowie zur Steuerung von Kreditportfolios zu geben und deren praktische Anwendbarkeit zu bewerten.
3.1.1.2 Diskriminanzanalyse
Die Diskriminanzanalyse ist eine weitere Variante der Kreditwürdigkeitsprüfung. Ziel ist es hier mittels einer aufgestellten Diskriminanzfunktion solvente Unternehmen von insolventen bzw. ausfallgefährdeten Unternehmen zu trennen.
Dies erfolgt bei der univariaten Diskriminanzanalyse durch die Überprüfung einer einzigen Kennzahl. Hierbei ist die Fehlklassifikation naturgemäß entsprechend hoch.
Durch die Verwendung mehrerer Kennzahlen kann die Verlässlichkeit erheblich gesteigert werden. Es handelt sich dann um eine multivariate Diskriminanzanalyse. Die Fehlklassifikation lässt sich jedoch nicht unendlich weit reduzieren. Es gilt hierbei, eine sinnvolle Anzahl an Kennzahlen zu wählen, welche ein relatives Optimum zwischen Ergebnis bzw. Verlässlichkeit und Aufwand – hier insbesondere der EDV-technische Einsatz – bietet. Die multivariate Diskriminanzanalyse ist vorwiegend bei größeren Banken zu finden.
Die Trennlinie zwischen den solventen Unternehmen und den insolventen wird mittels empirischer Untersuchungen erstellt. Die sich somit ergebene lineare Diskriminanzfunktion hat folgende mathematische Form: Z = a1·x1 + a2·x2 + ... + am·xm mit Z = Diskriminanzwert, a1…n = Gewichtungsfaktoren, x1…n = Kennzahlen (i. d. R. Bilanzkennzahlen).
1 Einleitung: Beleuchtet den Anstieg der Insolvenzen in Deutschland und Europa als Treiber für ein verstärktes Kreditrisikomanagement.
2 Theoretische und rechtliche Grundlagen des Kreditgeschäfts: Definiert Kreditrisiken und erläutert die Auswirkungen der regulatorischen Anforderungen durch Basel II.
3 Instrumente und Methoden der Kreditrisikosteuerung in Banken: Detaillierte Darstellung von Methoden zur Kreditwürdigkeitsprüfung, Bepreisung und Portfoliosteuerung sowie Maßnahmen zur Risikobegrenzung.
4 Schlussbetrachtung: Fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit moderner Steuerungssysteme für die Zukunftsfähigkeit von Banken.
Kreditrisikomanagement, Basel II, Kreditwürdigkeitsprüfung, Jahresabschlussanalyse, Diskriminanzanalyse, Künstliche Neuronale Netze, Expertensysteme, Risikoadjustierte Kreditbepreisung, Kreditportfoliomodelle, CreditRisk+, CreditMetrics, CreditPortfolioView, Credit Portfolio Manager, Diversifikation, Kreditderivate.
Die Arbeit befasst sich mit den modernen Methoden und Instrumenten, die Banken einsetzen, um Kreditrisiken zu antizipieren, zu bewerten und aktiv zu steuern.
Die Themen umfassen die Kreditwürdigkeitsprüfung von Firmenkunden, die rechtlichen Anforderungen (insb. Basel II), die Bepreisung von Risiken sowie die Steuerung ganzer Kreditportfolios.
Das Ziel ist ein umfassender Einblick in die Praxis des Kreditrisikomanagements, insbesondere in die Methoden zur Identifikation und Begrenzung von Kreditausfällen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die theoretische Aufbereitung quantitativer Modelle (wie Diskriminanzanalyse, neuronale Netze und Portfoliomodelle) und deren regulatorischer Einordnung.
Im Hauptteil stehen Instrumente der Prüfung (Jahresabschlussanalyse, KNN), Modelle zur risikoadjustierten Bepreisung sowie Portfolio-Modelle und Möglichkeiten zur Risikobegrenzung durch Kreditderivate im Fokus.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kreditrisikomanagement, Basel II, Bonitätsanalyse, Portfoliosteuerung und Kreditderivate geprägt.
Basel II führt ein Drei-Säulen-Konzept ein: Mindestkapitalanforderungen, ein aufsichtlicher Überprüfungsprozess und eine erweiterte Marktdisziplin durch Offenlegung, was die Risikosteuerung in Banken massiv beeinflusst.
Das Versicherungsprinzip nutzt historische Ausfallraten zur Risikoprämienbildung, während das Optionspreismodell den Ausfall als Option auf das Unternehmensvermögen betrachtet und somit ohne historische Ausfalldaten auskommt.
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