Bachelorarbeit, 2015
72 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Credit Rating
2.1 Definition
2.2 Arten von Rating
2.3 Ratingprozess
2.4 Ratingagenturen
2.4.1 Funktion
2.4.2 Vorstellung des Ratingmarktes
2.5 Zusammenfassung
3. Kritik an der Ratingpraxis
3.1 Marktmacht der „Großen Drei“
3.2 Mangelnde Qualität und verspätete Anpassung der Ratings
3.3 Mangelnde Neutralität der Ratings durch Interessenkonflikte
3.3.1 Issuer-Pays-Modell
3.3.2 Doppelrolle Beratung und Rating
3.3.3 Voraussetzung für Gefälligkeitsratings: Mangelnde Transparenz
3.4 Exkurs: Krisenverstärkende Wirkung durch Ratingvorschriften
3.5 Zusammenfassung
4. Lösungsansätze in Europa zur Regulierung von Ratingagenturen
4.1 Selbstregulierung
4.2 Etappen zwischen Selbstregulierung und gesetzlicher Regulierung
4.2.1 Erste Regelungen zu Ratingagenturen in Richtlinien und Leitlinien
4.2.2 Konsultation von EU-Beratungsgremien zur Notwendigkeit einer gesetzlichen Regulierung
4.3 Gesetzliche Regulierung durch die EU-Ratingverordnungen
4.3.1 Verordnung (EG) Nr. 1060/2009
4.3.2 Verordnungen (EU) Nr. 1095/2010 und 513/2011
4.3.3 Verordnung (EU) Nr. 462/2013
4.3.4 Fazit zur Behebung der Defizite der Ratingpraxis durch die Rating-VO
4.3.4.1 Marktmacht der „Großen Drei“
4.3.4.2 Mangelnde Qualität und verspätete Anpassung der Ratings
4.3.4.3 Mangelnde Neutralität der Ratings durch Interessenkonflikte
4.3.4.4 Krisenverstärkende Wirkung durch Ratingvorschriften
4.4 Mögliche Lösungsansätze für die Zukunft
4.4.1 Schaffung eines europäischen Gegengewichts
4.4.1.1 Gründung einer Europäischen Ratingagentur
4.4.1.2 Errichtung eines Netzwerks kleiner europäischer Ratingagenturen
4.4.2 Abwendung vom Issuer-Pays-Modell
4.4.3 Rating-Alternativen
4.5 Zusammenfassung
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die kritische Rolle von Ratingagenturen im europäischen Finanzmarkt, insbesondere ihre Mitverantwortung bei der Entstehung und Verschärfung von Finanzkrisen. Ziel ist es, die Defizite der bestehenden Ratingpraxis – wie mangelnde Neutralität und unzureichende Transparenz – zu identifizieren und die Wirksamkeit der regulatorischen Gegenmaßnahmen der Europäischen Union kritisch zu evaluieren.
3.1 Marktmacht der „Großen Drei“
Bereits bei der Vorstellung des Ratingmarktes in Kapitel 2.4.2 wurde ersichtlich, dass er von drei amerikanischen Ratingagenturen dominiert wird, auch wenn es weltweit geschätzt 140 Ratingagenturen gibt. Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass 1975 durch die SEC nur wenige Ratingagenturen als NRSRO anerkannt wurden, und deshalb kaum Wettbewerb möglich war. Andererseits sorgen Skaleneffekte bei der Beschaffung von Informationen, die jahrelange Erfahrung der Großen Drei und die Bevorzugung deren standardisierter Methoden durch internationale Investoren für hohe Markteintrittsbarrieren.
