Masterarbeit, 2016
70 Seiten, Note: 1,7
1 Übergewicht und Essverhalten
1.1 Übergewicht
1.1.1 Definition
1.1.2 Prävalenzen
1.1.3 Komorbidität und Folgen
1.2 Essverhalten als eine der Hauptursachen für Übergewicht
1.2.1 Gesundes Essverhalten
1.2.2 Essverhalten von Jugendlichen
1.3 Intervention von Übergewicht und ungesundem Essverhalten
2 Der Zusammenhang von Essverhalten, Emotionen und Emotionsregulation
2.1 Emotionsbedingtes Essverhalten
2.1.1 Definition von Emotion
2.1.2 Emotionsbedingtes Essverhalten
2.1.3 Theorien zu emotionsbedingtem Essverhalten
2.2 Emotionsregulation
2.3 Definition
2.5 Prozessmodell nach Gross
2.6 Dysfunktionale Emotionsregulation als Ursache für ungesundes Essverhalten Übergewicht bei Jugendlichen
3 Serious Games als Interventionsmaßnahme gegen Übergewicht
3.1 Definition Serious Games und Serious Games for Health
3.2 Vorteile und Wirkmechanismen von Serious Games for Health
3.3 Serious Games for Health in der Intervention von ungünstigem Essverhalten und Übergewicht
4 Zusammenfassung und Fragestellung
5 Methode
5.1 Stichprobe
5.2 Inerventionsinstument: NutriDefense
5.3 Erhebungsinstrumente
5.3.1 Body Mass Index
5.3.2 Fragebogenbatterie
5.3.2.1 Emotion Regulation Questionnaire (ERQ)
5.3.2.2 Dutch Eating Behavior Questionnaire für Kinder
5.4 Untersuchungsdesign und Untersuchungsablauf
5.5 Statistische Analyse
6 Ergebnisse
6.1 Datenexploration
6.2 Prüfung der Hypothesen
6.2.1 Hypothese 1
6.2.2 Hypothese 2
6.2.3 Hypothese 3
7 Diskussion
7.1 Interpretation der Ergebnisse
7.2 Limitationen, praktische Implikationen und weiterer Forschungsbedarf
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Emotionsregulation auf das Essverhalten und das Körpergewicht bei Jugendlichen. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen dysfunktionalen Emotionsregulationsstrategien (insbesondere Unterdrückung) und ungünstigen Esstypen (emotionales und gezügeltes Essverhalten) zu identifizieren und die Wirksamkeit des Serious Games for Health "NutriDefense" als Interventionsinstrument zu evaluieren.
1.1.1 Definition
Der Begriff Übergewicht beschreibt eine Erhöhung des Körpergewichts durch einen über die Norm hinausgehenden Zuwachs an Körperfett (Robert Koch-Institut, 2011). Übergewicht wird dabei als eine leichte Erhöhung des körpereigenen Gewichts definiert, welches nicht als Krankheit sondern vielmehr als ein gesundheitsschädigender Risikofaktor verstanden wird. Erst bei einem starken Übergewicht, welches als Adipositas bezeichnet wird, wird nach der Gesundheitsberichterstattung des Bundes von einer Krankheit gesprochen (Benecke & Vogel, 2006). Zur Abschätzung des Körperfettanteils hat sich weltweit der Body-Mass-Index (BMI, Körpermassenindex) als ein akzeptables und ökonomisches Maß für die Klassifikation des Gewichts und damit für die Definition von Übergewicht und Adipositas durchgesetzt (Plachta-Danielzik, Landsberg, Johannsen, Lange, & Müller, 2008; Kurth & Schaffrath Rosario, 2007). Der BMI wird nach folgender Formel berechnet: BMI = (Gewicht in kg) / (Körpergröße in m²). Für Erwachsene gibt es klare Grenzwerte des BMI, welche es ermöglichen zwischen Untergewicht (BMI <18,59) Normalgewicht (BMI ≥ 18,59), Übergewicht (BMI ≥ 25) und Adipositas (BMI ≥ 30) zu differenzieren (World Health Organization (WHO), 2000).
