Bachelorarbeit, 2015
35 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Baugeschichte
3. Baubeschreibung
a) Grundriss
b) Raumtypus
4. Fassade
5. Conclusio
Diese Bachelorarbeit untersucht die architekturgeschichtliche Bedeutung der St. Michaels Kirche in München als Schlüsselbau der Gegenreformation und Wegbereiterin für den süddeutschen Barock. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die komplexe Einordnung des Baus zwischen Renaissance und Barock sowie die Analyse des spezifischen Raumtypus und des politisch-dynastischen Fassadenprogramms.
b) Raumtypus
Über den Raumtypus von St. Michael verrät uns der Grundriss nicht sehr viel, außer dass man es hier entweder mit dem Typus der Saal- oder der Wandpfeilerkirche zu tun hat und nicht mehr mit einer ein- oder mehrschiffigen Hallenkirche oder Basilika. Allgemein handelt es sich im Wandaufriss des Langhauses beidseitig um je drei Kapellen über denen sich Emporen befinden, die durch Pfeiler mit Figurennischen voneinander getrennt werden (Abb. 8).
Um der Frage, Saal- oder Wandpfeilerkirche, nachzugehen, erachte ich es für sinnvoll, die wichtigsten Charakteristika der beiden Typen aufzuzeigen, um die Unterschiede festzumachen. Die Saalkirche zeichnet sich hauptsächlich durch ein durchlaufendes Gebälk mit subordinierten Pfeilern aus sowie einem geschlossenen tonnengewölbten Hauptraum, der links und rechts mit durchgehenden Mauern umlaufen ist, die durch Seitenkapellen geöffnet sind. Vor allem der wesentlich stärker ausgeprägte Wandcharakter des Saalraums stellt einen bedeutenden Unterschied zur Wandpfeilerkirche dar23. Ein Beispiel hierfür wäre die Kirche S. Ignazio in Rom (ab 1626) (Abb. 9).
1. Einleitung: Die Einleitung verortet St. Michael als gegenreformatorisches Hauptwerk in München und skizziert den aktuellen Forschungsstand sowie die Fragestellungen zur Epochenzuordnung und dem Raumtypus.
2. Baugeschichte: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Kirche unter Herzog Wilhelm V., den Einfluss der Jesuiten sowie die maßgeblichen Änderungen durch den Einsturz des Turms 1590.
3. Baubeschreibung: Hier wird der bauliche Grundriss sowie die komplexe Definition des Raumtypus im Vergleich mit anderen Jesuitenbauten eingehend analysiert.
4. Fassade: Das Kapitel widmet sich der architektonischen und programmatischen Gestaltung der Fassade, wobei insbesondere die Funktion als politisches Machtinstrument hervorgehoben wird.
5. Conclusio: Die Conclusio fasst die Rolle von St. Michael als Initialbau der süddeutschen Sakralarchitektur zusammen und bestätigt die Sonderstellung des Baus zwischen verschiedenen architektonischen Stilen.
St. Michael München, Jesuitenkirche, Gegenreformation, Wandpfeilerkirche, Saalkirche, Baugeschichte, Architektur, Fassade, Wilhelm V., Barock, Renaissance, Manierismus, Raumtypus, Baustatik, Sakralarchitektur.
Die Arbeit analysiert die kunsthistorische Bedeutung der St. Michaels Kirche in München und ihren Einfluss auf die Entwicklung der Architektur in Süddeutschland.
Die zentralen Schwerpunkte bilden die Baugeschichte, die architektonische Typologie (Raumtypus) und das politische sowie religiöse Bildprogramm der Fassade.
Ziel ist es, die spezifische Position der Kirche zwischen den Epochen der Renaissance und des Barock zu bestimmen und ihre Bedeutung als Vorbildbau zu klären.
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der Grundrisse und Wandaufrisse von St. Michael mit Referenzbauten wie S. Ignazio in Rom oder der Jesuitenkirche in Dillingen verglichen werden.
Im Hauptteil werden neben den baulichen Phasen vor allem die strukturellen Merkmale des Wandpfeilersystems und die symbolische Bedeutung der Nischenfiguren an der Fassade analysiert.
Neben St. Michael, Gegenreformation und Wandpfeilerkirche sind Begriffe wie Machtlegitimation, Architekturtheorie und Jesuitische Sakralarchitektur maßgeblich.
Die Autorin argumentiert, dass der Bau Merkmale sowohl der Renaissance als auch spätgotischer Traditionen aufweist, weshalb eine einfache Zuordnung problematisch ist.
Die Fassade dient weniger rein sakralen Zwecken, sondern agiert als politisches Propagandainstrument des Herzogs Wilhelm V. zur Machtlegitimation.
Während der Innenraum primär jesuitischen, religiösen Bedürfnissen folgt, repräsentiert das Äußere den politischen Machtanspruch des weltlichen Auftraggebers.
Die Autorin diskutiert diesen Begriff kritisch und schlägt vor, St. Michael eher als Vorstufe der klassischen Wandpfeilerkirche zu begreifen, da der Bautypus zu dieser Zeit noch in der Entwicklung war.
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