Diplomarbeit, 2007
135 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau
2. Rahmenbedingungen und Informationserfordernis für eine effiziente Qualitätsanreizregulierung
2.1 Der Begriff „Qualität“ im Kontet von Elektrizitätsnetzbetrieben
2.1.1 Definitionen von Netzzuverlässigkeit und –indikatoren
2.1.2 Netzzuverlässigkeit und Preis bei monopolistischen Netzbetreibern
2.2 Anreizeffekte einer Erlösobergrenzenregulierung
2.2.1 Das Konzept der Erlösobergrenzenregulierung
2.2.2 Potenzielle Auswirkungen auf die Netzzuverlässigkeit
2.3 Eine anreizbasierte Qualitätsregulierung zur Sicherstellung der Netzzuverlässigkeit
2.3.1 Das Konzept der Qualitätsanreizregulierung
2.3.2 Qualitätsanreizregulierung im internationalen Kontext
2.3.3 Gesamtwirtschaftliche Kosten von Stromausfällen
3. Methoden zur Ermittlung von Stromausfallkosten
3.1 Anforderungen an die Bewertungsmethode und deren Ergebnisse
3.2 Indirekte Methoden
3.3 Direkte Methoden
3.3.1 Die Kontingente Bewertungsmethode
3.3.2 Die Choice Modelling Methoden
3.4 Anwendung der Methoden im internationalen Kontext
3.4.1 Norwegen
3.4.2 Großbritannien
3.4.3 Niederlande
3.4.4 Österreich
3.4.5 Schweden
3.5 Gegenüberstellung der Ergebnisse
3.6 Bewertung und Empfehlung einer Methode
4. Exemplarisches Studiendesign zur Ermittlung von Stromausfallkosten mithilfe des Choice Experiments
4.1 Wahl der Befragungstechnik
4.2 Wahl des Präferenzmaßes
4.3 Definition der Eigenschaften und Ausprägungen
4.4 Experimentelles Design
4.4.1 Verzerrungen durch Aufgabenkomplexität
4.4.2 Fraktionales faktorielles Design
4.4.3 Kombination der Szenarien und Blockingverfahren
4.5 Entwicklung des Fragebogens
4.5.1 Einleitender Text
4.5.2 Erfahrungsstand, Einstellungs- und Nutzungsfragen
4.5.3 Darstellung des Choice Experiments
4.5.3.1 Der experimentelle Kontext
4.5.3.2 Die Darstellung der Choice Sets
4.5.4 Anschlussfragen und Erhebung sozioökonomischer Daten
4.6 Grundgesamtheit und Stichprobenwahl
4.7 Ergebnisse der Pretests
4.7.1 Fokusgruppendiskussion und verbale Protokolle
4.7.2 Pilottest
4.8 Auswertung der Daten
5. Schluss
5.1 Zusammenfassung
5.2 Ausblick
Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, im Hinblick auf die geplante Einführung eines Qualitätsanreizsystems in Deutschland eine geeignete Methode zur Ermittlung der wohlfahrtswirksamen Stromausfallkosten durch Kundenumfragen zu identifizieren und ein darauf basierendes Studiendesign für Haushaltskunden zu entwickeln.
3.3.2 Die Choice Modelling Methoden
Unter dem Begriff Choice Modelling werden eine ganze Reihe an Bewertungsverfahren zusammengefasst, die sich aus der ursprünglichen Conjoint Analyse entwickelt haben. Die Conjoint Analyse hat ihren Ursprung in der Marktforschung und der Psychologie und wird definiert als „any decompositional method that estimates the structure of a consumer’s preferences […] given his/her overall evaluations of levels of different attributes.”