Auch für Kinder und Jugendliche wird von der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kinder und Jugendalter (AGA) die Anwendung des BMI empfohlen (Wabitsch & Kunze, 2015). Aufgrund der individuellen Schwankungen in der körperlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen können allerdings keine Grenzwerte zur Klassifikation der BMI-Werte angewendet werden. Stattdessen orientiert man sich an alters- und geschlechtsspezifischen BMI-Perzentilen (Kurth & Schaffrath Rosario, 2010). Die individuellen BMI-Perzentile geben an, wieviel Prozent der gleichgeschlechtigen und gleichaltrigen Kindern und Jugendlichen einen niedrigeren oder höheren BMI-Wert haben (s. Anhang A). In Deutschland wird zur Einschätzung des Gewichtsstatus das Referenzsystem nach Kromeyer-Hauschild et. al. (2001) verwendet, welches auf einem Datensatz von 32.422 Kindern und Jugendlichen zwischen 0-18 Jahren basiert. Die AGA empfiehlt das 90. Perzentil und das 97. Perzentil dieser Referenzwerte als Grenzwerte zur Bestimmung von Übergewicht und Adipositas (Wabitsch & Kunze, 2015).
1 Übergewicht und Essverhalten: Einführung in die Problematik von Übergewicht, dessen gesundheitliche Folgen sowie die Darstellung des Essverhaltens als zentrale Ursache unter Einbeziehung des biopsychosozialen Modells.
2 Der Zusammenhang von Essverhalten, Emotionen und Emotionsregulation: Theoretische Herleitung der Verbindung zwischen emotionalem Essverhalten und dysfunktionalen Regulationsstrategien, insbesondere unter Verwendung des Prozessmodells von Gross.
3 Serious Games als Interventionsmaßnahme gegen Übergewicht: Darstellung von Serious Games for Health als innovatives Instrument zur Verhaltensmodifikation und Wissensvermittlung für Jugendliche.
4 Zusammenfassung und Fragestellung: Ableitung der konkreten Forschungsfragen und Hypothesen aus der theoretischen Literaturanalyse.
5 Methode: Beschreibung des Studiendesigns, der Stichprobe sowie der eingesetzten Instrumente (NutriDefense, ERQ, DEBQ-K) und des statistischen Vorgehens.
6 Ergebnisse: Darstellung der statistischen Analysen zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen hinsichtlich Emotionsregulation, Essverhalten und BMI-Veränderungen.
7 Diskussion: Interpretation der Studienergebnisse im Kontext der bestehenden Literatur, Diskussion der Limitationen und Ableitung von Empfehlungen für zukünftige Forschung.
BMI, Emotionales Essverhalten, Gezügeltes Essverhalten, Emotionsregulation, Serious Games for Health, Emotion Regulation Questionnaire, Dutch Eating Behavior Questionnaire für Kinder, Unterdrückung, Neubewertung, Übergewicht, Adipositas, Jugendliche, Verhaltensintervention, Prävention, NutriDefense
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Fähigkeit von Jugendlichen, ihre Emotionen zu regulieren, und ihrem Essverhalten sowie ihrem Körpergewicht (BMI).
Die zentralen Themen sind Adipositas bei Jugendlichen, psychologische Emotionsregulationsstrategien (Unterdrückung vs. Neubewertung), emotionales Essverhalten und die Nutzung digitaler Lernspiele zur Gesundheitsförderung.
Das primäre Ziel ist zu prüfen, ob dysfunktionale Emotionsregulation mit ungünstigem Essverhalten zusammenhängt und ob ein spezielles Serious Game ("NutriDefense") zur Verbesserung des Essverhaltens und des Gewichts beitragen kann.
Die Arbeit nutzt ein quasi-experimentelles Design ohne Kontrollgruppe, bei dem Daten vor und nach einer dreiwöchigen Spielphase mittels Fragebögen (ERQ, DEBQ-K) und BMI-Messungen erhoben wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Literaturanalyse zu Übergewicht und Emotionsregulation sowie den empirischen Teil, der das Serious Game NutriDefense und die Ergebnisse der quantitativen Datenauswertung präsentiert.
Die wichtigsten Begriffe sind Emotionsregulation, emotionales Essverhalten, BMI, Serious Games for Health, Unterdrückung und Adipositasprävention.
Es werden zwei spezifische Strategien betrachtet: die funktionalere "Neubewertung" und die dysfunktionale "Unterdrückung", wobei letztere als potenzieller Auslöser für emotionales Essen untersucht wird.
Das Spiel wurde entwickelt, um Jugendliche über Ernährungsempfehlungen (optimiX) aufzuklären und durch ein individuelles Feedbacksystem zur Reflektion des eigenen Essverhaltens anzuregen.
Die Studie konnte für das eingesetzte Spiel "NutriDefense" in der vorliegenden Form keine signifikanten Wirkungseffekte auf den BMI oder das Essverhalten nachweisen, was unter anderem auf die kurze Spieldauer zurückgeführt wird.
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