Magisterarbeit, 2004
79 Seiten, Note: 2,8
0 EINLEITUNG
1 AUTORPOETIK
1.1 BEGRIFFSKLÄRUNG.
1.2 KONZEPT.
1.2.1 Dichtung und Körper.
1.2.2 Dichtung und ›Ich‹.
1.2.3 Gedicht und ›Ich‹ auf Sendung.
1.2.4 Gedicht. Einschneidend.
1.2.5 Autorpoetik. Kompakt.
2 POETISCHES WERK UND AUTORPOETIK.
2.1 ›GRAUZONE MORGENS‹.
2.2 ›SCHÄDELBASISLEKTION‹.
2.2.1 Lektionen des Körpers.
2.2.1.1 Fünf „Lektionen im Auftrag der Ernüchterung“.
2.2.1.2 ›Den Körper zerbrechen‹. Büchner als Verkörperung der Idee einer somatischen Poesie.
2.2.2 Imagination und Wirklichkeit.
2.2.2.1 ›Galilei vermisst Dantes Hölle und bleibt an den Maßen hängen‹. Der reduktive Rationalismus Galileis vs. Dante als Verkörperung der Idee einer imagistischen Poesie.
2.2.2.2 „Poetik der Präsenz“.
2.2.2.3 ›Inframince‹. Von Eigenwelten und Missverständnissen.
2.2.2.4 ›Niemands Land Stimmen‹. Von den Schwierigkeiten, die heutige Wirklichkeit im Sinne der an Dante entwickelten Poetik in Anschauung zu verwandeln.
2.2.2.5 Vergegenwärtigung des Todes. Ausblick auf die Epitaphe ›Den Teuren Toten‹.
2.3 ›NACH DEN SATIREN‹.
2.3.1 Vier ›Postsatiren‹. Unterwegs im Ich.
2.3.1.1 ›Postsatire I‹. Im Dickicht der Großstadt.
2.3.1.2 ›Postsatire II‹. Fazit im dreißigsten Jahr.
2.3.1.3 ›Postsatire III‹. Baustelle Berlin.
2.3.1.4 ›Postsatire IV‹. Zwiegespräch.
2.3.2 Grünbein und die Antike.
3 RESÜMEE.
Die vorliegende Arbeit untersucht die Autorpoetik des Lyrikers Durs Grünbein und vergleicht diese mit ausgewählten Werken seines poetischen Schaffens, um die Umsetzung seines Dichtungkonzepts zu beleuchten. Dabei wird insbesondere analysiert, wie seine Poetik – geprägt durch eine Affinität zu biologischen und somatischen Wissenschaften – die textuelle Gestaltung seiner Gedichte beeinflusst und inwiefern der „Schnittpunkt der Stimmen“ als konstitutives Element seines Schreibens fungiert.
1.2.1 Dichtung und Körper.
Dichten, gibt Grünbein zu, ist „in seiner intensivsten Form reine Introspektive“ (J 59). Es „beginnt als Schichtung zunächst ganz sinnloser Bewusstseinsstadien“18. Der Dichter hält „Trümmerschau“ „auf seinem Kriegsschauplatz Hirn“19. Mühsam, sprunghaft und ziellos, „ohne Rücksicht auf Kausalitäten oder Chronologien“, sammelt er die „Bruchstücke […], die sein unbekanntes Bewusstsein ihm überlässt“ (B 19). Das Gedicht, das er von seiner ›Reise ins Ich‹ mitbringt, ist das „Protokoll innerer Blicke“ (B 33). Das ist jedoch nicht so zu verstehen, dass für Grünbein das Gedicht immer eine Analyse des eigenen Ichs beinhaltet. Natürlich ist das Ich immer Teil des Gedichts, doch geht es neben dem ›Ich bin…‹ vielmehr um die Welt, wie sie sich dem Ich darstellt, und darum, wie das Ich sich in dieser Welt verortet.
Am Anfang aller Grünbeinschen Dichtung steht der Körper als ›Weltempfänger‹. Die Welt prägt sich ein. Jede Wahrnehmung, jedes Erfahren, jedes Erleben schneidet ein in den Körper, das Gehirn. Je intensiver, schöner, hässlicher, grausamer die Erfahrung, desto tiefer sind die Furchen, die sie hinterlässt. In sich hinzuschauen und jenen „Gedächtnisspuren“ (B 21) in „engrammatischer“ Leseweise zu folgen20, die einzelnen Fragmente und Scherben einzusammeln, sie immer neu zu verknüpfen, schafft einen Moment der Stille inmitten der Welt von Stimmen und Geräuschen und aus dem Körper heraus entsteht möglicherweise ein Gedicht.
0 EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage und Zielsetzung der Arbeit, welche die Autorpoetik Grünbeins mit seinem poetischen Werk vergleicht.
1 AUTORPOETIK: Fundierte Auseinandersetzung mit Grünbeins Verständnis von Dichtung, unter anderem in Bezug auf Körper, das Ich, den Prozess der Sendung und die einschneidende Natur des Gedichts.
2 POETISCHES WERK UND AUTORPOETIK: Praktische Anwendung der theoretischen Konzepte auf konkrete Werke wie den Zyklus Grauzone morgens und den Band Schädelbasislektion.
3 RESÜMEE: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse über Grünbeins Körperpoetik und deren Relevanz für das Verständnis seiner Lyrik.
Durs Grünbein, Autorpoetik, somatische Poesie, Lyrik, Körper, Bewusstsein, Schnittpunkt der Stimmen, Poetik des Fragments, Poetik der Präsenz, Schädelbasislektion, Grauzone morgens, Nach den Satiren, Imagination, Wirklichkeitswahrnehmung
Die Arbeit analysiert die theoretischen Überlegungen des Lyrikers Durs Grünbein zu seinem eigenen Schreiben (Autorpoetik) und prüft, inwiefern diese theoretischen Ansätze in seinen Gedichtbänden praktisch umgesetzt werden.
Im Zentrum stehen die Konzepte einer „somatischen“ bzw. „biologischen“ Poesie, die Auffassung des Körpers als „Weltempfänger“ und die Vorstellung des Schreibens am „Schnittpunkt sehr vieler Stimmen“.
Das Ziel ist es, die theoretischen Schriften Grünbeins (Essays, Interviews) greifbar zu machen und durch den Vergleich mit seinem poetischen Werk die Kohärenz und die poetologische Funktion seiner Texte nachzuweisen.
Es wird eine hermeneutische Analyse durchgeführt, die poetologische Texte und Gedichte des Autors miteinander in Dialog bringt, um daraus die poetische Grundfigur zu entwickeln.
Der Hauptteil behandelt ausführlich den Zusammenhang zwischen Körper, Gehirn und Gedicht. Zudem werden die Zyklen Grauzone morgens und Schädelbasislektion als Fallbeispiele für die Entwicklung seiner „Poetik der Präsenz“ und „Poetik des Fragments“ untersucht.
Wichtige Begriffe sind Körperpoetik, somatische Poesie, Schnittpunkt der Stimmen, Fragmentierung und die intertextuelle Auseinandersetzung mit der Tradition.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Grünbeins Reduktion des Dichtens auf physische Reflexe eine direkte Reaktion auf seine Prägung in einem sozialistischen System ist, in dem das Leben auf rein physiologische Abläufe reduziert wurde.
Die Antike dient Grünbein als „Nährboden“ und „Grundriss“, um neue Formen der Wirklichkeitserfassung zu erproben und eine moderne Form der Zivilisationskritik zu üben, die über einfache moralische Urteile hinausgeht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

