Bachelorarbeit, 2015
84 Seiten, Note: 1,0
Einführung in die Thematik
A) Theoretischer Teil
1. Klärung der zentralen Begriffe
1.1. Heim/Heimerziehung
1.1.1. Das Heim als Erziehungsort - mögliche Definitionen
1.1.2. Gesetzliche Grundlage für Heimerziehung (Jugendwohngruppen)
1.1.3. Gründe für und Ziele von Heimerziehung
1.1.4. Die (Jugend-)Wohngruppe - Geschichte und Charakteristika
1.2. Adoleszenz
1.2.1. Allgemeine Definition
1.2.2. Die Adoleszenz als Ablösungsprozess
2. Exkurs: Bindungstheorie und Bindungsforschung im Kontext von Heimerziehung
2.1 Die Entwicklung der Bindungsbeziehung
2.2. Bindungstypen/innere Arbeitsmodelle in Kindheit und Erwachsenenalter
2.3 Bindung in der Adoleszenz
3. Zur Bedeutung des ‚pädagogischen Bezugs‘ in der stationären Jugendwohngruppe
3.1. Der ‚pädagogische Bezug‘ nach Hermann Nohl
3.1.1. Begriffsentstehung
3.1.2. Darstellung des Theorems
3.1.3. Kritische Betrachtungen
3.1.4. Das Wesen des Erziehers - Drei Momente
3.1.5. Kurzresümee
3.2.1. Die KATA-TWG-Studie
3.2.2. Die Therapeutische Wohngruppe
3.2.3. Ergebnisse der Studie im Kontext des ‚pädagogischen Bezugs‘
3.2.4. Anforderungen an die Fachkräfte laut der Studie
3.3. Bindungstheoretische Erkenntnisse im Kontext des ‚pädagogischen Bezugs‘
3.3.1. das unsicher-vermeidende Arbeitsmodell von Bindung
3.3.2. Das unsicher-ambivalente Arbeitsmodell von Bindung
3.3.3. Das unsicher-organisierte Arbeitsmodell von Bindung
3.3.4. Konsequenzen für den Aufbau eines ‚pädagogischen Bezugs‘ in der Heimerziehung im Kontext von Bindungsforschung
4. Exkurs: Pädagogische Professionalität im Kontext von Heimerziehung
4.1. Die Professionalisierungstheorie nach Oevermann
4.2. Professionalisierungsbedürftigkeit pädagogischen Handelns in der Heimerziehung
B) Empirischer Teil
5. Forschungsdesign
6. Datenerhebungs- und Auswertungsmethoden
6.1. Die Methode des narrativen Experteninterviews
6.1.1. Das Experteninterviews nach Meuser/ Nagel
6.1.2. Das autobiografische narrative Interview nach Schütze
6.2. Die Methode der Fallrekonstruktion nach Kraimer
7. Analyse des narrativen Experten-Interviews
7.1. Analyse der objektiven Daten
7.1.1. Alters-/Geburtskohorte
7.1.2. Herkunftsmilieu
7.1.3. Familiäres Milieu
7.1.4. Schulischer Werdegang
7.1.5. Ausbildung/Praktika/Beruflicher Werdegang
7.1.6. Fort-/Weiterbildungen
7.1.7. Fallstrukturhypothese der objektiven Daten
7.2. Analyse der subjektiven Daten
7.2.1 Analyse der Eingangssequenz
7.2.2. Analyse der zweiten Sequenz
7.2.3. Analyse der dritten Sequenz
7.2.4. Analyse der vierten Sequenz
7.3. Gesamtfallstrukturhypothese
C) Schlussteil
8. Retrospektive Betrachtung/ Diskussion der Ergebnisse
9. Ausblick
Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die Bedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten eines pädagogischen Bezugs zwischen einer Fachkraft und einem jungen Menschen im Setting einer stationären Jugendwohngruppe. Ziel ist es, Determinanten für diesen Bezug zu identifizieren, unter Berücksichtigung bindungstheoretischer Aspekte und institutioneller Rahmenbedingungen.
3.1.2. Darstellung des Theorems
„Die Grundlage der Erziehung ist also das leidenschaftliche Verhältnis eines reifen Menschen zu einem werdenden Menschen, und zwar um seiner selbst willen, daß er zu seinem Leben und seiner Form komme.“ (Nohl 1970, S. 134)
An dieser Stelle wird besonders deutlich, welch elementare Bedeutung Nohl dem pädagogischen Bezug beimisst, indem er selbigen als Grundvoraussetzung von Erziehung bezeichnet. Weiterhin weist er darauf hin, dass der Pädagoge ein reifer Mensch sein bzw. dass er über eine gewisse Autonomie verfügen müsse. Nohl schreibt ebenso, dass die Ausrichtung am Individuum erfolgen solle. Als Intention des erzieherischen Handelns benennt er die Hinführung des jungen Menschen zur Autonomie und die Förderung seiner individuellen Fähigkeiten.
