Bachelorarbeit, 2010
56 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Einleitung
TEIL I: DAS NEWCOMB-PROBLEM UND ZWEI WIDERSTREITENDE ARGUMENTE
2. Die Ausgangslage
3. Die Argumente
4. Vier Erklärungsmöglichkeiten der prophetischen Meisterleistung
TEIL II: DER KAUSALITÄTSBEGRIFF UND DIE KONTROVERSE UM DIE MÖGLICHKEIT RÜCKWIRKENDER KAUSALITÄT
5. Einige Grundlagen
5.1. Relata
5.2. Relation
5.2.1. Klassische Regularitätsauffassung (nach Hume)
5.2.2. Der kontrafaktische Ansatz
5.2.3. Ursachen als Inus-Bedingungen
5.2.4. Das probabilistische Paradigma
6. Aufkommen einer Debatte: Die Historie um rückwirkende Kausalität
7. Die Richtung der Kausalität
7.1. Das Bilking-Argument
7.2. Reichenbachs kausale Theorie der Zeit
7.3. Zeitreisen
7.4. Ein Argument aus der Physik
8. Paradoxien im Zusammenhang mit rückwirkender Kausalität
8.1. Bootstrap-Paradoxien
8.2. Konsistenz-Paradoxien
9. Zwischenfazit
TEIL III: NEWCOMBS PROBLEM UND RÜCKWIRKENDE KAUSALITÄT
10. Eine Zusammenschau
11. Der Kerngedanke aus Schmidts Zwergen-Geschichte
12. Kritik an Schmidt: Scheinbare versus echte Verursachung
13. Fazit und abschließende Bemerkungen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die philosophische Frage, ob rückwirkende Kausalität möglich ist und welche Relevanz diese für das sogenannte Newcombsche Problem besitzt. Ziel ist es, verschiedene kausaltheoretische Ansätze zu diskutieren, die theoretische Kontroverse um die Richtung der Kausalität aufzuarbeiten und zu prüfen, ob der Rückgriff auf rückwirkende Kausalität eine tragfähige Lösung für das Newcomb-Dilemma darstellen kann.
1. Einleitung
Gemeinhin wird gesagt, dass Ursachen immer früher geschähen als ihre Wirkungen; häufig wird als Grenzfall noch anerkannt, dass Ursachen mit ihren Wirkungen gleichzeitig sein können; doch manche halten es gar für denkbar, dass Ursachen nach ihren Wirkungen stattfinden. Besonders hinsichtlich des dritten Falles stellt sich gleich die Frage: Wenn dieser nicht vorkommt, ist dem dann bloß kontingenterweise so, oder hätte das zwingendere, womöglich logisch-begriffliche Gründe? Anders und gezielter gefragt: Ist der dritte Fall, ist rückwirkende Kausalität möglich?
Auf diese Fragen gibt es, wie auch auf andere Fragen nach der Kausalität, keine einfache Antwort. Dass dies so ist, liegt daran, dass ein und dieselbe Frage im Rahmen verschiedener Begriffssysteme gestellt werden kann und dass dann die Antworten entsprechend ausfallen.
Sofern man versucht, mit alltagssprachlichen, nicht-technischen Mitteln das (oder ein) Kausalitätsproblem zu formulieren, kann man das Pech haben, sich in eine solche Vielzahl von Problemen zu verstricken, dass man nicht mehr angeben kann, worin das (oder dieses) Kausalitätsproblem eigentlich bestehe. Sofern man andererseits von vornherein mit formal-technischen Mitteln „das Problem“ lösen will, übersieht man leicht die Vielzahl von Aspekten, die es beim Kausalitätsproblem gibt, und begnügt sich möglicherweise mit einer einfältigen Lösung.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die philosophische Debatte um die Möglichkeit rückwirkender Kausalität ein und erläutert die Relevanz dieser Thematik für das Newcombsche Problem.
