Bachelorarbeit, 2017
51 Seiten, Note: 1,0
A. Einleitung
B. Die Theorie der Schweigespirale nach Elisabeth Noelle-Neumann
1. Entwicklungsgeschichte der Theorie
2. Öffentliche Meinung nach Elisabeth Noelle-Neumann
3. Die Grundannahmen der Theorie
3.1 Isolationsfurcht
3.2 Meinungsklima
3.3 Die fünf Hypothesen
4. Drei Aspekte der Theorie
4.1 Der Sozialpsychologische Aspekt
4.2 Der Kommunikationswissenschaftliche Aspekt
4.3 Der Soziologische Aspekt
5. Die Rolle der Massenmedien und Journalisten
6. Kritik an der Theorie der Schweigespirale
7. Weiterentwicklung der Schweigespirale
7.1 Online-Schweigespirale
7.1.1 Umweltbeobachtung des Individuums im Internet
7.1.2 Auswirkungen auf die Theorie der Schweigespirale
7.1.2.1 Konsonanz der Medienberichterstattung
7.1.2.2 Selektionsmöglichkeiten des Individuums im Internet
7.1.2.3 Die Online Rede- und Schweigebereitschaft
7.2 Aufmerksamkeitsspirale
8. Diskussion zur Aktualität der Theorie der Schweigespirale
8.1 Voraussetzungen der Schweigespirale
8.1.1 Moralische Ladung
8.1.2 Disput und Aktualität
8.1.3 Besondere Rolle der Massenmedien
8.1.3.1 Thematisierungsfunktion
8.1.3.2 Verleihung von Öffentlichkeit
8.1.3.3 Artikulationsfunktion
8.1.3.4 Medien als Quelle der Umweltwahrnehmung
8.2 Mögliches Auftreten einer Schweigespirale
8.2.1 Schweigespirale zugunsten Hilary Clintons
8.2.2 Schweigespirale zugunsten Donald Trumps
C. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Aktualität der Theorie der Schweigespirale nach Elisabeth Noelle-Neumann unter Berücksichtigung moderner Medienentwicklungen, insbesondere des Internets, anhand des Fallbeispiels der US-Präsidentschaftswahl 2016.
3.1 Isolationsfurcht
Das wichtigste Motiv und die erste Voraussetzung für das Vorliegen einer Schweigespirale ist die Isolationsfurcht der Individuen. Als Beispiel kann hier die bereits oben erläuterte Erfahrung Noelle-Neumanns mit der Studentin erwähnt werden, die aus Isolationsfurcht das Abzeichen der Partei ablegte (Roessing 2009: 23).
Auch Milgram und Asch haben sich in mehreren Experimenten mit der Isolationsfurcht des Menschen beschäftigt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich Menschen auch dann Mehrheitsmeinungen anschließen, wenn diese falsch sind (Scherer 1990: 19). Isolationsfurcht ist die Angst eines Individuums sich innerhalb einer Gruppe von Menschen zu isolieren. Es liegt in der sozialen Natur des Menschen von anderen beachtet und geliebt werden zu wollen (Noelle-Neumann 2001:64). Genau diese Beziehung zwischen den Menschen untereinander nennt der amerikanische Soziologe Thomas Scheff „the social bond“ (Scheff 1994: 4). Dieses soziale Band hat für jedes Individuum einen hohen emotionalen und sozialen Stellenwert, der nicht in Gefahr gebracht werden darf (Roessing 2011: 16). Jede Meinungsverschiedenheit zweier Personen kann einen Riss in dem sozialen Band verursachen. Das Individuum verliert Ansehen und macht sich unbeliebt, es isoliert sich von seinem Mitmenschen. Um dieses Band nicht zu gefährden, folgen die Menschen der öffentlichen Meinung und den Denk- und Verhaltensweisen, die dieser zugrunde liegen. Das wiederum setzt voraus, dass der Einzelne sein Umfeld ständig beobachtet und sich dementsprechend verhält (Noelle Neumann 2001: 90).
