Diplomarbeit, 2016
260 Seiten, Note: 2
1 Theoretischer Teil (Literaturstudie)
1.1 Sprache, Schule und Kultur
1.1.1 Einleitung zu „Sprache, Schule und Kultur“
1.1.2 die kulturellen und persönlichkeitsbezogenen Lernvoraussetzungen von Kroatischschülern Zusammenhang zwischen Motivation und Identität
1.1.3 Unterricht und Lehrmittel als kulturelle Phänomene und wissenschaftliche Implikationen für den Unterricht
1.1.4 Der Kroatische Kroatischunterricht und seine Implikationen für das Lehrfach Kroatisch als „Fremdsprache“
1.2 Der Forschungsstand zu Kroatisch als Fremdsprache
1.2.1 Kroatisch als Zweit- und Fremdsprache
1.2.2 Linguistischer Zugang zum Spracherwerb
1.2.3 Möglichkeiten und Grenzen für Zweit- und Fremdsprachen
1.2.4 Wissenschaftliche Disziplinen und Theorien, die sich mit der Mehrsprachigkeit befassen
1.2.5 Erst –und Zweitsprache
1.2.6 Wesentliche Aspekte des Lernens bzw. Lehrens von Zweit- und Fremdsprachen
1.2.7 Psychologische und linguistische Theorien als Hintergrund des Sprachunterrichts
1.2.8 Lerntypen
1.2.9 Eklektischer Zugang zum Fremdsprachenunterricht
1.2.10 Mehrsprachigkeit als Folge der Landeskultur und des Trends zur internationalen Mobilität
1.2.11 Argumente für den Kroatischunterricht in Österreich
1.2.12 Mehrsprachigkeit als Vorteil beim Erlernen des Kroatischen
1.2.13 Unterschiede in den Kroatischkenntnissen von Muttersprachlern und Zweisprachigen
1.2.14 Sprachverhalten von Ausländern in Kroatien
1.2.15 Mehrsprachige Sprecher des Kroatischen außerhalb Kroatiens
1.2.16 Kroatisch als Zusatzsprache heute
1.2.17 Kroatisch für Ausländer in Kroatien
1.2.18 Die Universitäre Schule für Kroatisch in Zagreb als Vorbild für den österreichischen Kroatischunterricht
1.3 Identitäten von Schülern
1.3.1 Zukunftserwartungen als motivierende Identität
1.3.2 Weitere Zusammenhänge zwischen Motivation und selbstbezogenen Eigenschaften des Lernenden
1.3.3 Die Identität von Sprachlehrern und ihr Einfluss auf die Schüler
1.3.4 Kulturpsychologische Motivationserklärungen
1.3.5 Das motivierende Interesse an internationalen Beziehungen
1.3.6 Gesellschaftliche Hintergründe der Identitäten von Lernenden
1.3.7 Identitäten von Kroaten und die europäische Integration als Lernhintergrund des Kroatischunterrichts in Österreich
1.3.8 Besonderheiten der Identität von Kroatischschülern mit Migrationshintergrund
1.3.9 Schulgeschichtliche Fallstudien
2 Empirischer Teil
2.1 Fragebogen und korrelationen in der Kroatistik
2.1.1 Fragebogenforschung in der Kroatistik
2.1.2 Interpretative und quantitative Auswertung einer Umfrage unter Kroatischschülern
2.1.3 Methode und Stichprobe
2.1.4 Statistische Auswertung
2.1.5 Zusammenhänge zwischen den Angaben der Befragten
2.1.6 Die Durchschnittszustimmung als Maß für die zustimmende Beantwortung des Fragebogens
2.1.7 Lerndauer
2.1.8 Die acht inhaltlich unterschiedlichen Bereiche des Fragebogens
2.1.9 Überblick über die Umfrageergebnisse mit Tabellen
2.1.10 Korrelationen zwischen Items in verschiedenen Untergruppen
2.2 Empirische Überprüfung der Gruppierung der Fragebogenitems zu Fragebereichen
2.2.1 Die Reliabilitätsanalyse und ihre Ziele
2.2.2 Unterschiede zwischen deutschsprachigen und B/K/S-sprachigen ProbandInnen
2.2.3 Diskussion der mathematischen Analysen
2.2.4 Ein gekürzter Fragebogen
Die vorliegende Arbeit untersucht den österreichischen Kroatischunterricht im Spannungsfeld von Sprach- und Kulturwissenschaften, wobei das primäre Ziel darin besteht, den Zusammenhang zwischen der Identität und der Lernmotivation der Schüler zu erforschen und zu analysieren, wie soziokulturelle Faktoren den Spracherwerb beeinflussen.
