Bachelorarbeit, 2016
84 Seiten, Note: 2
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Vorwort
2. Hauptfehler
2.1. Der Moby Dick von Gilles Deleuze
2.1.1. Klassisches Bild des Denkens
2.1.2. Aufklärung
2.1.2.1. Die Psychologie Humes
2.1.2.1.1. Kausalität
2.1.2.1.2. Relationen
2.1.2.2. Kants Interregnum
2.1.3. (Post-) Moderne
2.2. Evolutionäre Erkenntnistheorie
2.3. Status Quo
2.3.1. 60 Jahre Forschung später
2.3.1.1. Begriffe
2.3.1.2. Das Zwillingsgestirn
2.3.1.2.1. Deleuze revisited
2.3.1.2.2. Vergleich Körper - Geist
2.3.1.3. Strukturextrapolation
2.3.2. Liste einiger Denkfehler
2.3.2.1. Die Causa Kausalität
2.3.2.1.1. Linear vs Exponential
2.3.2.1.2. Die falsche Kausalität
2.3.2.1.3. Pattern recognition
2.3.2.1.4. Allgemeinbegriffe
2.3.2.1.5. Überschreitung
2.3.2.2. Das grosse Drama
2.3.2.2.1. Drama hoch Drei
2.3.2.2.2. Wissenschaft
2.3.2.3. Availability Bias
2.3.2.3.1. Momentanextrapolation
2.3.2.3.2. Strukturinversion
2.3.2.4. Die Unsichtbaren Ursachen
2.3.2.5. Metaphern
2.4. Status Update
2.4.1. Ursachen revisited
2.4.2. Die nächste grosse Erzählung
2.5. Beispiele in der Philosophie
2.5.1. Der Dialektische Materialismus
2.5.1.1. Story Bias
2.5.1.2. Das Drama der Dialektik
2.5.1.3. Die Triaden
2.5.1.4. Die Kausalität
2.5.2. Ghost in the Shell
3. Nachwort
4. Bibliografie
Die Arbeit untersucht die systematische Anfälligkeit des menschlichen Denkens für Fehler und Irrtümer aus der Perspektive einer "evolutionären Philosophie". Das zentrale Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Denkfehler als unvermeidbare Anpassungsresultate des Erkenntnisapparates zu verstehen sind, wobei eine kritische Auseinandersetzung mit philosophischen Denktraditionen – insbesondere dem deutschen Idealismus und dem dialektischen Materialismus – im Fokus steht.
2.3.1.2. Das Zwillingsgestirn
In diesem Lichte stellt sich das menschliche Erkenntnis- und Entscheidungssystem aus heutiger Sicht als eine aufgefrische Version der alten Dichotomie zwischen Emotionen und Rationalität dar:
“Diese Forscher [siehe oben] haben festgestellt, dass sich bei unseren Aktivitäten (grob) zwei Denkmodi unterscheiden lassen, “System 1” und “System 2” oder das auf der Erfahrung basierende und das kognitive System. Die Unterscheidung ist unkompliziert.
System 1, das auf der Erfahrung basiert, kostet keine Anstrengung. Es ist automatisch, schnell und opak (wir wissen nicht, dass wir es benutzen); es beruht auf Parallelprozessen, und ihm können Fehler unterlaufen. Es ist das, was wir “Intuition” nennen [...] Dieses System ist stark emotional, eben weil es schnell ist. Es produziert Abkürzungen, die als Heuristiken bezeichnet werden und es ermöglicht uns, schnell und effektiv zu funktionieren. [...]
System 2, das kognitive, ist das, was wir normalerweise Denken nennen. Dieses System benutzen wir in Klassenzimmern und Hörsälen, denn es kostet uns [...] Mühe, ist vernunftbasiert, langsam, logisch, seriell, progressiv und bewusst. [110]
Man geht davon aus, dass Emotionen die Waffe sind, die System 1 benutzt, um uns zu leiten und dazu zu zwingen, schnell zu handeln. Es führt zu einer viel effektiveren Vermeidung von Risiken als unser kognitives System.
Die Schwierigkeiten bei der menschlichen Natur ergeben sich zu einem großen Teil daraus, dass wir nicht in der Lage sind, System 2 stark oder über längere Zeit zu benutzen, ohne einen langen Urlaub zu brauchen. Zudem vergessen wir oft einfach, es einzusetzen.” (Taleb 2008, 110f)
1. Vorwort: Der Autor erläutert die Herleitung des Titels und begründet die Notwendigkeit einer evolutionären Perspektive auf die Fehlbarkeit des menschlichen Denkens.
2. Hauptfehler: Dieser Abschnitt bildet den inhaltlichen Schwerpunkt und analysiert systematisch die philosophischen und psychologischen Ursachen für Denkfehler, beginnend bei Deleuzes Lesart der Philosophiegeschichte.
3. Nachwort: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Unvermeidbarkeit der menschlichen Schwächen und deutet auf zukünftige Wege im Umgang mit diesen Erkenntnissen hin.
4. Bibliografie: Eine Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen, die zur Untersuchung der behandelten Themen herangezogen wurden.
Evolutionäre Erkenntnistheorie, Denkfehler, Gilles Deleuze, Kausalität, Story Bias, Availability Bias, System 1, System 2, Dialektischer Materialismus, Kognition, Rationalität, Subjektivität, Metaphern, Fehlbarkeit, Strukturinversion
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse menschlicher Denkfehler und untersucht, warum unser Erkenntnisapparat trotz seiner Anpassungsfähigkeit systematisch zu Fehlschlüssen neigt.
Die zentralen Themen sind die Evolutionäre Erkenntnistheorie, die Kritik an klassischen philosophischen Systemen sowie die psychologischen Mechanismen der Entscheidungsfindung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass menschliche Denkfehler keine zufälligen Mängel sind, sondern tief in unserer evolutionären Entwicklung und unserem Bedürfnis nach Vereinfachung verwurzelt liegen.
Es handelt sich um eine philosophische Arbeit, die interdisziplinäre Ansätze aus der Psychologie, der Kognitionswissenschaft und der Evolutionstheorie integriert, um philosophische Begriffe kritisch zu hinterfragen.
Im Hauptteil werden prominente Denkfehler wie der Story Bias und Kausalitätsirrtümer detailliert analysiert und auf ihre Rolle bei der Konstruktion von Weltbildern und Ideologien untersucht.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Unterscheidung zwischen "System 1" und "System 2", "Strukturextrapolation", "Narrative Verzerrung" und der "Transzendentale Empirismus".
Der Autor argumentiert, dass dialektische Methoden oft als hochkomplexe Instrumente dienen, die jedoch in ihrer Struktur – insbesondere dem dreiteiligen Schema – ebenfalls den menschlichen Bedürfnissen nach dramatischen und simplifizierenden Geschichten folgen.
Die "Symbolic Fallacy" beschreibt den Fehler, Denken als reine Verarbeitung formaler Symbole zu betrachten, eine Annahme, die laut Autor das Scheitern klassischer Ansätze der Künstlichen Intelligenz maßgeblich beeinflusst hat.
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