Dieser Definition liegt die Idee zugrunde, dass jedes zu bewertende Gut oder Szenario über seine Eigenschaften und deren Ausprägungen beschrieben werden kann. Indem die Ausprägungen der Eigenschaften variiert werden, erhält man eine Bandbreite möglicher Güter oder Szenarien. Dem Befragten werden die unterschiedlichen Szenarien oder eine Auswahl der Szenarien vorgelegt, die er nach seiner individuellen Präferenz je nach Methode ordnen, bewerten oder sich für eines der Szenarien entscheiden soll. Ausgehend von der Nachfragetheorie nach Lancaster (1971) wird angenommen, dass der Konsument in einem Entscheidungsprozess die unterschiedlichen Ausprägungen der Eigenschaften gegeneinander abwägt und letztlich das Szenario wählt, welches ihm den größten Nutzen stiftet. Es liegt hier die Annahme zugrunde, dass sich der Gesamtnutzen eines Gutes aus der Summe der Teilnutzen der einzelnen Eigenschaftsausprägungen zusammensetzt. Aus den ganzheitlichen Bewertungen der verschiedenen Szenarien infolge der Befragung lassen sich dadurch die Teilnutzenwerte der einzelnen Eigenschaften und ihrer Ausprägungen ableiten. Deshalb wird die Conjoint Analyse auch als dekompositionelles Verfahren bezeichnet, da sie die Spaltung ganzheitlicher Präferenzurteile erlaubt.
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die zunehmende Bedeutung der Netzzuverlässigkeit vor dem Hintergrund liberalisierter Strommärkte und der geplanten Anreizregulierung in Deutschland.
2. Rahmenbedingungen und Informationserfordernis für eine effiziente Qualitätsanreizregulierung: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Grundlagen der Erlösobergrenzenregulierung und begründet, warum zur Vermeidung von Qualitätsverlusten ein zusätzliches Qualitätsanreizsystem notwendig ist.
3. Methoden zur Ermittlung von Stromausfallkosten: Hier werden verschiedene direkte und indirekte Methoden zur monetären Bewertung von Stromausfällen kritisch verglichen und hinsichtlich ihrer Eignung für eine regulatorische Anwendung geprüft.
4. Exemplarisches Studiendesign zur Ermittlung von Stromausfallkosten mithilfe des Choice Experiments: In diesem Hauptteil wird ein detailliertes Studiendesign basierend auf dem Choice Experiment für den deutschen Markt entworfen, inklusive methodischer Schritte und praktischer Pretestergebnisse.
5. Schluss: Das Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf den weiteren Austausch und die Harmonisierung internationaler Ansätze in der Qualitätsanreizregulierung.
Stromausfallkosten, Qualitätsanreizregulierung, Erlösobergrenzenregulierung, Netzzuverlässigkeit, Choice Experiment, Zahlungsbereitschaft, Haushaltskunden, Bewertungsmethoden, Wohlfahrtsökonomie, Anreizregulierung, Stromnetz, Regulierungsinstrumente, Verbraucherpräferenzen.
Die Diplomarbeit untersucht, wie der ökonomische Wert der Netzzuverlässigkeit in Deutschland wissenschaftlich fundiert ermittelt werden kann, um Netzbetreiber im Rahmen einer neuen Anreizregulierung effektiv zu einer stabilen Stromversorgung zu motivieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Regulierungstheorie im Energiebereich, der ökonomischen Bewertung nichtmarktfähiger Güter (hier: Netzzuverlässigkeit) und dem Design valider Kundenbefragungen.
Das Ziel ist die Empfehlung einer geeigneten Methode zur Ermittlung der Stromausfallkosten für Haushaltskunden und die Erstellung eines konkreten, methodisch belastbaren Studiendesigns für diesen Zweck.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Methodenanalyse (Literaturvergleich) sowie der Entwicklung eines eigenen Studiendesigns mittels Choice Experiment, welches durch Pretests und eine Expertenbefragung validiert wurde.
Der Hauptteil befasst sich mit den regulatorischen Rahmenbedingungen, dem detaillierten Vergleich internationaler Studien zur Kostenermittlung von Stromausfällen sowie der konstruktiven Entwicklung des Fragebogens und des Studiendesigns.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Qualitätsanreizregulierung, Stromausfallkosten, Choice Experiment, Netzzuverlässigkeit und wohlfahrtsoptimale Regulierung.
Das Choice Experiment ermöglicht es, die Präferenzen für komplexe, multidimensionale Eigenschaften (wie Dauer, Häufigkeit und Preis) separat zu erfassen und die Zahlungsbereitschaft für hypothetische Veränderungen realistisch abzubilden, was bei anderen Methoden schwieriger ist.
Die Arbeit betont, dass neben direkten Schäden (wie verdorbenen Lebensmitteln) auch erhebliche nicht-monetäre Auswirkungen wie psychologische Belastungen oder Freizeitverlust auftreten, die für eine wohlfahrtsoptimale Bewertung zwingend einbezogen werden müssen.
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