Bachelorarbeit, 2016
43 Seiten, Note: 1,1
1. Interindividuelle Einflüsse auf Verschwörungsdenken – Ergebnisse einer psychologischen Fragebogenuntersuchung
1.1 Gegenstandsbestimmung und empirische Befundlage
1.1.1 Politische Selbstwirksamkeitsüberzeugungen
1.1.2 Ambiguitätstoleranz
1.1.3 Mediennutzung
1.1.4 Visuelle Vorstellungskraft
1.2 Hypothesen
2. Methodik
2.1 Stichprobenbeschreibung
2.2 Konstrukte und Messinstrumente
2.3 Durchführung und statistische Verfahren
3. Ergebnisse
3.1 Interkorrelationen
3.2 Faktorielle Validierung der Messinstrumente
3.3 Strukturgleichungsmodellierung
4. Diskussion
4.1 Methodische- und Generalisierbarkeitsaspekte
4.2 Implikationen und Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht interindividuelle Korrelate sowie Einflussfaktoren auf das generische Verschwörungsdenken in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, psychologische Mechanismen zu identifizieren, die erklären, warum Menschen dazu neigen, Ereignisse durch Verschwörungstheorien zu interpretieren, wobei der Fokus auf Persönlichkeitsmerkmalen und sozio-politischen Überzeugungen liegt.
1. Interindividuelle Einflüsse auf Verschwörungsdenken – Ergebnisse einer psychologischen Fragebogenuntersuchung
Seit den 1990er Jahren ist eine vermehrte Ausbreitung und Popularisierung von Verschwörungstheorien (VTn) in westlichen und anderen Gegenwartskulturen zu verzeichnen (Aupers, 2012). Hierbei weisen VTn über den historischen Verlauf eine zunehmende Variabilität hinsichtlich ihrer zentralen Inhalte und ihres Erklärungsumfangs auf (Sonntag, 2014), da bis in die 1950er Jahre typischerweise Juden, Muslime und andere spezifische soziale Gruppen jahrhundertelang als gesellschaftliche Bedrohung diffamiert wurden. Jüngst werden dagegen insbesondere Institutionen der modernen Gesellschaft zum dominanten Projektionsgegenstand von VTn, wie z.B. Wirtschaftsunternehmen, der politische Apparat und der Staat selbst (Aupers, 2012).
VTn sind dabei zunächst als Überzeugungssysteme zu verstehen, anhand derer gegenwärtige oder historische Ereignisse, kollektive Erfahrungen oder gesellschaftliche Entwicklungen als Folge einer Verschwörung interpretiert werden (Anton, Schetsche & Walter, 2013). Damit werden einerseits verhaltensbezogene Aspekte bezüglich ihrer gesellschaftspolitischen Tragweite impliziert. Andererseits wird ihr (un-)gerechtfertigter Wissensstatus sowie ihr Inhalt als Untersuchungsgegenstand angesprochen (Anton et al., 2013). Beide Aspekte waren Bestandteil vergangener psychologischer Untersuchungen, in denen der Glaube an spezifische VTn hinsichtlich seiner Einflussfaktoren (Bartoschek, 2015; Moulding et al., 2016; Stempel, Hargrove & Stempel, 2007) und Auswirkungen untersucht wurde (Goertzel, 1994; Jolley & Douglas, 2014; Wood, Douglas & Sutton, 2012).
1. Interindividuelle Einflüsse auf Verschwörungsdenken – Ergebnisse einer psychologischen Fragebogenuntersuchung: Einführung in die Thematik der Verschwörungstheorien und Darlegung des aktuellen Forschungsstandes zu relevanten Konstrukten.
2. Methodik: Beschreibung der Stichprobe, der eingesetzten Messinstrumente sowie der verwendeten statistischen Analyse- und Durchführungsverfahren.
3. Ergebnisse: Präsentation der statistischen Auswertungen inklusive Interkorrelationen und der Ergebnisse der Strukturgleichungsmodellierung.
4. Diskussion: Interpretation der Befunde im Hinblick auf die Hypothesen, Reflexion methodischer Aspekte und Ableitung praktischer Implikationen für zukünftige Forschungen.
Verschwörungsdenken, Verschwörungstheorien, Politische Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, Ambiguitätstoleranz, Mediennutzung, Visuelle Vorstellungskraft, Strukturgleichungsmodellierung, Psychologische Korrelate, Kontrollüberzeugungen, Soziale Kognition, Persönlichkeitspsychologie.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung individueller Einflussfaktoren auf das sogenannte generische Verschwörungsdenken innerhalb der deutschen Bevölkerung.
Im Zentrum stehen politische Selbstwirksamkeit, Ambiguitätstoleranz, der Einfluss von Medien sowie die kognitive Fähigkeit zur visuellen Vorstellungskraft.
Die Arbeit untersucht, welche interindividuellen Korrelate (wie politische Überzeugungen und Toleranz gegenüber Unklarheit) mit der Neigung zu Verschwörungsdenken zusammenhängen und wie diese psychologisch einzuordnen sind.
Der Autor führte eine quantitative Online-Fragebogenuntersuchung mit 437 Teilnehmenden durch und wertete die Daten mittels Pearson-Korrelationen sowie Strukturgleichungsmodellierung aus.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung der Erhebung, die detaillierte Darstellung der Ergebnisse sowie eine kritische Diskussion der Befunde im Kontext der bestehenden psychologischen Literatur.
Schlüsselbegriffe sind generisches Verschwörungsdenken, politische Selbstwirksamkeit, Mediennutzung und Ambiguitätstoleranz.
Die Studie belegt einen signifikanten negativen Zusammenhang zwischen sowohl internalen als auch externalen politischen Selbstwirksamkeitsüberzeugungen und der Neigung zu Verschwörungsdenken.
Entgegen der ursprünglichen Annahme zeigte sich in der Untersuchung keine Bestätigung für einen positiven Zusammenhang; vielmehr ergaben sich teilweise gegenläufige, negative Assoziationen.
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