Diplomarbeit, 2005
77 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Aufbauphase der Atomwirtschaft (1945 - 1967)
2.1 Wissenschaftliche Ausgangssituation
2.2 Akteure in der Wirtschaft
2.2.1 Chemieindustrie
2.2.2 Reaktorbauindustrie
2.2.3 Elektrizitätswirtschaft
2.3 Politische Weichenstellungen
2.4 Rechtlicher Rahmen
2.5 Die Öffentlichkeit und ihre Einstellung zur Atomenergie
2.6 Zwischenfazit
3 Die Ausbauphase der Atomwirtschaft (1967 - 1975)
3.1 Akteure in der Wirtschaft
3.2 Ausgestaltung der Atompolitik
3.3 Die Öffentlichkeit und ihre Einstellung zur Atomenergie
3.3.1 Regionaler Protest am Beispiel der Gemeinde Menzenschwand
3.3.2 Regionaler Protest mit überregionaler Wirkung am Beispiel des Atomkraftwerks Würgassen
3.3.3 Die Entwicklung zur Massenbewegung am Beispiel des Atomkraftwerks Wyhl
3.4 Zwischenfazit
4 Die Stagnationsphase der Atomwirtschaft (1975 - 1986)
4.1 Akteure in der Wirtschaft
4.1.1 Störfälle in Atomkraftwerken: Beispiel Harrisburg (1979)
4.1.2 Störfälle in Atomkraftwerken: Beispiel Tschernobyl (1986)
4.2 Ausgestaltung der Atompolitik
4.3 Die Anti-Atomkraft-Bewegung
4.4 Die Grünen
4.4.1 Grüne Parteigründungen auf Länderebene
4.4.2 Zusammenschluss für die europäischen Wahlen
4.4.3 Gründung der Bundespartei Die Grünen
4.4.4 Das Bundesprogramm von 1980
4.4.5 Erfolge und Misserfolge bei Wahlen
4.4.6 Die innerparteilichen Strömungen bei den Grünen
4.5 Zwischenfazit
5 Die Abbauphase der Atomwirtschaft (1986 - 2002)
5.1 Akteure in der Wirtschaft
5.2 Ausgestaltung der Atompolitik I
5.3 Die Grünen
5.3.1 Das Umbauprogramm von 1986
5.3.2 Die Entstehung von Bündnis 90/ Die Grünen
5.3.3 Die Wahlprogramme 1987 - 1998
5.3.4 Regierungsverantwortung auf Bundesebene
5.4 Ausgestaltung der Atompolitik II
5.5 Die Öffentlichkeit und ihre Einstellung zur Atomenergie
5.6 Zwischenfazit
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Atomwirtschaft in Deutschland im Zusammenhang mit der Entstehung und dem politischen Einfluss der Grünen. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit die Gründung der Grünen mit der Entwicklung der Atomwirtschaft korreliert und welchen politischen Einfluss die Partei auf die Entscheidungsfindung im atomaren Sektor seit ihrer Gründung nehmen konnte.
2.2.1 Chemieindustrie
Ein ernsthaftes Interesse an der Nutzung der Kernenergie gab es am frühesten bei der Chemie. Dabei spielten zwei Firmen in dieser Phase eine wesentlich mitbestimmende Rolle: die Farbwerke Hoechst und die Degussa.
Die Präsenz von Hoechst war geprägt durch das intensive persönliche Engagement vom Vorstandsvorsitzenden Karl Winnacker, der nicht nur die Interessen seines Unternehmens und der Branche repräsentierte, sondern in vielen Fällen die gesamte an der Kerntechnik interessierte Industrie gegenüber der Wissenschaft und dem Staat vertrat: Er gehörte zum Aufsichtsrat der PSG, war der Vertreter der Industrie im Präsidium der Trägergesellschaft für die Reaktorstation in Karlsruhe und im Präsidium der Deutschen Atomkommission. 1959 wurde er Gründungspräsident des DAtF.
