Masterarbeit, 2016
77 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Gesundheit
3 Familienbiographien
3.1 Institutionalisierung
3.2 Pluralisierung
4 Zusammenhang zwischen Familienstand und Gesundheit
4.1 Protektion
4.2 Selektion
5 Forschungsstand & Ableitung der Fragestellung
5.1 Empirische Forschungsergebnisse
5.2 Forschungsfrage & Hypothesen
6 Daten und Methode
6.1 Datengrundlage
6.2 Fixed-Effects-Regression
7 Analysen
7.1 Deskriptive Analyse
7.2 Regressionsanalyse
7.3 Ergebnisdiskussion
8 Schlussbetrachtung
9 Literatur
10 Anhang
Anhang 1: Eheschließungen und Ehescheidungen in Deutschland
Anhang 2: Sample Beschreibung
Anhang 3: Hausman-Tests
Anhang 4: Fixed Effects Individual Slopes
Anhang 5: Übergangswechsel Familienstände nach Kohorte
Die Arbeit untersucht, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Familienstand und der gesundheitlichen Zufriedenheit auch in der heutigen Zeit, geprägt durch pluralisierte Lebensformen, festzustellen ist, und prüft hierbei kritisch die Ansätze der Protektion und der Selektion anhand von Längsschnittdaten.
4.1 Protektion
Die Protektionsthese geht anknüpfend an den bisherigen Überlegungen der Netzwerktheorie davon aus, dass die Ehe den Ursprung einer besseren Gesundheit beziehungsweise niedrigeren Mortalität darstellt. Die Mechanismen der Protektion sind vielfältig und greifen teilweise ineinander. Sie lassen sich jedoch grob in die drei Bereiche ökonomische Vorteile, gesünderer Lebensstil sowie emotionale Unterstützung einteilen. Zahlreiche Autoren führen die bessere Gesundheit auf die finanzielle Besserstellung von Ehepartnern zurück (Lillard & Waite, 1995; Rogers, 1995). Demnach ermöglicht ein höheres Realeinkommen (in Folge von zwei Einkommen oder aber durch die Spezialisierung der Partner auf Haus- und Erwerbsarbeit) nicht nur eine bessere Gesundheitsversorgung, sondern es senkt auch nachweislich das Risiko von psychischen (und dementsprechend auch physischen) Belastungen, die mit geringem Einkommen korrelieren (Wilson & Oswald, 2005).
Gleichzeitig wird angenommen, dass Ehepaare ein gesünderes und geregelteres Leben führen als Personen anderer Lebensformen (Umberson, 1992; Wyke & Ford, 1992). Dies wird insbesondere auf die soziale Kontrolle zurückgeführt, wonach Ehepartner ihr Gesundheitsverhalten sowohl direkt als auch indirekt kontrollieren. Die direkte Kontrolle erfolgt in Form von Hinweisen oder Erinnerungen (beispielsweise an Vorsorgeuntersuchungen, Arzttermine oder daran, sich zu schonen), aber auch in Form von Warnungen vor riskanten Anzeichen und Verhaltensweisen. Die indirekte Kontrolle drückt sich im eigenen Gesundheitsverhalten aus. Dabei wird Verantwortung gegenüber dem ehelichen Umfeld signalisiert, indem etwa bedrohliche Aktionen und Unternehmungen vermieden werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesundheitliche Relevanz des Familienstandes ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der heutigen Kausalität zwischen Ehe und Gesundheit vor dem Hintergrund veränderter Lebensformen.
2 Gesundheit: In diesem Kapitel wird der Begriff Gesundheit interdisziplinär definiert und dessen Abhängigkeit von personalen, sozialen und Verhaltensfaktoren erläutert.
3 Familienbiographien: Dieses Kapitel thematisiert den Wandel der Familienformen von der Institutionalisierung hin zur Pluralisierung sowie die abnehmende Bedeutung der Ehe.
4 Zusammenhang zwischen Familienstand und Gesundheit: Hier werden die theoretischen Erklärungsansätze der Protektion und Selektion im Kontext sozialer Netzwerke und Unterstützungsmechanismen vorgestellt.
5 Forschungsstand & Ableitung der Fragestellung: Das Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand und leitet basierend darauf die spezifischen Hypothesen dieser Untersuchung ab.
6 Daten und Methode: Dieses methodische Kapitel beschreibt die Datenbasis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) sowie das gewählte statistische Verfahren der Fixed-Effects-Regression.
7 Analysen: Hier erfolgt die empirische Auswertung des Datensatzes in deskriptiver Form sowie durch verschiedene Regressionsmodelle, gefolgt von einer Diskussion der Ergebnisse.
8 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass die untersuchten Hypothesen abgelehnt werden müssen, da kein signifikanter kausaler Zusammenhang nachweisbar ist.
Familienstand, Gesundheit, Ehe, Protektionsthese, Selektionsthese, Sozio-oekonomisches Panel, Fixed-Effects-Regression, Längsschnittdaten, Gesundheitszufriedenheit, Institutionalisierung, Pluralisierung, Lebensverlauf, Mortalität, Sozialisation, Geschlechterunterschiede.
Die Arbeit untersucht, ob verheiratete Menschen tatsächlich gesünder sind als ledige Personen und ob dieser Zusammenhang kausal auf die Ehe zurückzuführen ist oder durch Selektionseffekte erklärt werden kann.
Die zentralen Themen sind der Einfluss des Familienstandes auf die gesundheitliche Zufriedenheit, der Wandel von Lebensformen (Pluralisierung), sowie die theoretische Debatte zwischen der Protektions- und Selektionshypothese.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Familienstand und dem Gesundheitszustand auch heute noch in Deutschland empirisch festzustellen ist.
Die Autorin nutzt Längsschnittdaten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und wendet Fixed-Effects-Regressionsmodelle an, um personenspezifische Heterogenität zu kontrollieren.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Protektions- und Selektionsmechanismen, die deskriptive Auswertung der SOEP-Daten sowie die detaillierte Berechnung und Diskussion verschiedener Regressionsmodelle nach Geschlecht, Region und Alterskohorten.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Familienstand, Gesundheitszufriedenheit, Fixed-Effects-Modelle, Längsschnittanalyse und der sozioökonomische Wandel von Familienformen.
Die Analysen führen zur Ablehnung der Protektionsthese, da in den untersuchten Modellen kein signifikanter positiver Effekt des Familienstandes auf die Gesundheit festgestellt werden konnte.
Im Gegensatz zu vielen älteren Studien, die periodenbezogene Querschnittdaten nutzten, verwendet diese Arbeit Längsschnittdaten und Fixed-Effects-Regressionen, wodurch kausale Aussagen präziser geprüft werden können.
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