Bachelorarbeit, 2012
56 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Definitionen zu abweichendem Verhalten
2.2 Definitionen zu Lebenslauf
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Social-Control Theorie
3.1.1 attachment
3.1.2 commitment
3.1.3 involvement
3.1.4 belief
3.1.5 Hypothesen zur Social-Control Theorie
3.2 Age-Graded Theory of Informal Social Control
3.2.1 Hypothesen zur Age-Graded Theory of Informal Social Control
4 Bisherige Forschungen
4.1 Forschungen zu den zugrunde gelegten Theorien
4.2 Forschungen zu abweichendem Verhalten im Straßenverkehr
5 Datengrundlage
5.1 Methodische Vorgehensweise
5.2 Operationalisierung
5.2.1 Variablen zur Social-Control Theorie
5.2.2 Variablen zur Age-Graded Theory of Informal Social Control
6 Auswertung
6.1 Deskriptive Statistik
6.2 Logistische Regressionen
6.2.1 Auswertung zum Alterseffekt
6.2.2 Auswertung zur Social-Control Theorie
6.2.3 Auswertung zur Wendepunkttheorie
6.2.4 Diagnostik
7 Rückbezug der Ergebnisse zu den Theorien
8 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Lebensalter und abweichendem Verhalten im Straßenverkehr, am Beispiel der Missachtung roter Ampeln in München, unter Einbeziehung soziologischer Theorien der sozialen Kontrolle.
1 Einleitung
Im Jahre 2011 kam es in München zu 6.496 Verkehrsunfällen mit Personenschaden. In 11 Prozent der Fälle wurden Fußgänger verletzt. 78 Prozent der Fußgänger verursachten die Unfälle aufgrund ihres eigenen Fehlverhaltens (vgl. Verkehrsbericht des Polizeipräsidiums München 2011: 15, 21).
Daran wird deutlich, dass Fehlverhalten eine mögliche Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer darstellen kann. Halten sich Personen nicht an vorgegebene Regeln, lässt sich deren Verhalten im Straßenverkehr nur schwer vorhersehen und es kann dadurch bedingt zu sehr kritischen Situationen und Unfällen kommen. Indem sich Menschen nicht an vorgegebene Verkehrsregeln halten, weichen sie in ihrem Verhalten von den Regeln und Gesetzen der Gesellschaft ab.
Allgemein beschäftigen sich Soziologen neben anderen wissenschaftlichen Disziplinen mit abweichendem Verhalten, weil hierdurch Normen und geregelte Abläufe der Gesellschaft gestört werden können. Soziale Normen stellen eine bedeutende Thematik in den Sozialwissenschaften dar, da sie die Gesellschaft und das soziale Miteinander strukturieren und hierbei die Komplexität reduzieren.
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Themenstellung durch Unfallstatistiken und verknüpft die soziologische Forschung zu abweichendem Verhalten mit dem Lebenslaufansatz.
2 Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe „abweichendes Verhalten“ und „Lebenslauf“ innerhalb soziologischer Definitionen und deren Relevanz für die vorliegende Arbeit.
3 Theoretische Grundlagen: Hier werden die „Social-Control Theorie“ und die „Age-Graded Theory of Informal Social Control“ detailliert vorgestellt und Hypothesen für die empirische Analyse abgeleitet.
4 Bisherige Forschungen: Das Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu kriminellem und abweichendem Verhalten im Lebenslauf sowie im speziellen Kontext des Straßenverkehrs.
5 Datengrundlage: Beschreibung der Methodik, des Forschungsdesigns und der Operationalisierung der Variablen basierend auf dem Datensatz zum Ampelverhalten Münchner Passanten.
6 Auswertung: Darstellung der deskriptiven Ergebnisse und Durchführung der logistischen Regressionsmodelle zur Überprüfung der theoretischen Hypothesen.
7 Rückbezug der Ergebnisse zu den Theorien: Zusammenfassende Interpretation der statistischen Ergebnisse im Lichte der eingangs vorgestellten soziologischen Theorien.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Arbeit, Reflexion über die Datengrundlage sowie Anregungen für zukünftige Forschungsprojekte.
Soziologie, abweichendes Verhalten, Lebenslauf, Social-Control Theorie, Age-Graded Theory of Informal Social Control, Verkehrsverhalten, Rotlichtverstoß, Soziale Kontrolle, Wendepunkte, Empirische Sozialforschung, Logistische Regression, München, Normabweichung, Bindungselemente, Lebensphasen
Die Arbeit untersucht abweichendes Verhalten am Beispiel von Rotlichtverstößen von Fußgängern in München unter soziologischen Gesichtspunkten.
Die zentralen Themenfelder sind die soziale Kontrolle, die Bedeutung von Lebensereignissen (Wendepunkte) und der Einfluss des Lebensalters auf regelkonformes oder abweichendes Verhalten.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob Unterschiede hinsichtlich des Lebensalters bei abweichendem Verhalten an Ampeln existieren und ob sich altersbedingte Wendepunkte im Lebenslauf empirisch nachweisen lassen.
Es wird eine offene, hochstrukturierte Fremdbeobachtung kombiniert mit einer standardisierten Befragung durchgeführt. Zur statistischen Analyse dienen binäre logistische Regressionsmodelle.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Hypothesen aus der Social-Control Theorie und der Age-Graded Theory sowie die empirische Überprüfung dieser Hypothesen mittels der erhobenen Daten.
Zu den Schlüsselwörtern zählen Soziologie, abweichendes Verhalten, Lebenslauf, soziale Kontrolle, Rotlichtverstoß und empirische Sozialforschung.
Die Ampelsituation ermöglicht eine klare, empirisch beobachtbare Trennung zwischen konformem Verhalten (Warten) und abweichendem Verhalten (Gehen bei Rot).
Wendepunkte (wie Eheschließung oder die Geburt eines Kindes) dienen als theoretisches Konzept, um zu erklären, wie sich soziale Bindungen verändern und dadurch abweichendes Verhalten im Lebenslauf beeinflussen können.
Ja, die deskriptive Statistik und die Regressionsanalyse zeigen eine Tendenz, dass mit steigendem Alter die Wahrscheinlichkeit für Ampelverstöße abnimmt.
Aufgrund begrenzter Fallzahlen in bestimmten Altersgruppen sind die Ergebnisse als tendenzielle Bestätigung der Theorien zu werten, erlauben jedoch keine endgültige, generalisierbare Aussage.
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