Bachelorarbeit, 2017
42 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Analytische Methoden
3 Das Automatenmotiv in E. T. A. Hoffmanns Der Sandmann
3.1 Historischer Kontext
3.2 Der Sandmann – eine kurze Inhaltsangabe
3.3 Nathanael und Olimpia
3.3.1 Das Automatenmotiv der weiblichen Protagonistinnen
3.3.2 Nathanaels Menschlichkeitsverlust
4 Eine Analyse der Gegenwartsliteratur: Ernst-Wilhelm Händlers Der Überlebende
4.1 Historischer Kontext der Jahrtausendwende
4.2 Wer ist „der Überlebende“?
4.3 Das Motiv der unkontrollierten Selbstzerstörung zum Schutz der S-bot Roboter.
4.3.1 Maren
4.3.2 Peter
4.3.3 Greta
5 Ein Vergleich zwischen Nachtstück und Roman: Was sagt die Beziehung zu Robotern über die Menschlichkeit aus?
5.1 Vergleich der beiden Werke mit besonderer Rücksicht auf Nathanael und den Werkleiter
5.2 Was unterscheidet den Menschen von der Maschine?
5.3 Die Menschlichkeit Nathanaels und des Werkleiters
6 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Aktualität des Automatenmotivs, indem sie E. T. A. Hoffmanns Erzählung Der Sandmann (1816) mit Ernst-Wilhelm Händlers Gegenwartsroman Der Überlebende (2013) vergleicht. Ziel ist es, die psychologische Dynamik zwischen Mensch und künstlichem Gegenüber zu beleuchten und der Frage nachzugehen, inwiefern eine obsessive Bindung an Automaten den Verlust der eigenen Menschlichkeit provoziert.
3.3.1. Das Automatenmotiv der weiblichen Protagonistinnen
Die Beziehung zwischen Nathanael und Olimpia findet zwar nur auf 14 der 42 Seiten der Erzählung statt, bildet aber den Kern der Geschichte: Die Beziehung zwischen Mensch und totem Artefakt sowie seiner Tauglichkeit als beliebig besetzbarer Spiegel menschlicher Projektion. Die Ambivalenz zwischen totem und belebtem zeigt sich zunächst am deutlichsten in der Wahrnehmung der Bedeutung des Blicks der Automatenfrau Olimpia für Nathanael.
Als Nathanael zum ersten Mal Spalanzanis Tochter erblickt, so geschieht dies durch eine Glastür: er sieht ein „hohes, sehr schlank im reinsten Ebenmaß gewachsenes, herrlich gekleidetes Frauenzimmer […] [, mit] engelschöne[m] Gesicht [, doch] hatten ihre Augen etwas Starres“, „weil eben in den Augen der androiden Protagonistin[…] sich das Geheimnis ihrer (Un-) Menschlichkeit und (Un-) Beseeltheit verbirgt.“ Peter von Matt beschreibt diese Szene als „auffällig, da die Geschichte ja auf die Liebe Nathanaels zu Olimpia hin angelegt“ sei. Diese Starre verliert Olimpia erst, als Nathanael sie durch ein Fernglas beobachtet, denn „nur von ihren Augen her wird sie ganz liebenswert [.]“ Die Augen, als immer wiederkehrendes Motiv der Erzählung, werden auch Teil eines Gedichtes von Nathanael – allerdings sind es hier Claras „holde Auge: die springen in Nathanaels Brust wie blutige Funken“ und lassen seine Verlobte blind zurück.
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsabsicht, eine Verbindung zwischen Hoffmanns Der Sandmann und Händlers Der Überlebende im Kontext der technologischen Entwicklung zu ziehen.
2 Analytische Methoden: Darlegung der theoretischen Grundlage, basierend auf Peter Tepes Deutungsoptionen und dem Fokus auf psychologische Ansätze sowie philosophischen Dualismus/Monismus.
3 Das Automatenmotiv in E. T. A. Hoffmanns Der Sandmann: Historische Kontextualisierung der Erzählung und detaillierte Analyse von Nathanaels Projektionen auf die Automatenfrau Olimpia.
4 Eine Analyse der Gegenwartsliteratur: Ernst-Wilhelm Händlers Der Überlebende: Untersuchung des Romans vor dem Hintergrund der digitalen Transformation und der psychopathischen Züge des Ich-Erzählers.
5 Ein Vergleich zwischen Nachtstück und Roman: Was sagt die Beziehung zu Robotern über die Menschlichkeit aus?: Synthese beider Werke, in der die Parallelen zwischen Nathanael und dem Werkleiter sowie die Frage nach dem menschlichen Wesen im Fokus stehen.
6 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Aktualität des Automatenmotivs und Antwort auf die Frage nach der Mutation des Menschen zur Maschine durch die Beziehung zu dieser.
Automatenmotiv, E. T. A. Hoffmann, Der Sandmann, Ernst-Wilhelm Händler, Der Überlebende, Künstliche Intelligenz, Menschlichkeit, Narzissmus, Soziopathie, Psychopathie, Identität, Projektion, Digitale Transformation, Robotik, Spiegelbild.
Die Arbeit vergleicht das Automatenmotiv in E. T. A. Hoffmanns klassischer Erzählung Der Sandmann mit dem zeitgenössischen Roman Der Überlebende von Ernst-Wilhelm Händler.
Zentral sind die psychologischen Aspekte der Mensch-Maschine-Beziehung, der Einfluss von Technologie auf die menschliche Psyche sowie der Verlust von Menschlichkeit durch narzisstische oder psychopathische Tendenzen.
Es soll untersucht werden, ob und wie der Kontakt zu künstlichen Wesen (Automaten bzw. Robotern) zu einer Entfremdung von sozialen Beziehungen führt und ob der Mensch durch diese Bindung seine eigene Menschlichkeit verliert.
Die Arbeit nutzt primär psychologische Analysemethoden (nach Peter Tepe) und philologische Ansätze, um die Texte im Kontext ihrer jeweiligen Entstehungszeit und Weltbilder zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse beider Werke, wobei jeweils historische Hintergründe, die Psyche der Protagonisten (Nathanael und der Werkleiter) und deren obsessives Verhältnis zu geschaffenen "künstlichen" Figuren im Fokus stehen.
Wichtige Begriffe sind Narzissmus, Soziopathie, Psychopathie, Künstliche Intelligenz, Gotteskomplex, Entfremdung und Projektion.
Während Olimpia im Sandmann ein explizites Liebesobjekt und zentraler Spiegel für Nathanaels Wahn ist, dienen die S-bots im Überlebenden primär als arbeitsintensive "Schöpfungen", deren Schutz der Protagonist mit Manipulation und Zerstörung seines sozialen Umfelds erkauft.
Beide Protagonisten streben durch das Erschaffen oder Kontrollieren von Automaten nach einer gottgleichen Position, was jedoch zwangsläufig zur sozialen Isolation und zum Verlust des empathischen Bezugs zur menschlichen Umwelt führt.
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