Auch wenn einige Wirtschaftswissenschaftler Vorteile in einer oligopolistischen Marktstruktur sehen, da beispielsweise die geringe Auswahl an Agenturen die Verhandlungsmacht der Kunden schwächen und somit zu neutralen Ratings führen soll, stehen die meisten Experten der Abhängigkeit von wenigen Agenturen kritisch gegenüber. Denn zum einen führt der geringe Wettbewerb zu gegebenenfalls zu hohen Ratinggebühren, zum anderen wird befürchtet, dass Agenturen durch die geringe Konkurrenz weniger Wert auf die Qualität ihres Urteils legen und dies durch den geringen Vergleich nur schwer festgestellt werden kann. Außerdem können sich Ratingagenturen sogenannte Lock-in-Effekte zunutze machen, die für die Erhaltung der Konzentration auf dem Ratingmarkt sorgen: Wechselt ein Emittent die Ratingagentur, so fürchten Investoren unter Umständen, dass dies der Vermeidung einer Herabstufung dienen soll. Folglich verblieben Emittenten bei der gleichen Agentur, um das Vertrauen der Investoren nicht zu gefährden.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Rating als „Fieberthermometer“ der Märkte und stellt die Forschungsfrage nach den Defiziten der Ratingpraxis sowie deren aktueller Regulierung in Europa.
2. Credit Rating: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen über Arten, Prozesse und Funktionen von Ratingagenturen sowie eine Marktübersicht.
3. Kritik an der Ratingpraxis: Hier werden die Marktmacht, Interessenkonflikte und die krisenverstärkende Wirkung von Ratings durch Anreize in Finanzvorschriften kritisch analysiert.
4. Lösungsansätze in Europa zur Regulierung von Ratingagenturen: Dieses Hauptkapitel untersucht die Entwicklung von der Selbstregulierung über die EU-Ratingverordnungen bis hin zu zukünftigen Alternativen wie einer Europäischen Ratingagentur.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die Regulierung zwar wichtige Defizite eindämmt, aber systemische Probleme wie das Issuer-Pays-Modell weiterhin bestehen bleiben.
Ratingagenturen, Credit Rating, Finanzkrise, EU-Ratingverordnung, Interessenkonflikte, Issuer-Pays-Modell, Rating-Shopping, Marktmacht, Finanzmarktaufsicht, ESMA, Länderratings, Strukturierte Finanzprodukte, Regulierung, Wettbewerb, Rating-Alternativen.
Die Arbeit analysiert die Rolle von Ratingagenturen im Finanzsystem, die Kritik an ihrer Praxis im Kontext der Finanzkrise und die regulatorischen Antworten der Europäischen Union.
Zentrale Felder sind die Marktmacht der „Großen Drei“, die Problematik des Issuer-Pays-Modells, Interessenkonflikte und die Auswirkung regulatorischer Vorschriften auf die Finanzmarktstabilität.
Das Ziel ist es, Defizite der Ratingpraxis aufzuzeigen und zu evaluieren, inwieweit die EU-Verordnungen diese Schwachstellen beheben können und welche zukünftigen Lösungen existieren.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von EU-Verordnungen und Berichten von Aufsichtsbehörden wie der ESMA und dem CESR.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Kritik an bestehenden Praktiken und eine umfassende Untersuchung der EU-Regulierungsansätze bis hin zu Zukunftskonzepten.
Kernelemente sind Ratingagenturen, EU-Regulierung, Interessenkonflikte, Finanzkrise, Issuer-Pays-Modell, Marktmacht und Qualitätssicherung.
Da die Agenturen direkt von den Emittenten bezahlt werden, entsteht ein Anreiz für Gefälligkeitsratings, um Kunden zu binden, was die Unabhängigkeit gefährdet.
Die ESMA fungiert als zentrale europäische Aufsichtsbehörde, die die Einhaltung der Ratingverordnungen überwacht und befugt ist, Sanktionen bei Verstößen zu verhängen.
Die Autorin sieht die Regulierung als notwendigen Schritt zur Disziplinierung, weist jedoch darauf hin, dass grundlegende Probleme wie das Geschäftsmodell der Agenturen bisher nur unzureichend gelöst wurden.
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