A. Einleitung: Die Arbeit führt in die Theorie der Schweigespirale ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob das Konzept auf aktuelle Wahlen, speziell die US-Wahl 2016, anwendbar ist.
B. Die Theorie der Schweigespirale nach Elisabeth Noelle-Neumann: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge, die psychologischen Grundannahmen wie die Isolationsfurcht und die wissenschaftlichen Aspekte der Theorie.
1. Entwicklungsgeschichte der Theorie: Beschreibt die Beobachtungen bei den Bundestagswahlen 1965 und 1972, die Noelle-Neumann zur Formulierung ihrer Hypothesen inspirierten.
2. Öffentliche Meinung nach Elisabeth Noelle-Neumann: Definiert den Begriff der öffentlichen Meinung aus sozialpsychologischer Perspektive und untersucht die Bedeutung von Meinungsklimata.
3. Die Grundannahmen der Theorie: Analysiert die essenziellen Voraussetzungen für Schweigespiralprozesse, insbesondere die Angst vor gesellschaftlicher Isolation.
4. Drei Aspekte der Theorie: Beleuchtet die sozialpsychologische, kommunikationswissenschaftliche und soziologische Dimension der Theorie.
5. Die Rolle der Massenmedien und Journalisten: Untersucht, wie Medien durch Konsonanz und Kumulation das Meinungsklima prägen und Einfluss nehmen.
6. Kritik an der Theorie der Schweigespirale: Setzt sich mit methodischen und inhaltlichen Kritikpunkten auseinander, die im Laufe der Jahrzehnte geäußert wurden.
7. Weiterentwicklung der Schweigespirale: Erörtert die Relevanz der Theorie im Internetzeitalter und die Entstehung der Online-Schweigespirale sowie der Aufmerksamkeitsspirale.
8. Diskussion zur Aktualität der Theorie der Schweigespirale: Diskutiert die Anwendbarkeit der Theorie auf die US-Wahl 2016 und analysiert, ob und wie diese den Prozess beeinflusst haben könnte.
C. Fazit: Fasst zusammen, dass die Theorie trotz methodischer Herausforderungen relevant bleibt und durch die Einbeziehung neuer Medien auf moderne Ereignisse angewandt werden kann.
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Die Arbeit analysiert die Theorie der Schweigespirale von Elisabeth Noelle-Neumann und hinterfragt, ob dieses mediensoziologische Konzept zur Erklärung moderner politischer Ereignisse, wie der US-Präsidentschaftswahl 2016, weiterhin taugt.
Zu den Kernbereichen zählen die theoretischen Fundamente der Schweigespirale, die Rolle der Massenmedien bei der Konstruktion von Öffentlichkeit, die psychologische Angst des Individuums vor Isolation sowie die Transformation dieser Phänomene durch das Internet.
Das Ziel ist es, die Gültigkeit der Theorie in einem geänderten medialen Umfeld zu prüfen und Szenarien aufzuzeigen, wie sich die Schweigespirale im Kontext der Wahl zwischen Donald Trump und Hillary Clinton manifestiert haben könnte.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer theoretischen Diskussion existierender wissenschaftlicher Arbeiten, ergänzt durch die Anwendung der Theorie auf aktuelle Fallbeispiele.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Theorie, die psychologischen und soziologischen Dimensionen, die Kritik an den Annahmen von Noelle-Neumann sowie die Erweiterung des Konzepts auf das Internet und die "Aufmerksamkeitsspirale".
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Schweigespirale, Isolationsfurcht, Medienwirkung, Meinungsklima und Online-Kommunikation definiert.
Das Internet bietet neue Quellen der Umweltbeobachtung und erlaubt individuelle Selektionsmuster, wodurch die klassische, konsonante Medienberichterstattung der 1970er Jahre durch ein fragmentierteres Meinungsklima ergänzt oder herausgefordert wird.
Die Wahl ist ein idealtypisches Fallbeispiel für eine hochgradig polarisierte Gesellschaft mit moralisch aufgeladenen Themen, an dem die Wirksamkeit der Schweigespirale und der Einfluss populistischer Strategien auf die öffentliche Meinung besonders gut illustriert werden können.
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