Bachelorarbeit, 2012
41 Seiten, Note: 1,0
1 Target2-Salden als öffentliches Diskussionsthema
2 Das Target2-System
2.1 Definition
2.2 Zielsetzung
3 Einführung und Entwicklung des Target2-Systems
4 Entstehen der Target2-Salden
4.1 Target2-Salden infolge einer Leistungstransaktion
4.1.1 Kreditvergabe der griechischen Geschäftsbank
4.1.2 Vergabe eines Refinanzierungskredits durch die griechische Zentralbank
4.1.3 Überweisung des Zentralbankguthabens
4.1.4 Veränderung der Vermögensbestände
4.1.5 Buchungen in den Zahlungsbilanzen
4.2 Target2-Salden aufgrund reiner Finanztransaktionen
4.3 Target2-Salden aufgrund einer Vermögensübertragung
5 Entwicklung der Target2-Salden
5.1 Stand der Target-Salden
5.2 Gründe für den Verlauf der Target2-Salden
6 Gefahrenpotential der Target2-Salden
6.1 Einfluss auf den Kreditmarkt
6.1.1 Verdrängung der Refinanzierungskredite
6.1.2 Einfluss auf die Kreditvergabe an den Privatsektor
6.2 Target2-Kredite als Finanzierung der Leistungsbilanzdefizite
6.3 Auswirkungen einer Veränderung der Zusammensetzung des Eurosystems
6.3.1 Staatspleite Griechenlands
6.3.2 Austritt Deutschlands aus dem Eurosystem
6.4 Target2-Saldo als Gefahr für die Goldreserven der Deutschen Bundesbank
6.4.1 Aktiva der Bundesbank
6.4.2 Bundesbank als Nettoschuldner gegenüber Geschäftsbanken
7 Fazit
Die Arbeit untersucht das Zustandekommen und die ökonomische Bedeutung der Target2-Salden vor dem Hintergrund der europäischen Staatsschuldenkrise. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob diese Salden eine reale Gefährdung für die Deutsche Bundesbank und das Eurosystem darstellen oder lediglich Transaktionen im Zahlungsverkehr widerspiegeln.
4.1.2 Vergabe eines Refinanzierungskredits durch die griechische Zentralbank
Das neu geschöpfte Giralgeld kann allerdings nicht sofort von dem Guthaben des Waschsalons bei der griechischen Geschäftsbank an das deutsche Geschäftsbankkonto der Bosch GmbH überwiesen werden, da die Banken untereinander kein Giralgeld, sondern nur Zentralbankgeld der Europäischen Zentralbank anerkennen. Die griechische Bank benötigt folglich ein Guthaben in Form von Zentralbankgeld. Dieses Zentralbankgeld kann sie sich, falls nicht vorhanden, von einer anderen Geschäftsbank auf dem Interbankenmarkt oder bei der griechischen Zentralbank leihen. In diesem Beispiel hat sie kein Zentralbankgeld auf ihrem Guthaben bei ihrer nationalen Zentralbank, folglich leiht sie sich nun von dieser das nötige Zentralbankgeld. Dafür muss sie Sicherheiten, etwa in Form von Wertpapieren, hinterlegen. Die griechische Geschäftsbank bekommt daraufhin ein Guthaben an Zentralbankgeld bei der griechischen Zentralbank und diese erhält eine Forderung gegenüber der griechischen Geschäftsbank in Höhe des Zentralbankguthabens dieser.
1 Target2-Salden als öffentliches Diskussionsthema: Einführung in die Problematik der Euro-Krise und die kontroversen Debatten um die Target2-Salden als Instrument der Kreditvergabe.
2 Das Target2-System: Erläuterung der technischen Definition und der übergeordneten Zielsetzung des Target2-Zahlungssystems.
3 Einführung und Entwicklung des Target2-Systems: Historische Darstellung der Migrationsphasen und der Systemintegration innerhalb des Eurosystems.
4 Entstehen der Target2-Salden: Detaillierte Herleitung der Saldenentstehung durch Leistungs- und Finanztransaktionen sowie Vermögensübertragungen anhand von Buchungsbeispielen.
5 Entwicklung der Target2-Salden: Analyse der zeitlichen Entwicklung und der Ursachen für den starken Anstieg der Salden seit der Finanzkrise 2007/2008.
6 Gefahrenpotential der Target2-Salden: Kritische Untersuchung der Thesen zu Kreditmarktbeeinträchtigungen, Staatspleiterisiken und einer Gefährdung der Goldreserven.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Target2-Salden als Abbild von Zahlungsströmen statt als reale Verschuldungsinstrumente.
Target2-System, Euro-Krise, Zahlungsbilanz, Zentralbankgeld, Refinanzierungskredit, Kapitalflucht, GIIPS-Staaten, Deutsche Bundesbank, EZB, Kreditvergabe, Zahlungsverkehr, Staatspleite, Nettoschuldner, Geldpolitik, Währungsunion.
Die Arbeit analysiert die Ursachen und die Problematik von Target2-Salden im Eurosystem und setzt sich kritisch mit den ökonomischen Thesen zu deren Gefahrenpotential auseinander.
Die zentralen Themen umfassen das Target2-Zahlungssystem, die Zahlungsbilanzmechanismen, die Auswirkungen der Finanzkrise auf Kapitalströme und die Stabilität des Eurosystems.
Ziel ist es zu klären, ob Target2-Salden als verdeckte Kredite fungieren, die zulasten deutscher Banken gehen, oder ob sie lediglich einen elektronischen Abgleich von Zahlungen darstellen.
Die Arbeit verwendet eine deskriptive sowie analytische Methode, wobei sie komplexe ökonomische Sachverhalte anhand von Zahlungsbilanz- und Bilanzbuchungsbeispielen (Kontenform) verdeutlicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die technische Entstehung der Salden, die historische Entwicklung seit 2007 und eine ausführliche Diskussion der Gefahrenpotentiale hinsichtlich Kreditmarkt, Staatsrisiken und Goldreserven.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Target2, Euro-Krise, Zentralbankbilanz, Kapitalflucht und Leistungsbilanz geprägt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass über das Target2-System technisch kein Kredit geschöpft wird; es dokumentiert lediglich Zahlungsströme zwischen nationalen Zentralbanken.
Die Salden steigen primär durch Kapitalflucht aus Krisenländern in sicherere Anlagemärkte wie Deutschland, nicht primär durch Leistungsbilanzdefizite.
Nein, der Autor widerlegt die These, dass die Bundesbank ihre Goldreserven zur Finanzierung von Salden verkaufen müsse, da die entsprechenden Aktiva-Posten keine Verkäufe von Sicherheiten erfordern.
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