Examensarbeit, 2005
93 Seiten, Note: 1
1 Pause
1.1 Einleitung:
1.2 Definition:
1.3 Anforderungen an die Pause
1.3.1 Zeitlicher Rahmen
1.3.2 Organisation
1.3.3 Pausenhofgestaltung
1.4 Unfälle
2 Das Spiel
2.1 Definitionen
2.2 Voraussetzungen und Bedingungen
2.2.1 Interne Grundlagen
2.2.2 Externe Bedingungen
2.3 Spieltheorien
2.3.1 Klassische Ansätze
2.3.2 Modernere Theorien
2.3.2.1 Psychologische Ansätze:
2.3.2.2 Phänomenologischer Ansatz:
2.3.2.3 Sozialisationstheoretischer Ansatz:
2.3.2.4 Materialistischer Ansatz
2.3.2.5 Jean Piagets Spieltheorie
2.4 Das Spiel in der Reformpädagogik
2.4.1 Maria Montessori
2.4.2 Rudolf Steiner
2.4.3 Peter Petersen
2.5 Spielformen
2.6 Grundschule und Spiel
2.6.1 Entwicklungsphase Schulalter und Spiel
2.6.2 Veränderte Kindheit
2.6.2.1 Bewegung
2.7 Pausenspiel
3 Die Grundschule an der Bergmannstraße
3.1 Daten
3.2 Pause an der Bergmannschule
3.3 Das Projekt „Pause mit Pfiff“
3.4 Evaluation
3.4.1 Schülerfragebögen
3.4.3 Lehrerfragebögen
3.5 Weitere Möglichkeiten und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Spiel und Bewegung für die Pausengestaltung an Grundschulen, mit dem Ziel, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Pause als Lebensraum für Kinder sinnvoll und entwicklungsgemäß gestaltet werden kann, um Lern- und Bewegungsdefizite auszugleichen und die Freude am Schulalltag zu fördern.
2.3.2.5 Jean Piagets Spieltheorie
Piagets Spieltheorie (auch kognitive S.) lässt sich in die Reihe der entwicklungspsychologischen Ansätze einordnen. Ein wichtiges Forschungsgebiet Piagets war ja die Intelligenzentwicklung des Kindes, woraus er auch diese Theorie ableitete.
Jean Piaget postuliert, dass Spielen „allein durch eine spezifische Orientierung des Verhaltens“ gekennzeichnet ist.
Allerdings spielt auch die Umwelt für ihn eine wichtige Rolle, da sie und das Kind in ständigem Bezug und Austausch stehen. Hierbei wird das Kind geprägt.
Um weitere Zusammenhänge in punkto Spiel deutlich machen zu können verwendet Piaget wieder die von ihm geprägten Schlüsselbegriffe Assimilation, Akkomodation und Äquilibration.
Assimilation bedeutet hier, dass das Kind die Umwelt, bzw. Geschehnisse in seine schon vorhandenen kognitiven Strukturen aufnimmt und sie eingliedert. Das Neue kann also bloß mit Hilfe von Bekanntem verstanden und verarbeitet werden.(Ein entsprechender Vergleich aus der Biologie wäre die Nahrungsverwertung/Verdauung.)
Bei dem Prozess der Akkomodation hingegen werden neue Ereignisse oder Erfahrungen so aufgefasst, bzw. gedeutet, dass vorhandene Strukturen geändert werden (vgl. hier z.B. die Akkomodation des Auges bei Lichteinfall). Hier passt sich also der Organismus mit seinen Schemata an die (neuen) Umweltanforderungen an. Aus diesen beiden Prozessen kann sich dann schließlich die Äquilibration ergeben, welche einer Gleichgewichtssituation (bzw. –herstellung) entspricht.
Im Bezug auf den Spielprozess sagt Piaget, dass er sich ständig zwischen den Extremen Akkomodation und Assimilation bewege, jedoch könne man erst vom wahren Spiel sprechen, wenn die Assimilation überwiege.
1 Pause: Dieses Kapitel definiert die Schulpause als erzieherischen Raum, erörtert Anforderungen an Organisation und Pausenhofgestaltung sowie die Problematik von Pausenunfällen.
2 Das Spiel: Hier werden verschiedene psychologische und pädagogische Spieltheorien beleuchtet und die Bedeutung des Spiels in der kindlichen Entwicklung sowie der Reformpädagogik dargelegt.
3 Die Grundschule an der Bergmannstraße: Dieses Kapitel stellt das spezifische Projekt „Pause mit Pfiff“ an einer Münchner Grundschule vor, evaluiert dessen Erfolg durch Befragungen und gibt einen Ausblick auf Weiterentwicklungsmöglichkeiten.
Grundschule, Pause, Schulpause, Pausengestaltung, Spiel, Spieltheorie, Pausenhof, Bewegungsdrang, Schülerbefragung, Evaluation, Grundschule an der Bergmannstraße, Pause mit Pfiff, Bewegung, Sozialverhalten, Spielformen
Die Arbeit untersucht, wie eine Pause an Grundschulen gestaltet sein muss, um dem Bedürfnis von Kindern nach Spiel und Bewegung gerecht zu werden und somit zu einem freudvolleren und gesünderen Schulleben beizutragen.
Die Arbeit verknüpft theoretische Grundlagen zum kindlichen Spiel mit den praktischen Anforderungen der Schulorganisation und der Pausengestaltung, inklusive einer Fallstudie an einer konkreten Grundschule.
Das Ziel ist es, auf Basis theoretischer Erkenntnisse und einer praktischen Evaluation aufzuzeigen, wie Pausenspiele und die Pausenumgebung so gestaltet werden können, dass sie das Wohlbefinden und die Entwicklung der Kinder fördern.
Es handelt sich um eine Kombination aus einer Literaturanalyse zu pädagogischen und entwicklungspsychologischen Spieltheorien sowie einer empirischen Fallstudie durch Schüler- und Lehrerbefragungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Spielbegriffs und der Spieltheorien sowie eine detaillierte Analyse der Situation an der Grundschule an der Bergmannstraße, inklusive der praktischen Umsetzung des Projekts „Pause mit Pfiff“.
Zentrale Begriffe sind Pausengestaltung, Spielpädagogik, Bewegungsförderung, Evaluation von Schulprojekten sowie die Berücksichtigung kindlicher Bedürfnisse in der Schulumwelt.
Es dient als praxisnahes Fallbeispiel für eine gelungene Pausengestaltung, an dem sich konkrete Erfolge, aber auch Herausforderungen bei der Implementierung von Spielgeräten und Ausleihsystemen aufzeigen lassen.
Die Befragungen zeigen eine überwiegend sehr positive Resonanz auf das Projekt. Sowohl Schüler als auch Lehrer bestätigen eine Verbesserung des sozialen Miteinanders, weniger Streit und eine Steigerung des Bewegungsanteils in der Pause.
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