Masterarbeit, 2015
115 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen: Skandalberichterstattung und Krisenkommunikation
2.1 Medienskandal
2.1.1 Definition: Skandal
2.1.2 Entstehung eines Skandals: Der Dreischritt
2.1.3 Skandal vs. Medienskandal
2.1.4 Verlauf eines Medienskandals: Die Skandaluhr
2.1.5 Akteure eines Medienskandals: Die Skandaltriade
2.1.5.1 Held vs. Antiheld
2.1.5.2 Helfer
2.1.5.3 Erzähler
2.1.6 Mechanismen eines Medienskandals
2.1.6.1 Episodisierungsstrategien
2.1.6.2 Implementierung von Moral
2.1.6.3 Politisierungsmechanismen
2.1.6.4 Systematisierungsstrategien
2.1.7 Zwischenfazit: Medienskandal
2.2 Krisenkommunikation
2.2.1 Definition: Krise
2.2.1.1 Status quo der Krisenkommunikation
2.2.1.2 Ziele der Krisenkommunikation
2.2.1.3 Phasen und Maßnahmen der Krisenkommunikation
2.2.1.3.1 Ist ein Phasenmodell der Krisenkommunikation praktikabel?
2.2.1.4 Anspruchsgruppen
2.2.2 Reputation - Eine fragile Ressource
2.2.3 Vertrauen als Steuerungsgröße
2.2.4 Zwischenfazit: Krisenkommunikation
3 Die Causa Hoeneß
3.1 Chronologie der Ereignisse
3.1.1 Vor dem Skandal
3.1.2 Beginn der Recherchen und Hoeneß’ Selbstanzeige
3.1.3 Die Berichterstattung zum Fall setzt ein
3.1.4 Hoeneß’ Reaktion und seine Rolle beim FC Bayern München
3.1.5 Neue Erkenntnisse im Fall
3.1.6 Anklage gegen Hoeneß
3.1.7 Tag 1 des Prozesses
3.1.8 Tag 2 des Prozesses
3.1.9 Tag 3 des Prozesses
3.1.10 Tag 4 des Prozesses
3.2 Akteure
3.2.1 Uli Hoeneß
3.2.2 Der Aufsichtsrat des FC Bayern München
3.2.3 FC Bayern München
3.2.4 Staatsanwalt Achim von Engel
3.2.5 Richter Rupert Heindl
3.2.6 Verteidigung
3.2.7 Familie
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Quantitative Analyse
4.2 Auswahl der Medien
4.3 Gibt es im Fall Hoeneß Skandalpotential?
4.3.1 Der Skandalisierte
4.3.2 Skandalisierer
4.3.3 Publikum/ Sprecher
4.3.4 Dramaturgischer Aufbau des Falls
4.4 Inwieweit greifen die Mechanismen eines gelungenen Skandals?/ Wie sieht die entsprechende Krisenkommunikation aus?
4.4.1 Zeitabschnitt 1- Medien bekommen Wind vom Fall/ Hoeneß bestätigt Selbstanzeige
4.4.1.1 Quantitative Analyse
4.4.1.2 DIE ZEIT
4.4.1.3 stern
4.4.1.4 Focus
4.4.1.5 DER SPIEGEL
4.4.1.6 Zwischenfazit
4.4.1.7 Krisenkommunikation Hoeneß
4.4.2 Zeitabschnitt 2- DIE ZEIT Interview
4.4.2.1 Quantitative Analyse
4.4.2.2 DIE ZEIT
4.4.2.3 stern
4.4.2.4 Focus
4.4.2.5 DER SPIEGEL
4.4.2.6 Zwischenfazit
4.4.2.7 Krisenkommunikation Hoeneß
4.4.3 Zeitabschnitt 3- Prozess
4.4.3.1 Quantitative Erhebung
4.4.3.2 DIE ZEIT
4.4.3.3 stern
4.4.3.4 Focus
4.4.3.5 DER SPIEGEL
4.4.3.6 Zwischenfazit
4.4.3.7 Krisenkommunikation
4.5 Gesamtfazit
Die Masterarbeit untersucht das Phänomen des Medienskandals anhand des Fallbeispiels der Steueraffäre um Uli Hoeneß. Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die aktuelle Skandalkultur zu entwickeln und zu analysieren, wie sich die mediale Berichterstattung über den Fall Hoeneß entwickelte, inwieweit dabei die klassischen theoretischen Skandalmechanismen greifen und wie professionell die Krisenkommunikation des Protagonisten gestaltet war.
