Diplomarbeit, 2004
89 Seiten, Note: 1,3
2. Einleitung
2.1 Motivation
2.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung
3. Der Sekundärmarkt für Lebensversicherungen
3.1 Geschlossene Beteiligungen
3.1.1 Abgrenzung zu offenen Fonds
3.1.2 Der Markt geschlossener Beteiligungen
3.1.3 Rechtsform geschlossener Beteiligungen
3.1.4 Steuerliche Qualifizierung
3.2 Zweitmarktbeteiligungen in Lebensversicherungen
3.2.1 Entstehung des amerikanischen Markts
3.2.2 Die Angebote an Versicherungen im Primärmarkt
3.2.3 Funktionsweise des Zweitmarkts
3.2.4 Marktdaten
3.2.5 Marktpotentiale und Grenzen
4. Volkswirtschaftliche Marktbetrachtung
4.1 Theorie der Versicherungsnachfrage und des Angebots
4.1.1 Risikotransformation
4.1.2 Risikoaversion
4.2 Preisbildungstheorie auf Versicherungsmärkten
4.2.1 Äquivalenzprinzip
4.2.2 Aktuarisch faire Prämien
4.2.3 Lebensversicherungsprämien
4.2.4 Veränderung des Gesundheitsstatus
4.3 Marktversagen
4.3.1 Modell der vollständigen Konkurrenz
4.3.2 Monopolistischer Markt
4.3.3 Rent seeking behavior
4.3.4 Adverse Auslese
4.3.5 Transaktionskosten
4.4 Einfluss von Zweitmärkten
4.4.1 Liquiditätserhöhung
4.4.2 Marktanpassungsprozesse
4.5 Einfluss staatlicher Regulierung
4.6 Volkswirtschaftliche Potentiale und Grenzen
5. Investitionskriterien aus Sicht des Anlegers
5.1 Chancen und Risiken der Beteiligungsangebote
5.1.1 Beteiligungsangebote
5.1.2 Prospekt und Prospekthaftung
5.1.3 Chancen und Risiken im Überblick
5.2 Steuerliche Einordnung
5.2.1 Abgrenzung einer vermögensverwaltenden von einer gewerblichen Tätigkeit
5.2.2 Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland - USA
5.2.3 Auffassung der Finanzverwaltung
5.2.4 Einfluss von Fremdkapital, Rückversicherung, Re-Investitionen und Policenhandel auf die Besteuerung
5.2.5 Abzugsfähige Kosten
5.2.6 Erbschafts- und schenkungssteuerliche Aspekte
5.3 Mittelverwendung
5.3.1 Fondskosten
5.3.2 Policenauswahl
5.4 Erwartete Rendite
5.4.1 Rendite nach der internen Zinsfußmethode
5.4.2 Rendite bei unterschiedlichen Annahmen der Sterbewahrscheinlichkeit
5.4.3 Kaufpreisberechnung und Renditewahrscheinlichkeit
5.4.4 Diversifikationseffekte
5.5 Korrelation mit anderen Anlageformen
5.6 Potentiale und Grenzen aus Anlegersicht
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Potentiale und Grenzen des Wachstumssegments Zweitmarktbeteiligungen in US-amerikanische Lebensversicherungen. Das primäre Ziel besteht in der Analyse der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der Investitionskriterien für deutsche Anleger in diesem jungen, aber schnell wachsenden Finanzmarkt.
3.2.1 Entstehung des amerikanischen Markts
Die erste dokumentierte Veräußerung einer bestehenden Lebensversicherung lässt sich auf das Jahr 1844 in England datieren. Dort wurde erstmals eine bestehende Lebensversicherung im Rahmen einer öffentlichen Versteigerung weiterverkauft. In den USA wurde die erste Transaktion einer bestehenden Lebensversicherung 1989 vorgenommen.
In den achtziger Jahren entstand mit Auftreten der Krankheit Aids, für die die gesetzlichen Krankenversicherungen in den USA keinen ausreichenden Versicherungsschutz gewährten, der so genannte „Viatical“-Markt (lat. "viatikate", jemanden für eine Reise ausstatten). Versicherungsnehmer, die dringend Geld für Medikamente oder Behandlungen benötigten, konnten ihre Policen an Makler verkaufen. Die Versicherungsgesellschaften selbst boten entweder gar keinen oder einen sehr geringen Rückkaufswert.
