Bachelorarbeit, 2015
67 Seiten, Note: 2,5
1. Einführung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Text als Untersuchungsgegenstand der Textlinguistik
2.2. Textsorten und ihre Klassifikation
2.3. Textfunktion
3. Linguistische Analyse Horoskope als Pressetextsorte
3.1. Theoretische Grundlagen für Untersuchungskriterien
3.1.1. Begriffsbestimmung »Horoskop«
3.1.2. Horoskope als Pressetexsorte
3.1.3. Zum Forschungsstand
4. Sprachliche Analyse
4.1. Situationalität
4.1.1. Die Produzenten von Pressehoroskopen.
4.1.2. Die Rezipienten von Horoskopen
4.1.3. Die materielle Textgestalt
4.2. Funktionalität
4.2.1. Horoskop als Informationstext
4.2.2. Horoskop als Appelltext
4.2.3. Horoskop als Kontakttext
4.3. Thematizität
4.4. Formulierungsadäquatheit
4.4.1. Formulierungsmuster
4.4.2. Textsortenspezifische Lexeme und Wortgruppen
4.4.2.1. Personenbezeichnungen
4.4.2.2. Objektbezeichnungen
4.4.2.3. Bezeichnungen für den Bezug auf die Sterne
4.4.3. Zeitausdrücke
4.4.4. Modalität
4.4.5. Syntaktische Charakteristika
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Textsorte "Pressehoroskop" sprachwissenschaftlich zu analysieren und deren Bedeutung im massenmedialen Kontext aufzuzeigen. Dabei wird untersucht, durch welche sprachlichen Mittel und strukturellen Merkmale diese Texte trotz ihrer scheinbaren Trivialität für ein breites Publikum attraktiv gestaltet werden und wie die verschiedenen, teils widersprüchlichen Funktionen (Information, Appell, Kontakt) in der Praxis zusammenwirken.
3.1.2. Horoskope als Pressetextsorte
Obwohl heutzutage Horoskope in verschiedenen Massenmedien erscheinen, sind einige Gruppen von Zeitungen und Zeitschriften ohne sie nicht vorzustellen. Sie sind von vielen Menschen sehr beliebt und gehören für sie zur Pflichtlektüre. Tegtmeier weist darauf hin: „Kaum eine große Illustrierte, kaum eine Tageszeitung, die es sich noch nehmen ließe, eine Horoskop-Spalte anzubieten; es ist sogar belegt, daß die Auflagenzahlen empfindlich sinken, wenn Chefredakteure eine solche Kolumne wieder abschaffen. Zwar als ‚harmloses Gesellschaftsspiel‘ belächelt, ist die Lektüre des täglichen oder wöchentlichen Horoskops doch für viele Menschen zu einem absoluten Muß geworden […].” (Tegtmeier 1990, S. 11 zit. nach Bachmann-Stein 2004, S. 7) Fast zwei Drittel der Deutschen lesen Horoskope, die regelmäßig in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht werden (vgl. Köster 1998, S. 97). Es kann nicht genau festgestellt werden, wie das Horoskop in seiner derzeitigen Darstellungsform als massenmediale Textsorte entstanden ist, aber die ersten Horoskope erscheinen 1930 in einer englischen Zeitung R. H. Naylor’s Express.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die wissenschaftliche Vernachlässigung von Horoskopen und stellt die Relevanz einer sprachwissenschaftlichen Untersuchung dieser weit verbreiteten Massenmedientextsorte dar.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert textlinguistische Begriffe wie Text, Textsorte und Textfunktion sowie verschiedene wissenschaftliche Ansätze zur Definition von Textualität.
3. Linguistische Analyse Horoskope als Pressetextsorte: Hier erfolgt eine Begriffsbestimmung des Horoskops sowie eine Einordnung als Pressetextsorte, ergänzt durch einen Überblick über den bisherigen Forschungsstand.
4. Sprachliche Analyse: Dieser Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung des Korpus hinsichtlich Situationalität, Funktionalität, Thematizität und Formulierungsadäquatheit.
5. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse und betont, dass Horoskope trotz ihres Rufs als Trivialliteratur ein komplexes, untersuchungswürdiges Potenzial besitzen.
Horoskop, Pressetextsorte, Textlinguistik, Massenmedien, Textfunktion, Situationalität, Thematizität, Formulierungsadäquatheit, Modalität, Syntaktische Charakteristika, Sprachanalyse, Pressekommunikation, Astrologie, Alltagskommunikation, Textsortenklassifikation.
Die Arbeit befasst sich mit der sprachlichen Analyse der Textsorte "Pressehoroskop", wobei deren Eigenschaften im Kontext von Massenmedien wissenschaftlich untersucht werden.
Die Schwerpunkte liegen auf den textlinguistischen Kriterien der Situationalität, der kommunikativen Funktionalität, der thematischen Ausrichtung sowie den spezifischen sprachlichen Gestaltungsmitteln (Formulierungsadäquatheit).
Ziel ist es, die sprachlichen Mittel der Textsorte korpusgestützt zu beschreiben und aufzuzeigen, wie diese Texte trotz ihrer oft unterschätzten Rolle im Alltag funktionieren und strukturiert sind.
Die Analyse basiert auf einem korpusgestützten Ansatz, unter Anwendung des textlinguistischen Rahmenmodells von Heinemann/Heinemann, ergänzt durch eine Vergleichsmethode bei der Auswertung der verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der situativen Rahmenbedingungen (Produzenten/Rezipienten), die Bestimmung der dominanten Textfunktionen sowie die detaillierte Untersuchung der Lexik und Syntax.
Die wesentlichen Begriffe sind Textlinguistik, Pressehoroskop, Textfunktion, Situationalität und textsortenspezifische Formulierungsmuster.
Die Untersuchung zeigt, dass der Satzbau und die explizite Themennennung je nach Publikation variieren; während manche Zeitungen eine parataktische Struktur bevorzugen, dominieren in anderen hypotaktische Sätze.
Modalverben wie "können" und "sollen" sowie der Konjunktiv II werden genutzt, um die Aussagen zu relativieren und gleichzeitig eine beratende Funktion auszuüben, ohne verbindlich oder deterministisch zu wirken.
Die Arbeit argumentiert, dass das "unheimliche Potenzial" und die weite Verbreitung der Horoskope eine wissenschaftliche Auseinandersetzung rechtfertigen, da sie Erkenntnisse über den Sprachgebrauch und das Medienverhalten liefern.
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