1.1.2 DIE KULTURELLEN UND PERSÖNLICHKEITSBEZOGENEN LERNVORAUSSETZUNGEN VON KROATISCHSCHÜLERN ZUSAMMENHANG ZWISCHEN MOTIVATION UND IDENTITÄT
Obwohl schulische Leistungen von vielen Faktoren bedingt sind, obwohl es empirisch belegt ist, dass etwa ein negatives Klassenklima sich schädlich auf das Lernen auswirkt, kommt dem bereichsspezifischen Selbstbild (in unserem Fall der Überzeugung eines Schülers, für Sprachen – somit auch Kroatisch – begabt zu sein) eine wichtige Rolle zu. Dieses Selbstbild des Schülers ist nämlich ein wichtiger Faktor seiner Motivation und steht im Zusammenhang mit seiner Kultur und Identität.
Stärker als die Schule prägt die Familie Leistungsmotivation und Selbstbild der Schüler. In dieser Hinsicht spielen Anregungsvariablen wie Auslandsaufenthalte oder die Zweisprachigkeit sowie der Status und Lebensstil der Eltern, kurz gesagt die „Familienidentität“, eine Rolle.
Es ist auch empirisch erwiesen, dass das Erziehungsverhalten als Lernförderung die Leistungsmotivation der Erzogenen erhöht. Die Urteilsfähigkeit der Eltern und Schüler bezüglich sprachlicher Leistungen ist allerdings nicht immer gegeben.
Außerdem erschwert es die Feststellung des Zusammenhangs zwischen familiärer Anregung und Lernerfolg, dass Leistung und Begabung nicht korrelieren. Fehlende Konzentration und Bemühung eines Schülers ist auch bei guten kulturellen Voraussetzungen zum Lernen möglich.
Die Gesellschaft prägt nicht weniger als die Familie die Identität des Schülers, indem sie über Sprachpolitik und Schule Sprachanforderungen an ihn stellt und seine Sprachgewohnheiten formt.
1 Theoretischer Teil (Literaturstudie): Dieser Abschnitt bietet einen umfassenden Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Fremdsprachenunterricht und beleuchtet soziokulturelle sowie psychologische Faktoren, die das Lernen von Kroatisch beeinflussen.
2 Empirischer Teil: Dieser Teil widmet sich der statistischen Auswertung einer Fragebogenstudie, die Korrelationen zwischen Lernmotivation, Identität und den Rahmenbedingungen des Kroatischunterrichts untersucht.
Kroatischunterricht, Lernmotivation, Identität, Zweisprachigkeit, Schulkultur, Fremdsprachendidaktik, Migrationshintergrund, Fragebogenuntersuchung, Sprachselbstbild, Interkulturelle Kompetenz, österreichisches Schulwesen, Mehrsprachigkeit, Lernerfolg.
Die Arbeit analysiert den österreichischen Kroatischunterricht und untersucht, wie die Identität und Motivation der Lernenden ihr Lernverhalten und den Lernerfolg beeinflussen.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Sprache in Kultur und Schule, die Bedeutung des Familienmilieus, verschiedene Motivationstypen beim Sprachenlernen sowie die Auswirkungen politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
Das Ziel ist es, durch die Verknüpfung von Literaturstudie und empirischer Fragebogenuntersuchung aufzuzeigen, wie unterschiedliche soziokulturelle Hintergründe die Einstellung zu Kroatisch als Fremdsprache prägen.
Neben einer ausführlichen Literaturanalyse wird eine empirische Fragebogenuntersuchung unter Schülern der HAK Grazbachgasse durchgeführt und statistisch mittels Korrelations- und Reliabilitätsanalysen ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung soziokultureller und psychologischer Aspekte des Fremdsprachenunterrichts sowie in einen empirischen Teil, der die Auswertung der Fragebogendaten darlegt.
Wichtige Begriffe sind Kroatischunterricht, Lernmotivation, Identität, Zweisprachigkeit und Schulkultur.
Die Arbeit zeigt, dass die „Familienidentität“ – etwa durch Zweisprachigkeit oder den Bildungsstatus der Eltern – einen stärkeren prägenden Einfluss auf die Motivation und das Selbstbild der Schüler ausübt als die schulischen Rahmenbedingungen allein.
Die Studie verdeutlicht, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund ihre Identität aus verschiedenen kulturellen Teilbereichen konstruieren, was eine starke, wenn auch komplexe Motivationsgrundlage für den Erhalt der Herkunftssprache bilden kann.
Die Arbeit stellt fest, dass Kroatisch aufgrund seiner vergleichsweise geringen Verankerung in der österreichischen Kultur und der spezifischen Anforderungen an die Didaktik oft analog zu einer Fremdsprache gelehrt wird, wobei jedoch auf die spezifischen Identitätsbedürfnisse der Lernenden eingegangen werden muss.
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