Der Markt hatte in seinen Anfängen aufgrund der kontrovers diskutierten ethischen Komponente, und dem Auftreten unseriöser Versicherungsvermittler einen schlechten Ruf. Dies äußerte sich beispielsweise in der Zurückhaltung bei der Investition der großen amerikanischen Pensionskassen. Betrugsfälle (cleansheeting) führten vermehrt zu negativen Presseberichten. Viele der neuen beteiligten Gesellschaften kamen mit den Aufsichtsbehörden in Konflikt und erhielten teilweise ein Verbot, in bestimmten Bundesstaaten tätig zu werden. Aus diesem Grund wurde dieses Segment von vielen Kapitalsammelstellen gemieden und blieb letztlich eine Randerscheinung. Erst gegen Ende der Neunziger entwickelte sich der „Life settlement“-Markt, um den es in der weiteren Betrachtung gehen wird. Der Markt umfasst vor allem den Ankauf von Versicherungspolicen von Senioren, die Verträge zur Absicherung von Familienmitgliedern bzw. einer Hypothek oder der Finanzierung von Nachlass-Steuern abgeschlossen haben.
2. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation hinter dem schnellen Marktwachstum von Zweitmarktbeteiligungen und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
3. Der Sekundärmarkt für Lebensversicherungen: Dieses Kapitel beschreibt die Struktur der geschlossenen Beteiligungen und die Funktionsweise des amerikanischen Markts für Policen.
4. Volkswirtschaftliche Marktbetrachtung: Hier werden theoretische Aspekte wie Marktversagen und die Effekte von Zweitmärkten auf den Erstmarkt analysiert.
5. Investitionskriterien aus Sicht des Anlegers: Dieser Abschnitt behandelt die Chancen, Risiken, steuerliche Aspekte und Methoden zur Renditeberechnung für Investoren.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftige Marktentwicklung.
Zweitmarkt, Lebensversicherung, geschlossene Beteiligungen, USA, Rendite, Sekundärmarkt, Risikoaversion, Marktversagen, Policenhandel, steuerliche Einordnung, Portfolio, Sterbewahrscheinlichkeit, Viatical, Life Settlement, Diversifikation.
Die Arbeit analysiert das Wachstumssegment der Zweitmarktbeteiligungen in US-amerikanische Lebensversicherungen, insbesondere aus Sicht deutscher Anleger und Analysten.
Die Themen umfassen die Marktentstehung, die Funktionsweise des Sekundärmarkts, ökonomische Preisbildungstheorien, steuerliche Aspekte sowie die spezifischen Chancen und Risiken für den Anleger.
Das Ziel ist die Untersuchung der Potentiale und Begrenzungen dieses jungen Wachstumssegments und die Ableitung relevanter Investitionskriterien für Anleger.
Die Arbeit nutzt spieltheoretische und ökonomische Analysemodelle sowie die Auswertung von Emissionsprospekten und empirischen Marktdaten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Marktbeschreibung, eine volkswirtschaftliche Marktbetrachtung inklusive Marktversagen sowie eine detaillierte Analyse der Investitionskriterien aus Anlegersicht.
Schlüsselwörter sind u.a. Zweitmarkt, Lebensversicherung, geschlossene Beteiligungen, Rendite, Risikoaversion, Marktversagen und Life Settlement.
Da viele Transaktionen auf Schätzungen beruhen und der Markt in der Vergangenheit durch Betrugsfälle wie „cleansheeting“ belastet wurde, ist die Managementqualität und Reputation des Partners entscheidend für die Qualität der erworbenen Policen.
Die Rendite hängt entscheidend vom Fälligkeitszeitpunkt der Police ab. Eine präzise Einschätzung der Lebenserwartung mittels statistischer Verteilungsmodelle wie der Weibull-Verteilung minimiert das Risiko und verbessert die Kalkulationsgenauigkeit für den Anleger.
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