Bachelorarbeit, 2014
37 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Religionen im Libanon
2.1 Entstehung und Charakteristika
2.1.1 Maroniten
2.1.2 Griechisch-orthodoxen
2.1.3 Drusen
2.1.4 Sunniten
2.1.5 Schiiten
2.2 Topographie und Siedlungsräume
2.3 Sozioökonomische und kulturelle Bedeutung
2.3.1 Sozialhierarchie und Klientelismus
2.3.2 Konfessionsgemeinschaften als Kultgemeinschaften
3. Geschichte des Libanon
3.1 Ğabal Lubnān - Das Libanongebirge
3.2 Die Osmanische Provinz Libanon (1516-1918)
3.3 Das französische Mandatsgebiet Libanon bis zur Unabhängigkeit (1920-1943)
3.4 Der unabhängige Staat Libanon bis zum Bürgerkrieg (1943- 1975)
3.5 Der libanesische Bürgerkrieg (1975-1990)
4. Das konfessionelle Proporzsystem
4.1 Begriffsdefinition
4.2 Geschichtliche Entwicklung des konfessionellen Proporzes
4.2.1 Konfessionelle Teilung im Osmanischen Reich
4.2.1.1 Millet-System
4.2.1.2 Das System der Qāʾimmaqāmiyyah (1842-1860)
4.2.1.3 Das System der Mutaṣarrifiyyah (1861-1915)
4.2.2 Verabschiedung der libanesischen Verfassung 1926
4.2.3 Die Volkszählung 1932
4.2.4 Der Nationalpakt 1943
4.2.5 Das Taif-Abkommen 1989
4.2.6 Das Wahlrecht seit dem Taif-Abkommen
4.2.7 Die libanesiche Krise und die Vereinbarung von Doha 2008
5. Schluss
Diese Bachelor-Arbeit untersucht das komplexe Proporzsystem im Libanon, welches eine politisch-konfessionelle Machtteilung zwischen den größten Religionsgemeinschaften vornimmt. Ziel ist es, die historische Entstehung und die sozioökonomische Bedeutung dieses Systems im Kontext der libanesischen Geschichte zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
2.1 Entstehung und Charakteristika
Der Libanon beherbergt eine Vielzahl von konfessionellen Gemeinschaften. Muslim, Christen und Drusen stellen die größten Religionsgruppen dar. Die Muslime teilen sich in den sunnitischen und schiitischen Islam. Als eine eigenständige Gruppe werden hier die Drusen vorgestellt, die einerseits durch ihre religiöse Besonderheit und andererseits als eine historisch-politische Gruppe eine eigene Rolle in der libanesischen Gesellschaft spielen. Bis ins 19. Jahrhundert seien die zusammen mit den Maroniten die Hauptakteure der libanesischen Geschichte gewesen (Peter Heine 1996, zit. nach ANGERN 2010: 68). In politischer Praxis gehören Drusen offiziell zur islamischen Religion. Das Christentum im Libanon zählt zwölf anerkannte verschiedene christliche Denominationen. Die protestantische Gemeinschaft werde in dieser Konfessionszählung als Gesamtheit nur einmal bewertet. Weitere christliche Denominationen im Libanon sind die Griechisch-Orthodoxe Kirche, die Armenische Apostolische Kirche, die Syrisch-Orthodoxe Kirche, die Heilige und Apostolische Kirche des Ostens, die Koptische Kirche, die Maronitische Kirche, die Griechisch-Katholische Kirche, die Armenisch-Katholische Kirche, die Syrisch-Katholische Kirche, die Chaldäische Kirche und die Römisch-Katholische Kirche.
Die Vielzahl der christlichen Denominationen im Libanon, wie überhaupt im Orient, steht in unmittelbaren Zusammenhang mit den christologisch-dogmatischen Auseinandersetzungen innerhalb der frühen orientalischen Christenheit und mit der besonderen Entwicklung des Oströmischen Reichs in Auseinandersetzung mit den islamischen Eroberungen. (ANGERN 2010:70)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das komplexe Phänomen des libanesischen Proporzsystems ein und skizziert den Aufbau der Arbeit, die sich in drei Hauptkapitel unterteilt.
2. Religionen im Libanon: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen konfessionellen Gemeinschaften, ihre historische Entstehung, ihre Rolle als soziale Netzwerke sowie ihre soziokulturelle Bedeutung.
3. Geschichte des Libanon: Dieses Kapitel bietet einen chronologischen Überblick über die historische Entwicklung des Libanon, von der osmanischen Herrschaft über das französische Mandat bis zum Bürgerkrieg.
4. Das konfessionelle Proporzsystem: Dieses Kernkapitel definiert das Proporzsystem und analysiert detailliert dessen historische Entwicklung sowie die wichtigsten Abkommen und Ereignisse, die das politische System prägen.
5. Schluss: Das Schlusskapitel bilanziert, dass das Proporzsystem sowohl Segen als auch Fluch für den Libanon darstellt und stellt die Frage nach der Zukunft des Konfessionalismus im Land.
Libanon, Proporzsystem, Konfessionalismus, Konfessionsgemeinschaften, Maroniten, Sunniten, Schiiten, Drusen, Nationalpakt, Taif-Abkommen, Konkordanzdemokratie, Bürgerkrieg, Identitätsbildung, Machtteilung, Religion.
Die Arbeit behandelt das politische System des Libanon, welches durch eine konfessionelle Machtteilung – das sogenannte Proporzsystem – geprägt ist.
Zentral sind die Rolle der Religionsgemeinschaften, die geschichtlichen Rahmenbedingungen und die Funktionsweise der machtpolitischen Proporzverteilung im libanesischen Staat.
Das Ziel ist es, das komplexe, spezifisch libanesische System der Machtteilung verständlich darzustellen und in den historischen Kontext einzuordnen.
Die Arbeit nutzt eine strukturiert-chronologische Analyse, um die historische Entwicklung und die gesellschaftlichen Strukturen des Libanon detailliert aufzuarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Religionen im Libanon, die Geschichte des Libanon und die detaillierte Analyse des konfessionellen Proporzsystems.
Wesentliche Begriffe sind Proporzsystem, Konfessionalismus, Konfessionsgemeinschaften, Identitätsbildung und politische Machtteilung.
Es ist umstritten, da es zwar alle Gruppen am politischen Prozess beteiligt, aber gleichzeitig zu gesellschaftlicher Fragmentierung und einer Lähmung durch festgefahrene Quotenregelungen führen kann.
Die Vereinbarung von Doha war eine notwendige Krisenintervention im Jahr 2008, um eine Blockade in der Präsidentennachfolge zu lösen und das Land vor einem erneuten Bürgerkrieg zu bewahren.
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