Masterarbeit, 2014
72 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
Einleitung
1. Person Gianni Rodari
1.1. Biografie
1.2. Werke
1.3. Rezeptionsgeschichte in Deutschland
1.4. Der Pädagoge
2. Analyse der Grammatik der Phantasie
2.1. Entstehungsgeschichte
2.2. Struktur
2.3. Der Stein-im-Teich
2.4.. Das Phantastische Binom
2.4.1. Das Phantastische Binom als Naturkraft
2.4.2. Das Phantastische Binom als pädagogisches Mittel
2.4.3. Das Phantastische Binom als politisches Mittel
2.4.4. Phantasie und Realität im Phantastischen Binom
2.5. Rodaris Vorbilder
2.6. Rodaris Begriffsdefinitionen
3. Das Phantastische Binom und Kreatives Schreiben
3.1. Irritation
3.2. Die Oulipo
4. Das Phantastische Binom und die Hirnforschung
4.1. Die binäre Struktur das Gehirns
4.2. Kreativitätsmessung im Labor
5. Phantastisches Binom und Konstruktion der Wirklichkeit
5.1 Der Wirklichkeitsbegriff im Konstruktivismus
5.2. Konstruktivismus und Kunst
5.3. Konstruktivismus und Pädagogik
5.4. Das Phantastische Binom als Konstruktions-Instrument
6. Schlussbemerkung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das "Phantastische Binom" als zentrale Impulsmethode aus Gianni Rodaris "Grammatik der Phantasie" zu analysieren und dessen Potenzial zur Wirklichkeitskonstruktion sowie dessen hirnphysiologische und konstruktivistische Grundlagen zu untersuchen, um eine Brücke zwischen kreativen Schreibtechniken und pädagogischen Ansätzen zu schlagen.
2.3. Der Stein-im-Teich
Die „Stein-im-Teich“-These veranschaulicht für Rodari den Assoziationsprozess, den ein einzelnes Wort im Bewusstsein auslöst. Rodari vergleicht diesen Prozess mit dem Werfen eines Steines in einen Teich, der dort im Wasser konzentrische Wellen aufwerfe:
„Nicht anders erzeugt ein zufällig ins Bewusstsein geworfenes Wort Wellen an der Oberfläche und in der Tiefe, löst eine endlose Kettenreaktion aus und zieht fallend Töne und Bilder, Analogien und Erinnerungen, Bedeutungen und Träume in eine Bewegung hinein, welche die Erfahrung und das Gedächtnis, die Phantasie und das Unbekannte berührt und sich noch dadurch kompliziert, dass eben das Bewusstsein sich während des gesamten Vorgangs nicht passiv verhält, sondern beständig in ihn eingreift, um aufzunehmen und zurückzuweisen, zu verknüpfen und zu zensieren, aufzubauen und zu zerstören“ (GdP, S. 10 f.).
In dieser Weise ziehe das Wort „Stein“, wenn es ins Bewusstsein eintauche, weitere Wörter nach sich, stoße mit anderen Wörtern zusammen oder weiche ihnen aus und trete so auf vielfältige Weise mit ihnen in Beziehung (vgl. ebd., S. 11). Rodari vergleicht assoziative Prozesse des Bewusstseins hier in ähnlicher Weise wie Marcel Proust, auf den er Bezug nimmt, indem dieser dem „begrabenen Echo der Wörter, der Gerüche, der Töne“ gelauscht habe (vgl. ebd., S. 12), mit Vorgängen aus der Physik. Auf diese Weise entstünde das „phantastische Thema“ (ebd.). Für Rodari entsteht ein phantastisches Thema bei dieser Art der Themensuche, die sich auf ein einziges Wort konzentriert, indem im Anschluss ungewöhnliche Paarungen zustande kämen und in den „komplexen Bewegungen der Bilder und ihrer launischen Überlagerungen eine unvorhergesehene Verwandtschaft zwischen Wörtern, die verschiedenen Ketten angehören, aufleuchtet“ (ebd., S. 12).
1. Person Gianni Rodari: Dieses Kapitel gibt einen biografischen Überblick über Gianni Rodari, beleuchtet sein Werk, seine pädagogische Haltung und seine Rezeptionsgeschichte in Deutschland.
2. Analyse der Grammatik der Phantasie: Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit Rodaris theoretischem Hauptwerk, insbesondere der "Stein-im-Teich"-Technik und dem "Phantastischen Binom" als zentralen Kunstgriffen.
3. Das Phantastische Binom und Kreatives Schreiben: Dieses Kapitel verbindet die Methode Rodaris mit Grundprinzipien des kreativen Schreibens, wie der Irritation, und zieht Parallelen zur Literaturwerkstatt Oulipo.
4. Das Phantastische Binom und die Hirnforschung: Die Untersuchung betrachtet die binäre Struktur des Gehirns und die neurophysiologischen Grundlagen von Kreativität, um die Wirkungsweise des Binoms wissenschaftlich einzuordnen.
5. Phantastisches Binom und Konstruktion der Wirklichkeit: Der abschließende Hauptteil diskutiert das Binom im Kontext konstruktivistischer Theorien über Kunst, Pädagogik und die menschliche Wahrnehmung.
6. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass das "Phantastische Binom" ein wirkungsvolles Instrument ist, um durch kreative Reflexion Wirklichkeit neu zu gestalten und gesellschaftliche Schranken zu hinterfragen.
Gianni Rodari, Grammatik der Phantasie, Phantastisches Binom, Kreatives Schreiben, Konstruktivismus, Hirnforschung, Kreativitätsförderung, Oulipo, Pädagogik, Wirklichkeitskonstruktion, Stein-im-Teich, Neurophysiologie, Imagination, Phantasie.
Die Arbeit untersucht das "Phantastische Binom", eine von Gianni Rodari entwickelte kreative Schreibtechnik, und deren theoretische, neurophysiologische und konstruktivistische Grundlagen.
Die zentralen Themen umfassen Rodaris "Grammatik der Phantasie", die Verbindung von kreativem Schreiben und Hirnforschung sowie die Bedeutung des Schreibens als Mittel zur Konstruktion von Wirklichkeit.
Das Ziel ist es, die Wirkungsweise und den Stellenwert von Rodaris Impulsmethoden wissenschaftlich zu analysieren und deren emanzipatorisches Potenzial in der pädagogischen und kreativen Arbeit aufzuzeigen.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse der "Grammatik der Phantasie", verknüpft diese mit neurophysiologischen Studien zur Kreativität und diskutiert die Ergebnisse vor dem Hintergrund konstruktivistischer Theorien.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Rodaris Werk, die Erforschung der neurophysiologischen Grundlagen des kreativen Binoms sowie eine philosophisch-pädagogische Diskussion zur Konstruktion von Wirklichkeit.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Phantastisches Binom, Konstruktivismus, Kreatives Schreiben, Neurophysiologie, Imagination und die "Grammatik der Phantasie".
Es fungiert als "Irritationsmoment", das durch die Verknüpfung zweier wesensfremder Begriffe den gewohnten Denkpfad verlässt und so spielerisch neue, kreative Vorstellungswelten eröffnet.
Rodaris Methode spiegelt konstruktivistische Ansätze wider, indem sie den Einzelnen als aktiven Gestalter seiner Wirklichkeit begreift, der durch kreative Imagination seine Umwelt neu strukturiert.
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