Die Degussa, Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt, hielt sich in ihrem Engagement - insbesondere in finanzieller Hinsicht - mehr zurück als der Konkurrent Hoechst. Im Bereich des Kernbrennstoffkreislaufs übte sie jedoch beträchtlichen Einfluss auf die staatliche Förderung und auf die Gestaltung der Atomprogramme aus. 1959 entschloss sich die Degussa, mit ausländischen Partnern eine Tochtergesellschaft speziell für das Nukleargebiet aufzubauen, die NUKEM, Nuklear-Chemie und -Metallurgie GmbH. Mit der Gründung der Tochtergesellschaft ALKEM, Alpha-Chemie und Metallurgie GmbH, 1963 stieg man auch in das Gebiet des Plutoniums ein. Durch die Teilhaberschaft an der 1964 gegründeten Gesellschaft zur Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen (GWK) war die Degussa in den wesentlichen Bereichen des Brennstoffkreislaufes beteiligt.
1 Einleitung: Darstellung der Kernspaltung als technologische Herausforderung und gesellschaftliche Kontroverse sowie Definition der Forschungsfrage zur Wechselwirkung zwischen den Grünen und der Atomwirtschaft.
2 Die Aufbauphase der Atomwirtschaft (1945 - 1967): Analyse der wissenschaftlichen und institutionellen Grundlagen für die zivile Nutzung der Kernenergie nach dem Zweiten Weltkrieg und Aufbau der industriellen Akteure.
3 Die Ausbauphase der Atomwirtschaft (1967 - 1975): Untersuchung der zunehmenden kommerziellen Nutzung durch Energieversorgungsunternehmen und der Entstehung erster lokaler Protestbewegungen gegen den Atomkraftausbau.
4 Die Stagnationsphase der Atomwirtschaft (1975 - 1986): Analyse der Auswirkungen von Reaktorstörfällen, der Radikalisierung des Widerstands und der Gründung sowie programmatischen Entwicklung der Grünen als parlamentarische Kraft.
5 Die Abbauphase der Atomwirtschaft (1986 - 2002): Darstellung der Auswirkungen von Tschernobyl, der Regierungsverantwortung der Grünen und des darauf folgenden politischen Konsenses zum Atomausstieg.
6 Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Entwicklung der Atomwirtschaft unter staatlicher Förderung und des Einflusses der Anti-Atomkraft-Bewegung auf die politische Agenda in Deutschland.
Atomenergie, Die Grünen, Energiewirtschaft, Kernkraftwerke, Anti-Atomkraft-Bewegung, Atomausstieg, Reaktorbauindustrie, Kernspaltung, Politische Entwicklung, Bundesregierung, Tschernobyl, Atomgesetz, Umweltschutz, Energiepolitik, Atomkommission
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Atomwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland von 1945 bis 2002 und untersucht dabei insbesondere die Entstehung und den politischen Einfluss der Partei Die Grünen auf die Atompolitik.
Im Zentrum stehen der industrielle Auf- und Ausbau der Atomkraft, die politische Steuerung durch den Staat sowie die soziopolitische Entwicklung der Anti-Atomkraft-Bewegung und deren organisatorische Ausformung in der Partei Die Grünen.
Die zentrale Fragestellung ist, wie die Entstehung der Grünen mit der Entwicklung der Atomwirtschaft zusammenhängt und inwieweit die Partei seit ihrer Gründung den politischen Prozess und die Entscheidungsfindung im atomaren Sektor beeinflussen konnte.
Die Arbeit stützt sich auf eine historische und politikwissenschaftliche Analyse unter Berücksichtigung von Interessenlagen der Hauptakteure (Politik, Wirtschaft, Öffentlichkeit) in verschiedenen Zeitabschnitten.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Phasen: den Aufbau (1945-1967), den Ausbau (1967-1975), die Stagnationsphase mit dem Aufkommen der Grünen (1975-1986) und die Abbauphase bis hin zum Atomausstiegsbeschluss im Jahr 2000.
Zu den prägenden Begriffen gehören Atomenergie, Die Grünen, Kernkraftwerke, Anti-Atomkraft-Bewegung, Atomausstieg, Atomgesetz und Energiewirtschaft.
Trotz der Katastrophe blieb die Atompolitik der Energieversorgungsunternehmen zunächst weitgehend unbeeinflusst, wobei versucht wurde, durch groß angelegte Imagekampagnen das Vertrauen der Verbraucher zu erhalten und die Kernenergie als klimafreundliche Alternative darzustellen.
Es diente als Grundlage für das Erste Atomprogramm (1958-1962) und sah die Planung und den Bau von fünf verschiedenen Versuchs- bzw. Leistungsreaktoren mit einer Leistung von 500 Megawatt vor.
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