Examensarbeit, 2015
99 Seiten, Note: 1,7
1. Index
2. Introductio
3. De auctore et opere suo
3.1. Vita Phaedri
3.2. Historia brevis traditionis operis memoriaeque sui
4. Quod fabulae sunt?
4.1. Origo et inertium fabulae
4.2. Notae gentis fabulae
5. De Fabulis Phaedri
5.1. Constructio fabularum Phaedri
5.1.1. Imago et fabula docet
5.1.2. Partitio fabularum
5.2. Argumentum fabularum Phaedri
5.2.1. Praeceptum in fabulis
5.2.2. Demonstratio vitae realis
5.2.3. Praeceptum duplex et fabula docet
6. De Maxo et Mauritio Gulielmi Busch
6.1. De Auctore Gulielmo Busch
6.2. Praecepta in septem fabullis
6.2.1. Praefatio
6.2.2. Dolus primus
6.2.3. Dolus alter
6.2.4. Dolus tertius
6.2.5. Dolus quartus
6.2.6. Dolus quintus
6.2.7. Dulus sextus
6.2.8. Dolus ultimus
6.2.9. Conclusio
6.3. Editiones Maxi et Mauritii
7. Exemplum consilii ad docendum Phaedrum atque Busch
7.1. Considerationes de consilio hoc
7.2. Recogitationes primae de serie docendi Phaedrum
7.3. Series docendi
7.3.1. Prima hora
7.3.2. Hora altera
7.3.3. Hora tertia
7.3.4. Hora quarta
7.3.5. Hora quinta
7.3.6. Hora sexta
7.3.7. Hora septima
7.3.8. Hora octava
7.3.9. Hora nona ultimaque
8. Conclusio finalis
Die Arbeit untersucht das Werk des Fabeldichters Phaedrus, analysiert dessen Aufbau und Wertvorstellungen und entwickelt einen didaktischen Entwurf für den Lateinunterricht, der durch den Vergleich mit Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ und dessen lateinischen Rückübersetzungen eine Brücke zur modernen Literatur schlägt.
4.1. Origo et inertium fabulae
Der Begriff Fabel leitet sich von fabula ab, welches sich wiederum von fari „sprechen“ ableitet. Fari geht auf die indogermanische Wurzel bha- „sprechen“ zurück, von dem sich ebenfalls das lateinische fateri „bekennen“ und fama „Gerücht“ ableiten. Griechische Ausdrücke, die zur Beschreibung der Fabel genutzt wurden, sind λόγος, μῦθος und αἶνος, wobei diese für „Erzählung“ standen, da die Fabel nicht den Status einer eigenen Gattung erhielt, wie z.B. das Epos oder die Satire. Erst in der lateinischen Literatur kam der Begriff ἀπόλογος hinzu.
Das erste literarische Auftreten der Fabel im greco-romanischen Raum kann in das 7. Jhd. v.Chr. zu Hesiod und Archilochos zurückverfolgt werden. Die frühesten Belege für ihr Auftreten bei den Römern gehen auf Ennius zurück (239-269 v.Chr.). Doch hierbei handelt es sich lediglich um die ersten schriftlichen Überlieferungen. Es ist davon auszugehen, dass die Tradition der Fabel bereits um einiges älter ist. Die Fabel ist auch nicht in Griechenland entstanden, sondern erfreut sich darüber hinaus auch in zahlreichen weiteren Kulturen einer langen Tradition. Durch den griechischen Fabelautoren Babrius ist uns ein möglicher Ursprung der Fabel bei den Assyrern belegt, jedoch lassen sich auch Nachweise für die Existenz der fabulae bei den Hebräern, Babyloniern, Ägyptern und Indern nachweisen.
Sicher scheint jedenfalls, dass die Fabel der Griechen im Osten des Reiches am Schnittpunkt mit orientalischen Einflüssen entstanden ist. Wo genau aber die Ursprünge liegen, dazu gibt es bisher keine eindeutige Klärung. Einerseits werden die Ursprünge im Mesopotamien des zweiten Jahrtausends v.Chr. gesehen. F.R. Andrados kommt in diesem Sinne zu dem Schluss, dass „die Fabel, die mit all ihren Verästelungen als Teil einer Universalkultur entstanden ist, deren einzelne Zweige nicht mehr klar erkennbar sind, letztendlich einer einzigen Quelle entstammt, dem antiken Mesopotamien.“
2. Introductio: Hinführung zur Thematik und Relevanz des Fabeldichters Phaedrus sowie Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit.
3. De auctore et opere suo: Betrachtung der Vita des Phaedrus und der schwierigen Überlieferungsgeschichte seiner Werke.
4. Quod fabulae sunt?: Erörterung der etymologischen Herkunft und der allgemeinen Geschichte der Fabel als Gattung.
5. De Fabulis Phaedri: Analyse der narrativen Struktur und der moralischen Intentionen in Phaedrus’ Fabeln.
6. De Maxo et Mauritio Gulielmi Busch: Untersuchung der Verbindungen zwischen Buschs „Max und Moritz“ und der phaedrischen Fabeltradition unter moralphilosophischen Aspekten.
7. Exemplum consilii ad docendum Phaedrum atque Busch: Konkreter Entwurf einer Unterrichtsreihe für den Lateinunterricht.
8. Conclusio finalis: Fazit zur Relevanz und didaktischen Einordnung von Phaedrus im modernen Lateinunterricht.
Phaedrus, Wilhelm Busch, Max und Moritz, Fabel, Didaktik, Lateinunterricht, Tugenden, Moral, Exemplum, Sozialkritik, Narratologie, Klassische Philologie, Antike, Literaturdidaktik, Rückübersetzung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Fabeln des Phaedrus, deren moralischem Anspruch und der Möglichkeit, diese in Verbindung mit Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ didaktisch gewinnbringend im Lateinunterricht einzusetzen.
Die Analyse konzentriert sich auf die Erzählstrukturen (Sachteil vs. Bildteil), die Darstellung antiker Tugenden (Virtus, Fides, Clementia) und den Vergleich mit den moralischen Vorstellungen in Buschs Bildergeschichten.
Ziel ist es, das oft unterschätzte Werk des Phaedrus für den Lektürekanon aufzuwerten und Lehrkräften methodische Anregungen für einen innovativen Unterricht zu geben.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Grundlagenforschung kombiniert mit fachdidaktischer Reflexion und der Entwicklung eines konkreten Unterrichtsentwurfs.
Im Hauptteil wird zunächst die Struktur der Phaedrus-Fabeln seziert, gefolgt von einer eingehenden Untersuchung der moralischen Intentionen, bevor ein Brückenschlag zu den Themen Komik, Moral und Erziehung bei Wilhelm Busch vollzogen wird.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „docere et delectare“, „Fabelgattung“, „römische Tugenden“, „didaktische Rückübersetzung“ und „Sozialkritik“ definiert.
Aufgrund der großen Anzahl lateinischer Rückübersetzungen und der strukturellen sowie inhaltlichen Parallelen zur Fabelgattung eignet sich das Werk hervorragend zur Motivation von Schülern und zur Illustration komplexer Gattungsfragen.
Phaedrus nutzt diese, um seine Fabeln in einen moralischen Kontext zu stellen, wobei er geschickt zwischen der „pädagogischen“ Lehre und einer bloßen Abbildung der gesellschaftlichen Realität unterscheidet.
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