Masterarbeit, 2017
147 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Aufbau der Arbeit
3. Politische Leadership
3.1. Politikwissenschaftliche Leadership-Forschung
3.2. Interaktionistische und sozialkonstruktivistische Ansätze
4. Kommunikationswissenschaftliche Perspektiven
4.1. Kommunikation und politische Leadership
4.2. Politische Wahlkampagnen und Referenden
4.3. Funktionen von Wahlkämpfen
4.4. Erfüllung der Funktionen durch Framing
4.5. Zusammenführung: Kommunikative Leadership
5. Der Weg zum britischen EU-Referendum
5.1. Das Verhältnis des Vereinigten Königreichs zur EU
5.2. David Cameron und die Ausrufung des EU-Referendums
5.3. David Camerons EU-Deal
5.4. Zwischenfazit und Erwartungen an die Remain-Kampagne
6. Das Brexit-Referendum und die Referendumskampagnen
6.1. Vorbemerkungen
6.2. David Cameron und die Remain-Kampagne
6.3. Das Ergebnis
7. Empirischer Teil
7.1. Vorgehen bei der Frame-Analyse
7.2. Auswertung der Primärdokumente
7.3. Rede im British Museum, 9. Mai 2016
7.4. Interview bei Sky News, 2. Juni 2016
7.5. Frage und Antwort bei ITV, 7. Juni 2016
7.6. BBC Question Time, 17. June 2016
8. Diskussion der Analyse
9. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die kommunikative Leadership von David Cameron im Vorfeld des britischen EU-Referendums 2016, um zu analysieren, wie er versuchte, die Wählerschaft für den Verbleib in der Europäischen Union zu mobilisieren und zu überzeugen. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche argumentativen Deutungsmuster (Frames) eingesetzt wurden und wie erfolgreich diese in der strategischen Kommunikation waren.
7.3. Rede im British Museum, 9. Mai 2016
Obwohl David Cameron den Großteil dieser Rede den beiden Themen ‚Sicherheit‘ und ‚Stellung des Vereinigten Königreichs in der Welt‘ widmete, ging er zu Beginn auf die wirtschaftliche Dimension seiner Gesamtargumentation ein: Aktuell floriere die britische Wirtschaft; sie habe in den vergangenen sechs Jahren 2,4 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen und profitiere von einem hohen Maß an Investitionen durch ausländische Unternehmen (Problemdefinition). Einer der Hauptgründe für die Stärke der britischen Wirtschaft sei der europäische Binnenmarkt mit seinen 500 Millionen Menschen, in den das Vereinigte Königreich Güter und vor allem Dienstleistungen ohne Zölle oder andere Handelshemmnisse importieren könne (Ursachenzuschreibung).
Ein Brexit hingegen würde Unsicherheit verursachen und stelle eine große Bedrohung für die britische Wirtschaft dar: “If we leave, the only certainty we will have is uncertainty […]. The Leave campaign are asking us to take a massive risk with the future of our economy and the future of our country.” (Problemdefinition) Das Vereinigte Königreich würde einen sofortigen wirtschaftlichen Schock erleiden, während jeder britische Haushalt langfristig um 4.300 Pfund ärmer wäre (Ursachenzuschreibung).
1. Einleitung: Beschreibt das Referendum vom 23. Juni 2016 und dessen weitreichende Folgen für das Vereinigte Königreich sowie die EU.
2. Aufbau der Arbeit: Erläutert den methodischen Ansatz der Arbeit, die sich dem Phänomen Leadership aus politikwissenschaftlicher und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive nähert.
3. Politische Leadership: Arbeitet politikwissenschaftliche Leadership-Konzepte auf, mit Schwerpunkt auf interaktionistischen und sozialkonstruktivistischen Ansätzen.
4. Kommunikationswissenschaftliche Perspektiven: Definiert den Begriff der kommunikativen Leadership und verbindet ihn mit Wahlkampffunktionen und Framing-Ansätzen.
5. Der Weg zum britischen EU-Referendum: Skizziert das angespannte Verhältnis des Vereinigten Königreichs zur EU und Camerons strategische Entscheidung für ein Referendum.
6. Das Brexit-Referendum und die Referendumskampagnen: Analysiert den Verlauf der Kampagnen und das Agieren von Cameron in der Remain-Kampagne.
7. Empirischer Teil: Präsentiert die Frame-Analyse auf Basis von vier Primärdokumenten: einer Rede und drei TV-Auftritten Camerons.
8. Diskussion der Analyse: Führt die empirischen Ergebnisse zusammen und bewertet Camerons Strategie kritisch unter Berücksichtigung von Experteninterviews.
9. Schlussbetrachtung: Fazit über Camerons Erfolg und Misserfolg bei der kommunikativen Führung der Kampagne.
Brexit, David Cameron, EU-Referendum, Politische Leadership, Kommunikative Leadership, Framing, Strategische Kommunikation, Remain-Kampagne, Wirtschaft, Sicherheit, Souveränität, Zuwanderung, Wahlkampf, Politische Eliten, Diskurs
Die Arbeit analysiert die kommunikative Führungsleistung des ehemaligen britischen Premierministers David Cameron während der Kampagne für den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union (Remain-Kampagne) vor dem Brexit-Referendum 2016.
Zentral sind die Themen Leadership, politische Kommunikation, Framing, wirtschaftliche Auswirkungen sowie sicherheitspolitische Aspekte der EU-Mitgliedschaft aus Sicht von David Cameron.
Das Ziel ist es, durch eine Frame-Analyse zu identifizieren, mit welchen Argumentationsmustern Cameron versuchte, die Wählerschaft von einem Verbleib in der EU zu überzeugen, und inwiefern diese kommunikative Strategie erfolgreich war.
Die Arbeit nutzt einen qualitativ-induktiven Zugang der Frame-Analyse, um Aussagen Camerons in ausgewählten Primärdokumenten (eine Rede und drei TV-Auftritte) zu untersuchen und in das theoretische Kategoriensystem nach Entman einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Leadership und Framing, eine historische Einordnung des britischen EU-Verhältnisses, die detaillierte Darstellung der Referendumskampagnen sowie die empirische Analyse der Framing-Strategien Camerons.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Brexit, David Cameron, EU-Referendum, kommunikative Leadership, Framing, strategische Kommunikation und Diskurs geprägt.
Die Arbeit verdeutlicht, dass politische Leadership in der heutigen Mediendemokratie untrennbar mit medialer Kommunikation verknüpft ist, da Akteure ihre Deutungshoheit über Massenmedien erzielen müssen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Cameron die Debatte auf einer primär rational-wirtschaftlichen Ebene führte, dabei jedoch die emotionalen Themen wie Souveränität und Zuwanderung, die für das Leave-Lager wahlentscheidend waren, kommunikativ unterlegen war.
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