Bachelorarbeit, 2016
61 Seiten, Note: 1,7
1 Problemstellung
2 Unterrichtsstörungen
2.1 Definition
2.2 Situation
2.3 Lehr-Lern-Prozess
2.4 Klassifikation
3 Interventionsmaßnahmen
3.1 Anforderungen an Lehrkräfte
3.2 Klassifikation
3.2.1 Lehrerzentrierte Intervention
3.2.1.1 Maßnahmen bei akuten Störungssituationen
3.2.1.2 Maßnahmen bei wiederkehrenden Störungen
3.2.2 Kooperative Intervention
4 Zuordnungssystem
5 Fazit
Die Bachelorarbeit zielt darauf ab, ein theoretisch begründetes Zuordnungssystem zu entwickeln, das Lehrkräften als Orientierungshilfe dient, um spezifische Interventionsmaßnahmen bei unterschiedlichen Arten von Unterrichtsstörungen zielgerichtet und pädagogisch wertvoll einzusetzen.
2.1 Definition
In der Literatur finden sich verschiedene Auffassungen darüber, was US sind. Die Antwort auf diese Frage ist von großer Bedeutung, da die Definition bestimmt, wann Ereignisse als Störungen einzustufen sind und wer darüber entscheidet. Eine verbreitete Definition nach WINKEL lautet: „Eine Unterrichtsstörung liegt dann vor, wenn der Unterricht gestört ist, d. h. wenn das Lehren und Lernen stockt, aufhört, pervertiert, unerträglich oder inhuman wird.“. So ist ein Verhalten nur als eine US einzustufen, wenn der Lehr-Lern-Prozess negativ beeinflusst wird. Zusätzlich weist WINKEL darauf hin, dass es keine verbindlichen Kriterien gibt, wann Lehr-Lern-Prozesse gestört sind. Ein Verhalten wird von allen Beteiligten unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert, sodass Lehrkräfte und Schüler selbst entscheiden, wann sie sich in ihrem Lehr-Lern-Prozess gestört fühlen. Um eine willkürliche Einschätzung zu vermeiden, werden Lehrkräfte aufgefordert, von subjektiven Maßstäben Abstand zu nehmen und zu hinterfragen, ob der Unterricht tatsächlich beeinträchtigt wird.
BILLER ist ähnlicher Auffassung und beschreibt US als „Alles, was den Prozess oder das Beziehungsgefüge von Unterrichtssituationen unterbricht oder unterbrechen könnte, (…).“. Auch BILLER definiert US „vom Unterricht aus" und betont, dass Lehrkräfte und Schüler unterschiedlich darüber Urteilen können, ob und in welchem Maße eine Störung vorliegt. Anders als WINKEL empfindet BILLER die subjektiven Wahrnehmungen nicht als eine Störquelle, sondern eine notwendige Bedingung, um von der Existenz einer Störung sprechen zu können. Bei der Beurteilung richten sich Lehrkräfte nach verschiedenen Normmaßstäben, die in sozio-kulturellen, statischen und subjektiven Normen unterscheiden werden können. Soziokulturelle Normen meinen Gesetze, Verhaltensregeln u. Ä., die in der Gesellschaft anerkannt sind, während sich objektive Normen aus dem durchschnittlichen Verhalten einer Gruppe ergeben, die als normal empfunden werden.
1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Problematik von Unterrichtsstörungen ein, verdeutlicht deren negative Auswirkungen auf das Klassenklima sowie die Lehrkraftgesundheit und leitet die Zielsetzung der Arbeit her.
2 Unterrichtsstörungen: Hier werden Definitionen von Unterrichtsstörungen, das Konzept des Lehr-Lern-Prozesses und verschiedene Klassifikationsansätze wissenschaftlich diskutiert.
3 Interventionsmaßnahmen: Das Kapitel erarbeitet Anforderungen an Lehrkräfte bei der Intervention und stellt verschiedene pädagogisch wertvolle lehrerzentrierte sowie kooperative Maßnahmen vor.
4 Zuordnungssystem: Auf Basis der vorangegangenen Kapitel wird ein Zuordnungssystem entwickelt, das verschiedenen Störungsarten und Eskalationsstufen spezifische Interventionsmöglichkeiten zuweist.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die Ergebnisse kritisch und diskutiert den Nutzen des entwickelten Orientierungsrahmens.
Unterrichtsstörungen, Interventionsmaßnahmen, Zuordnungssystem, Pädagogik, Lehrkraft, Klassenklima, Schülerverhalten, Konfliktlösung, Verhaltensmodifikation, Lehr-Lern-Prozess, Eskalationsstufen, Erziehungsauftrag, soziale Kompetenzen, Trainingsraum, Kommunikation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der professionellen Bewältigung von Unterrichtsstörungen durch Lehrkräfte, um den Lehr-Lern-Prozess aufrechtzuerhalten und Schüler in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.
Die zentralen Themen sind die Definition von Störungen, die Bedeutung der Lehrer-Schüler-Beziehung, verschiedene Interventionsmethoden sowie die systematische Zuordnung von Maßnahmen zu konkreten Störungssituationen.
Das Hauptziel ist die Entwicklung eines Zuordnungssystems, das Lehrkräften hilft, intuitives Handeln durch fundierte, pädagogisch wertvolle Interventionsentscheidungen zu ersetzen.
Die Arbeit stützt sich auf lerntheoretische Grundlagen (Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus) sowie auf Konzepte der Konfliktlösung (z.B. nach Gordon) und der Verhaltensmodifikation (nach Redlich/Schley).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Definitionen, Klassifikationen von Störungen) und die praktische Anwendung (Anforderungen an Lehrkräfte und Darstellung von Interventionsmöglichkeiten).
Sie ist durch eine theoretisch fundierte, praxisorientierte Perspektive gekennzeichnet, die nicht nur kurzfristige Störungsbeseitigung, sondern langfristige erzieherische Einflüsse in den Fokus rückt.
Das Trainingsraum-Programm wird als schulorganisatorische Maßnahme angeführt, um Schülern bei intensiven Störungen die Gelegenheit zum eigenverantwortlichen Denken und zur Verhaltensänderung zu bieten.
Hierbei handelt es sich um eine kooperative Methode nach Gordon, bei der Bedürfnisse von Lehrern und Schülern gleichberechtigt kommuniziert werden, um gemeinsam Lösungen zu finden, die alle Beteiligten zufriedenstellen.
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