Masterarbeit, 2015
62 Seiten, Note: 2,0
Vorwort
A. Zivilrechtliche Grundlagen
I. Allgemeine Grundlagen
1. Begriff und Umfang des Nießbrauchs
a) Begriff des Nießbrauchs
b) Nutzungen
aa) Früchte
bb) Gebrauchsvorteile
c) Substanz
2. Rechtsnatur
a) Abspaltungstheorie
b) Duldungstheorie
c) Fazit
3. Bestellung des Nießbrauchs
a) Verfahren der Nießbrauchbestellung
aa) Bewegliche Sachen (Mobilien)
bb) Unbewegliche Sachen (Immobilien)
cc) Recht
b) Arten der Nießbrauchbestellung
aa) Zuwendungsnießbrauch
bb) Eigentümernießbrauch
(1). Unbewegliche Sachen
(2). Bewegliche Sachen
(3). Rechte
cc) Vorbehaltsnießbrauch
c) Bruchteils- und Quotennießbrauch
II. Nießbrauch an Personengesellschaftsanteilen
1. Bestellung des Nießbrauchs
a) Zulässigkeit
aa) Gegenstand des Nießbrauchs
bb) Übertragbarkeit des Anteils
cc) Zustimmungsbedürftigkeit
dd) Abspaltungsverbot
b) Übertragung des Nießbrauchs
2. Umfang des Nießbrauchrechts
a) gesellschaftsrechtliche Mitwirkung
aa) Stimmrecht
bb) Geschäftsführung, Informations- und Kontrollrechte
cc) Treuepflicht
b) Gewinn- und Verlustbeteiligung
aa) Laufender Gewinn
bb) Außerordentliche Erträge
cc) Zinsen
dd) Verluste
c) Haftung gegenüber Dritten
3. Das Verhältnis von Nießbrauch und Gesellschaftsanteil
a) Anwachsung von weiteren Anteilen
aa) Bezugsrecht
bb) Nutzungen
b) Auflösung der Gesellschaft
c) Kündigung / Ausschluss des Nießbrauchbestellers
d) Übertragung des Anteils
e) Tod des Nießbrauchbestellers
f) Tod des Nießbrauchers
B. Steuerliche Behandlung
I. Ertragsteuerliche Behandlung des Nießbrauchs
1. Zurechnung der Einkünfte aus dem Anteil, § 2 Abs. 1 EStG
a) Mitunternehmerstellung des Nießbrauchverpflichteten
aa). Gesellschafterstellung
bb). Mitunternehmerinitiative
cc) Mitunternehmerrisiko
b) Mitunternehmerstellung des Nießbrauchers
aa) Gesellschafterstellung
bb) Mitunternehmerinitiative
cc) Mitunternehmerrisiko
c) Folgen
aa) Einfache Mitunternehmerstellung
(1). Einfache Mitunternehmerstellung des Gesellschafters
(2). Einfache Mitunternehmerstellung des Nießbrauchers
bb) Doppelte Mitunternehmerstellung
(1). Entnahmefähiger Teil des laufenden Gewinns
(2). Vergütungen i.S.d. § 15 Abs. 1 Nr. 2 S. 1 HS. 2 EStG
(3). Gutschriften auf einem Darlehens-/ Verrechnungskonto
(4). Gutschriften auf dem Kapitalkonto
(5). Gutschriften auf dem Rücklagenkonto
(6). Realisierung stiller Reserven
(7). Außerbilanzielle Korrekturen
(8). Steuerermäßigungen gem. §§ 34a, 35 EStG
(9). Veräußerungs-/ Aufgabegewinn
(10). Verluste
(11). Besteuerungszeitpunkt
d) Zivilrechtliche Unwirksamkeit der Nießbrauchbestellung
2. Behandlung der Nießbrauchbestellung
a) Entgeltliche Bestellung
aa) Einfache Mitunternehmerstellung des Gesellschafters
bb) Einfache Mitunternehmerstellung des Nießbrauchers
cc) Doppelte Mitunternehmerstellung
dd) Bilanzierung der Entgeltzahlung
b) Unentgeltliche Bestellung
c) Teilentgeltliche Bestellung
d) Bilanzierung des Nießbrauchs
aa) Beim Nießbraucher
bb) Beim Gesellschafter
(1). Entgeltliche Nießbrauchbestellung
(2). Unentgeltliche Nießbrauchbestellung
(3). Teilentgeltliche Bestellung
3. Beendigung des Nießbrauchs
a) Ablösung des Nießbrauchs
aa) Behandlung beim Nießbraucher
bb) Behandlung beim Gesellschafter
(1). Gesellschafter ist Mitunternehmer
(2). Gesellschafter ist nicht Mitunternehmer
b) Verzicht auf den Nießbrauch
c) Tod des Nießbrauchers
II. Schenkung-/ erbschaftsteuerliche Behandlung des Nießbrauchs
1. Bewertung des Nießbrauchs
2. Nießbrauchbestellung
a) Steuerbarkeit
aa) Zuwendungsnießbrauch
bb) Vermächtnisnießbrauch
cc) Vorbehaltsnießbrauch
b) Steuerpflicht
c) Abziehbarkeit der Nießbrauchlast
3. Beendigung des Nießbrauchs
a) Nießbrauchverzicht
b) Tod des Nießbrauchers
III. Umsatzsteuerliche Behandlung des Nießbrauchs
1. Steuerbarkeit
a) Entgeltliche Nießbrauchbestellung
b) Unentgeltliche Nießbrauchbestellung
2. Steuerpflicht
3. Vorsteuerabzug
a) Beim Nießbraucher
b) Beim Nießbrauchbesteller
Schlusswort
Die Arbeit untersucht die komplexen zivilrechtlichen Grundlagen sowie die ertrag-, schenkung-, erbschaft- und umsatzsteuerliche Behandlung des Nießbrauchs am Anteil einer Personengesellschaft, insbesondere im Kontext der vorweggenommenen Erbfolge. Ziel ist es, die bestehende Rechtsunsicherheit durch eine systematische Analyse der gesellschaftsrechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen zu verringern und Gestaltungsempfehlungen für die Praxis zu geben.
