Bachelorarbeit, 2016
57 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Definitionen
3 Politische Einflussnahme in der ökonomischen Theorie
3.1 Rent-Seeking im Monopol
3.2 Spieltheoretische Erweiterungen des Rent Seeking
3.3 Organisation und Handeln von Interessengruppen
3.4 Rent-Seeking-Ausgaben: Wohlfahrtsverlust oder Umverteilung?
3.5 Rent-Seeking und die Entstehung sozialer Ungleichheit
3.6 Wettbewerb und Korruption
3.7 Rent-Seeking als Ursache des Ressourcenfluchs
3.8 Lobbyismus und Informationskosten
4 Politische Einflussnahme in der Demokratie
4.1 Modelle
4.2 Legitimation
4.3 Einwände
5 Regulierungsmöglichkeiten politischer Einflussnahme
6 Evidenz
7 Fazit und Forschungsdesiderata
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen politischer Einflussnahme, insbesondere durch Rent-Seeking und Lobbyismus, und bewertet deren Legitimität sowie potenzielle Regulierungsmöglichkeiten in demokratischen Systemen.
3.3 Organisation und Handeln von Interessengruppen
Die Spieler in den vorgestellten Modellen sind in der Realität häufig organisierte Interessengruppen wie beispielsweise Verbände. In den vorgestellten Modellen kam den Eigenschaften der Spieler etwa in Hinblick auf Risikofreudigkeit oder Unterschieden in der Effizienz ihrer Einflussnahme eine entscheidende Bedeutung zu. Deshalb ist ein Blick auf die ökonomische Theorie der Gruppen sinnvoll, um einzuschätzen, welche Unterschiede in der Leistungsfähigkeit zwischen Interessengruppen zu erwarten sind und welche Art von Gruppe davon profitiert.
Zentral ist das Problem der Bereitstellung von Kollektivgütern. Dies sind Güter, von deren Nutzung man niemanden ausschließen kann, unabhängig davon, ob sich der entsprechende Akteur an der Bereitstellung beteiligt hat oder nicht (vgl. Müller 2009, S. 26). Auch Aktivitäten zur politischen Einflussnahme können ein solches kollektives Gut sein (vgl. Browning 1974, S. 374). Schafft es eine Interessengruppe etwa, dass ein Zoll auf ein bestimmtes Gut eingeführt wird, können auf dem Heimatmarkt durch die eingeschränkte Konkurrenz höhere Preise genommen werden. Davon profitieren alle inländischen Produzenten des Gutes, auch wenn sie sich nicht in der Interessenorganisation engagieren (vgl. Olson 2004, S. 14).
Browning (1974) überträgt die Erkenntnisse von Olson (2004) auf das Rent-Seeking. Auch wenn die Gruppe derer, die hohe Einkommen versteuern, ein Interesse an Lobbying gegen Steuerprogression hat, bedeutet dies nicht, dass jeder Einzelne dieses Interesse verfolgt. Die Investitionen des Einzelnen haben einen zu geringen Einfluss auf das Ergebnis, sodass diese unterbleiben. Denn im Falle einer Steuerbegünstigung profitiert man auch ohne Aufwendungen, andernfalls ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, mit der eigenen Investition das Ergebnis zu ändern. Dieses sogenannte Trittbrettfahrerverhalten führt im Regelfall zu einer Unterversorgung mit Kollektivgütern. In diesem Kontext hat es jedoch wohlfahrtsfördernde Auswirkungen, die Tullock (1967) nicht in seine Überlegungen miteinschloss (vgl. Browning 1974, S. 375).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die kritische Sichtweise auf Lobbyismus ein und definiert die zentrale Fragestellung nach den ökonomischen Folgen politischer Einflussnahme sowie sinnvollen Regulierungsansätzen.
2 Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie politische Einflussnahme, Rent-Seeking, Profit-Seeking, Lobbying und Korruption voneinander abgegrenzt.
3 Politische Einflussnahme in der ökonomischen Theorie: Dieser Hauptteil analysiert theoretische Modelle zu Rent-Seeking, die Rolle von Interessengruppen, Zusammenhänge mit Ungleichheit, Korruption, Ressourcenfluch und Informationskosten.
4 Politische Einflussnahme in der Demokratie: Dieses Kapitel überträgt ökonomische Modelle auf demokratische Prozesse, diskutiert deren Legitimität und beleuchtet normatives Spannungsfeld.
5 Regulierungsmöglichkeiten politischer Einflussnahme: Hier werden Strategien zur Steigerung von Transparenz und Effizienz sowie zur Korruptionsbekämpfung (z.B. Lobbyregister, Verbote) diskutiert.
6 Evidenz: Dieser Teil betrachtet empirische Ansätze zur Messung der Kosten von Rent-Seeking und Korruption.
7 Fazit und Forschungsdesiderata: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Bedeutung einer interdisziplinären Betrachtungsweise für zukünftige Forschung hervor.
Rent-Seeking, Lobbying, Korruption, politische Einflussnahme, Kollektivgüter, Wohlfahrtsverlust, Interessengruppen, Demokratie, Transparenz, Ressourcenfluch, Regulierungsansätze, Informationskosten, Umverteilung, Interessenvertretung, Wohlfahrtsökonomik
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Effekte von politischer Einflussnahme durch Akteure außerhalb der direkten politischen Entscheidungsfindung, wie etwa Lobbygruppen oder Interessenverbände.
Zu den Schwerpunkten zählen Rent-Seeking-Theorien, die Organisation und das Handeln von Interessengruppen, der Zusammenhang zwischen Lobbying und Korruption sowie die Auswirkungen auf demokratische Prozesse.
Die Arbeit fragt nach den ökonomischen Folgen politischer Einflussnahme, ob diese zwangsläufig zu Lasten der Allgemeinheit gehen und welche effektiven Regulierungsansätze bestehen.
Es werden ökonomische Theorien und Modelle, insbesondere spieltheoretische Ansätze und Modelle zur Bereitstellung von Kollektivgütern, zur Analyse der Thematik herangezogen.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit Rent-Seeking im Monopol, spieltheoretischen Modellen, der Gruppentheorie nach Olson, dem Ressourcenfluch, Lobbyismus als interessengeleiteter Politikberatung sowie demokratiepolitischen Aspekten.
Zentrale Begriffe sind Rent-Seeking, Lobbying, Korruption, Kollektivgüter, wohlfahrtstheoretische Effekte und Regulierungsmechanismen.
Die Arbeit analysiert Lobbyismus nicht nur negativ, sondern auch als notwendige Politikberatung zur Reduzierung von Informationsasymmetrien zwischen Experten, Interessenvertretern und politischen Entscheidungsträgern.
Der Ressourcenfluch wird auf Basis von Rent-Seeking-Modellen erklärt, bei denen das Vorhandensein natürlicher Ressourcen in schwach entwickelten Ländern zu ineffizientem Wettbewerb um Renten statt zu produktiver Tätigkeit führt.
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