Masterarbeit, 2014
74 Seiten
1. Theoretische Ansätze
1.1. Spielfeld: Rahmen und Figuration
1.2. Der Rahmen in Bild und Schrift
1.3. Linientheorien
1.4. Begriffshorizont des Portraits
2. Textauswahl
3. Rahmenfunktionen
3.1. Plume als Reflex seiner Rahmung
3.1.1. Die Dominanz der Umwelt
3.1.2. Von Damen gesäumt
3.1.3. Ausnahmezustand
3.2. Gestaltung der Gattung
3.2.1. Seile, Stricke, Fäden
3.2.2. Lanzen und Märtyrertum
3.2.3. Meidosemische Gefilde
3.2.4. Der Faktor Zeit
4. Dynamiken der Figuration
4.1. Freiheit in Unfreiheit als Meidosem
4.1.1. Individualität
4.1.2. Der Archetyp Vogel
4.2. Plume als handlungsaktives Element
4.2.1. Erster und zweiter Tod
4.2.2. Stärke in der Argumentation
4.2.3. Emanzipation im Reiseverhalten
5. Gegenentwürfe und Grenzgebiete
5.1. Plumes Wege aus dem Porträt
5.1.1. Maulwurf an der Zimmerdecke
5.1.2. Götter, Risse und Visionen
5.2. Schwellenpunkte der Meidosems
5.2.1. Erzählerstimme
5.2.2. Rahmenübertretung
5.3. Intertextuelle Bezüge als Grenzüberschreitungen
Die Arbeit untersucht das Wechselspiel von „Rahmen“ und „Figuration“ im Werk von Henri Michaux, insbesondere in den Zyklen „Un certain Plume“ und „Portrait des Meidosems“. Ziel ist es, die intermediale Produktionsästhetik des Autors zu analysieren und aufzuzeigen, wie Prinzipien der bildnerischen Praxis, inspiriert durch Paul Klee, in die literarische Verfahrensweise Michaux’ übertragen werden.
1.1. Spielfeld: Rahmen und Figuration
Anschließend an die Klärung der Bedeutung von Malerei und Schriftstellerei für Henri Michaux soll eine theoretische Grundlage für die Begriffe „Rahmung“ und „Figuration“ geschaffen werden. Um dabei wiederum bei Paul Klee zu beginnen, wird an dieser Stelle auf ein wiederkehrendes Motiv in seinem Werk rekurriert. Seine Gemälde, wie beispielsweise „Vor den Toren von Kairouan“ (1914), „Landschaft in Rot, mit dem weißen Gestirn“ (1917) und „Das Aquarium“ (1927), sind mit einem inneren Rahmen versehen, so dass dieser, als Grenze des Bildes selbst, in Form der Linie in sein Inneres versetzt und durch diese Verdoppelung eine Betonung erfährt.
Mittels dieser Nuancierung wird diese innere Rahmung einerseits deutlich von der Figuration im Zentrum abgrenzt, andererseits aber auch selbst zum Sujet des Bildes. Dieser spielerische Umgang betont das Spannungsfeld zwischen beiden Bildkomponenten und ermöglicht die Überleitung zu theoretischen Grundlagen aus angrenzenden Wissenschaften.
1. Theoretische Ansätze: Einführung in die Begrifflichkeiten von „Rahmen“ und „Figuration“ sowie deren theoretische Herleitung aus der Kunst Paul Klees und soziologischer Forschung.
2. Textauswahl: Begründung der Auswahl der analysierten Texte Michaux' und theoretische Einordnung der Figuren „Plume“ und der „Meidosems“.
3. Rahmenfunktionen: Untersuchung der Interaktion zwischen den Figuren und ihrer umgebenden Rahmenstruktur, wobei insbesondere die Spiegelung und Abgrenzung analysiert werden.
4. Dynamiken der Figuration: Analyse der Handlungsspielräume und individuellen Emanzipationsversuche von Plume und den Meidosems innerhalb ihrer jeweiligen Welten.
5. Gegenentwürfe und Grenzgebiete: Untersuchung von Grenzüberschreitungen und intertextuellen Bezügen, die die starren Rahmenstrukturen der literarischen Darstellung aufbrechen.
Henri Michaux, Rahmen, Figuration, Paul Klee, Intermedialität, Plume, Meidosems, Linientheorie, Portrait, Literatur, Malerei, Ekphrasis, Bild, Grenze, Struktur.
Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen dem literarischen Text und bildnerischen Prinzipien im Werk von Henri Michaux, basierend auf den Konzepten von Rahmen und Figuration.
Die Hauptthemen sind die Intermedialität, die Funktion von Grenzen in Text und Bild sowie die Art und Weise, wie Michaux durch seine Figuren (Plume und Meidosems) Identität und Gattungskonstruktionen verhandelt.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Michaux zeichnerische Prinzipien in seine Literatur überträgt, um eine „bildhafte Schriftstellerei“ zu etablieren, die traditionelle Mediengrenzen überschreitet.
Die Arbeit nutzt einen strukturanalytischen Ansatz unter Einbeziehung kunsttheoretischer (Paul Klee) und erzähltheoretischer (Gérard Genette) sowie soziologischer Modelle (Erving Goffman, Giorgio Agamben).
Der Hauptteil analysiert die Rahmenfunktionen in den Textzyklen „Un certain Plume“ und „Portrait des Meidosems“, die Dynamiken der Figuration und spezifische Grenzgebiete, in denen Text und Bild miteinander verschmelzen.
Wichtige Begriffe sind Rahmen, Figuration, Intermedialität, Linientheorie, Portrait, prozesshafte Linie und Grenzüberschreitung.
Während Plume als Individuum in einer durch soziale und politische Rahmenbedingungen geprägten Umwelt agiert, werden die Meidosems eher als Gattung oder Spezies behandelt, deren Physiologie direkt mit ihrem Lebensraum verwoben ist.
Das Aquarell dient als methodisches Sinnbild, um die Paradoxie zwischen Rahmen und Zentrum sowie die Dynamik der Randbildungen visuell zu veranschaulichen und für die literarische Analyse fruchtbar zu machen.
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