a) Begriff des Nießbrauchs
Der Nießbrauch bezeichnet gem. § 1030 Abs. 1 BGB das dingliche Recht, die Nutzungen einer bestimmten Sache oder eines bestimmten Rechts zu ziehen. Er kann sowohl an Sachen i.S.d. zweiten Abschnitts des ersten Buchs des BGB, als auch an Rechten bestellt werden. Als Nutzungsrecht stellt der Nießbrauch einen immateriellen Vermögensgegenstand dar.
Seinen Ursprung findet er im römischen Recht. Dort hat sich etwa im 3. Jhd. v. Chr. das Rechtsinstitut des „ususfructus“ (lat. usus = Gebrauch; fructus = Nutzung, Frucht) zur Versorgung von Witwen und Töchtern entwickelt, welches als solches ein umfassendes Nutzungsrecht an einer Sache als Teil des Eigentumsrechts bedeutete.
Gem. § 1059 S. 1 BGB ist der Nießbrauch nicht übertragbar und stellt somit ein nicht veräußerliches höchstpersönliches Recht dar.
A. Zivilrechtliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die dogmatischen Grundlagen des Nießbrauchs, seine Rechtsnatur und die zivilrechtlichen Besonderheiten bei seiner Bestellung an Sachen, Rechten sowie speziell an Anteilen an Personengesellschaften.
B. Steuerliche Behandlung: Der zweite Teil der Arbeit widmet sich der ertragsteuerlichen Zurechnung von Einkünften, den bilanzrechtlichen Folgen sowie den erbschaft-, schenkung- und umsatzsteuerlichen Implikationen der Nießbrauchgestaltung bei Personengesellschaften.
Nießbrauch, Personengesellschaft, Gesellschaftsanteil, Mitunternehmer, Ertragsteuer, Schenkungsteuer, Erbschaftsteuer, Umsatzsteuer, Vorweggenommene Erbfolge, Gewinnanteil, Sonderbetriebsvermögen, Duldungsleistung, Gesellschafterrechte, Mitunternehmerrisiko, Mitunternehmerinitiative
Die Arbeit behandelt die zivil- und steuerrechtliche Einordnung und Problematik des Nießbrauchs an Anteilen an Personengesellschaften als Instrument der vorweggenommenen Erbfolge.
Die Arbeit gliedert sich in die zivilrechtliche Grundlagenanalyse, die ertragsteuerliche Mitunternehmerproblematik sowie die umsatz-, erbschaft- und schenkungsteuerliche Würdigung der Nießbrauchgestaltung.
Das Ziel ist die Klärung zivil- und steuerrechtlicher Streitfragen, um Rechtsunsicherheit bei der Gestaltung von Nießbrauchverhältnissen in Personengesellschaften abzubauen.
Die Autorin/der Autor nutzt eine dogmatische Analyse auf Basis geltender gesetzlicher Regelungen, Rechtsprechung und Fachliteratur, um das Nießbrauchverhältnis systematisch zu durchdringen.
Der Hauptteil befasst sich ausführlich mit der Bestellung des Nießbrauchs, der gesellschaftsrechtlichen Mitwirkung des Nießbrauchers (Stimmrecht, Kontrollrechte) sowie der komplexen steuerlichen Zuordnung von Gewinnanteilen und Verlusten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nießbrauch, Mitunternehmerstellung, Personengesellschaft und steuerliche Gestaltung charakterisiert.
Die Trennung ist zentral: Während der Nießbraucher als Rechtsfrucht den Gewinnanteil erhält, bleibt die Substanz der Beteiligung beim Gesellschafter, was die rechtliche Zuweisung von Stimmrechten und Haftungsfragen determiniert.
Die Einstufung entscheidet darüber, ob und wem steuerlich Gewinne zugerechnet werden und ob Sonderausgaben oder Betriebsausgaben im Zusammenhang mit dem Nießbrauch steuerlich geltend gemacht werden können.
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