2.1.1 Definition: Skandal
Um den Skandal als soziales Phänomen greifbar zu machen, ist es zunächst notwendig, damit einhergehende und teilweise jahrhundertealte profane, moralische bis religiöse Konnotationen zu betrachten. Der Terminus „Skandal“ leitet sich vom altgriechischen Wort „Skandalon“ ab, welches das Stellholz einer zuschnellenden Tierfalle bezeichnet (vgl. LINDBLOM 1921:6). Im Mittelalter und der frühen Neuzeit verweist der religiös geprägte Skandalbegriff auf kirchliche Sünden (vgl. BURKHARDT 2006:66). Martin Luthers Übersetzung als „Anstoß“ zeigt erstmals eine weltlichere Bedeutungsdimension und nimmt die heutige Verwendung des Skandalbegriffes vorweg (vgl. IMHOF et al. 2014:344). Die säkularisierte Begriffserläuterung, die nun generell auf moralische Verfehlungen oder auch den Reiz dazu hinweist, lässt sich insbesondere ab dem 18. Jahrhundert beobachten (vgl. BURKHARDT 2006:72). Burkhardt stellt fest, dass im Laufe zahlreicher gesellschaftlicher Transformationsprozesse aus der konkreten Grundbedeutung des Stellholzes einer Tierfalle eine abstrakt-metaphorische Begriffsverwendung wurde und der Skandal somit zum öffentlichen Ärgernis schlechthin (vgl. BURKHARDT 2006:60, 63, 70).
Es scheint, als wäre das, was als skandalträchtig gilt, historisch bedingt, denn das Prinzip des Skandals, hat sich in den letzten zwei Jahrhunderten im Kern nicht verändert (vgl. BULKOW/PETERSEN 2011:10). So bezeichnet der Skandal Gesetzesüberschreitungen aller Art und die Ursache allen Unheils per se (vgl. BURKHARDT 2006:67ff.). Als leeres Signifikant wird er zu einem vereinheitlichenden Zeichen für alles, was das System gefährdet. Er macht Normverletzungen sichtbar und produziert öffentliche Empörung über ein vermeintliches Fehlverhalten (vgl. ebd. 2006:67f.). Als soziales Phänomen konturiert der Skandal den idealen Verhaltenskodex sowie die gegenwärtig geltende soziale Norm und schafft somit einen „etablierten Deutungsrahmen“ (ebd. 2006:76) für menschliche Verfehlungen. Somit ist der Skandal immer in seinem jeweiligen sozialen Kontext abzubilden, da er ohne die Definitionsmacht menschlicher Sinnerzeugnisse nicht denkbar ist (vgl. ebd. 2006:74).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Skandalberichterstattung ein und formuliert die forschungsleitenden Fragen in Bezug auf den Fall Uli Hoeneß.
2 Theoretische Grundlagen: Skandalberichterstattung und Krisenkommunikation: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Medienskandal und Krise und erläutert theoretische Modelle zu deren Entstehung, Verlauf und Bewältigung.
3 Die Causa Hoeneß: Dieses Kapitel dokumentiert den chronologischen Ablauf der Steueraffäre um Uli Hoeneß und beleuchtet die für den Fall relevanten Akteure.
4 Methodisches Vorgehen: Hier wird das methodische Vorgehen der empirischen Analyse dargelegt, welches auf quantitativen und qualitativen Auswertungen von Medienberichten basiert.
Medienskandal, Krisenkommunikation, Uli Hoeneß, Steuerhinterziehung, Journalismus, Berichterstattung, Reputation, Vertrauen, Skandalmechanismen, Fallanalyse, Medienöffentlichkeit, Skandalisierung, Krisenmanagement, Stakeholder, Moral.
Die Arbeit analysiert die mediale Berichterstattung über die Steueraffäre von Uli Hoeneß und untersucht, wie dieses Ereignis als Medienskandal konstruiert wurde und wie die Krisenkommunikation des Betroffenen verlief.
Die Arbeit verknüpft medienwissenschaftliche Theorien zur Skandalentstehung und Krisenkommunikation mit einer detaillierten chronologischen Aufarbeitung des Falls Hoeneß und einer empirischen Analyse von Printmedien-Beiträgen.
Ziel ist es, ein Verständnis für die aktuelle Skandalkultur zu schaffen und zu prüfen, inwiefern der Fall Hoeneß theoretischen Mustern der Medienskandal-Forschung folgt oder von diesen abweicht.
Die Arbeit kombiniert eine quantitative und qualitative Analyse der Medienberichterstattung in führenden deutschen Printmedien (DER SPIEGEL, DIE ZEIT, stern, Focus) innerhalb spezifischer Zeitabschnitte.
Der Hauptteil erarbeitet theoretische Grundlagen, dokumentiert chronologisch die Ereignisse rund um Uli Hoeneß, stellt die Akteure vor und analysiert in der empirischen Untersuchung die mediale Skandalisierung sowie die Krisenkommunikation des Protagonisten.
Wesentliche Begriffe sind Medienskandal, Krisenkommunikation, Uli Hoeneß, Steuerhinterziehung, Skandalisierung und mediale Berichterstattung.
Die Arbeit zeigt, dass der Aufsichtsrat als wichtige Konstante fungierte, indem er Hoeneß unterstützte und durch offizielle Statements zur Beruhigung der Lage beitrug, was als vertrauensfördernd im Sinne der Krisenkommunikation gewertet wird.
Der Fall wies aufgrund der anfangs zögerlichen Berichterstattung und der starken Diskrepanz zwischen den Informationen zur Steuerhinterziehung und dem etablierten Image von Hoeneß als moralische Instanz keinen idealtypischen, kontinuierlichen Phasenverlauf auf, sondern entwickelte sich zeitweise wie ein Skandal im zweiten Anlauf.
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