1. Klärung der zentralen Begriffe: Erläuterung der Grundlagen der Heimerziehung und der Lebensphase Adoleszenz als Ausgangspunkt für die pädagogische Arbeit.
2. Exkurs: Bindungstheorie und Bindungsforschung im Kontext von Heimerziehung: Darstellung der bindungstheoretischen Grundlagen und deren Relevanz für das Verständnis von Bindung in der stationären Jugendhilfe.
3. Zur Bedeutung des ‚pädagogischen Bezugs‘ in der stationären Jugendwohngruppe: Vertiefende theoretische Auseinandersetzung mit dem Nohl'schen Theorem und dessen Verknüpfung mit aktuellen Studien sowie Bindungsforschung.
4. Exkurs: Pädagogische Professionalität im Kontext von Heimerziehung: Kurze Analyse der Professionalisierungstheorie nach Oevermann im Hinblick auf das Handeln in Jugendwohngruppen.
5. Forschungsdesign: Begründung der Wahl qualitativer Forschungsmethoden zur Erschließung individueller pädagogischer Fallstrukturen.
6. Datenerhebungs- und Auswertungsmethoden: Detaillierte Beschreibung der narrativen Experteninterviews und der Methode der Fallrekonstruktion nach Kraimer.
7. Analyse des narrativen Experten-Interviews: Durchführung der Fallanalyse unterteilt in objektive und subjektive Daten sowie Bildung einer Gesamtfallstrukturhypothese.
8. Retrospektive Betrachtung/ Diskussion der Ergebnisse: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse aus Theorie und Empirie sowie Beantwortung der zentralen Forschungsfrage.
9. Ausblick: Diskussion der Konsequenzen für die Soziale Arbeit und Anregungen für zukünftige Forschung sowie die Praxis in Jugendhilfeeinrichtungen.
Pädagogischer Bezug, Heimerziehung, Jugendwohngruppe, Bindungstheorie, Adoleszenz, Fallrekonstruktion, Professionelles Handeln, Hermeneutik, Autonomieentwicklung, Beziehungsarbeit, Narrative Interviews, Soziale Arbeit, Lebensweltorientierung, Resilienz, Erziehung.
Die Arbeit untersucht, wie pädagogische Fachkräfte in Jugendwohngruppen tragfähige, pädagogische Beziehungen zu Jugendlichen aufbauen und gestalten können.
Die Schwerpunkte liegen auf dem pädagogischen Bezug nach Hermann Nohl, der Bindungstheorie im Kontext der Heimerziehung sowie der professionellen Identität von Erziehern.
Das Ziel ist die möglichst deutliche Skizzierung der Determinanten, die für die Gestaltung eines pädagogischen Bezugs in einer stationären Jugendwohngruppe entscheidend sind.
Es handelt sich um eine qualitative Studie. Als Haupterhebungsinstrument dienen narrative Experteninterviews, deren Material mittels fallrekonstruktiver Sequenzanalyse nach Kraimer ausgewertet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der Nohls Konzept und bindungstheoretische Aspekte erläutert, und einen empirischen Teil, in dem ein konkreter Praxisfall analysiert wird.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Pädagogischer Bezug, Heimerziehung, Bindungstheorie, Adoleszenz und Fallrekonstruktion.
Weil Nohl den pädagogischen Bezug als Grundvoraussetzung für gelingende Erziehung definiert, was den theoretischen Anker für die heutige Praxis in Heimen bildet.
Die Bindungstheorie dient dazu, Verhaltensweisen der Jugendlichen im Heimalltag besser zu deuten und die Notwendigkeit von Sicherheit und Konstanz in der Beziehungsgestaltung zu begründen.
Die Analyse zeigt, dass eine instabile Teamsituation oder häufige Wechsel (Huddel im Team) das Sicherheitsgefühl der Jugendlichen erschüttern und den Aufbau einer tragfähigen Beziehung behindern können.
Dieses Beispiel verdeutlicht, dass erlebnisorientierte Aktivitäten fernab des Alltags dazu beitragen können, dass Jugendliche „über sich hinauswachsen“ und Vertrauen zur Bezugserzieherin festigen.
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