2. Die Ausgangslage: Dieses Kapitel beschreibt das Newcombsche Problem und die darin enthaltene Entscheidungssituation zwischen zwei Handlungsalternativen bei gleichzeitiger Vorhersage durch einen „Propheten“.
3. Die Argumente: Es werden die zwei widerstreitenden entscheidungstheoretischen Prinzipien – die Maximierung des erwarteten Nutzens und das Dominanzprinzip – gegenübergestellt, die zu konträren Empfehlungen für den Newcomb-Spieler führen.
4. Vier Erklärungsmöglichkeiten der prophetischen Meisterleistung: Hier werden verschiedene Erklärungsansätze für die hohe Zuverlässigkeit der Vorhersagen des „Propheten“ analysiert.
5. Einige Grundlagen: Dieses Kapitel widmet sich der metaphysischen Basis der Kausalität, einschließlich der Relata und vier prominenter Theorien zur Kausalrelation.
6. Aufkommen einer Debatte: Die Historie um rückwirkende Kausalität: Ein kurzer historischer Abriss der philosophischen Auseinandersetzung mit der Möglichkeit einer rückwirkenden Kausalität ab den 1950er Jahren.
7. Die Richtung der Kausalität: Dieser Abschnitt diskutiert Argumente, welche die Reduktion der kausalen Richtung auf die zeitliche Richtung verteidigen oder bestreiten, inklusive Überlegungen zu Zeitreisen und Physik.
8. Paradoxien im Zusammenhang mit rückwirkender Kausalität: Eine Analyse von Bootstrap-Paradoxien und Konsistenz-Paradoxien, die aus der Annahme rückwirkender Kausalität resultieren könnten.
9. Zwischenfazit: Dieses Kapitel zieht ein erstes Resümee aus den Diskussionen der Kapitel 7 und 8 bezüglich des Möglichkeitsstatus von rückwirkender Kausalität.
10. Eine Zusammenschau: Ein Überblick über die bestehende Literatur, die den Versuch unternimmt, das Newcombsche Problem mithilfe rückwirkender Kausalität zu lösen.
11. Der Kerngedanke aus Schmidts Zwergen-Geschichte: Untersuchung einer konkreten, als Kurzgeschichte verfassten Modifikation von Newcombs Problem, die auf rückwirkender Kausalität basiert.
12. Kritik an Schmidt: Scheinbare versus echte Verursachung: Eine methodische Kritik an Schmidts Modell unter Verwendung probabilistischer Kausalitätsbegriffe.
13. Fazit und abschließende Bemerkungen: Das abschließende Fazit stellt fest, dass eine Lösung des Newcombschen Problems durch rückwirkende Kausalität bisher nicht überzeugend gelungen ist und plädiert für Zurückhaltung bei entsprechenden Spekulationen.
Rückwirkende Kausalität, Newcombs Problem, Kausalitätstheorie, Entscheidungstheorie, Zeitreisen, Kausale Richtung, Reichenbach, Prima-facie-Ursache, Inus-Bedingungen, Probabilistisches Paradigma, Bootstrap-Paradoxien, Konsistenz-Paradoxien, Scheinursache, Deterministisches Universum, Kausale Asymmetrie
Die Arbeit untersucht die philosophische Frage, ob rückwirkende Kausalität, also die Verursachung von Ereignissen durch spätere Wirkungen, möglich ist und wie sich dieses Konzept auf das berühmte Newcombsche Entscheidungsproblem anwenden lässt.
Die zentralen Themen sind die Analyse des allgemeinen Kausalitätsbegriffs, die philosophische Debatte über die Zeitrichtung, die wissenschaftstheoretische Auseinandersetzung mit Zeitreisen sowie die Anwendung entscheidungstheoretischer Prinzipien auf spezifische Szenarien.
Das Hauptziel ist es, die philosophische Kontroverse um die Möglichkeit rückwirkender Kausalität aufzuarbeiten und kritisch zu prüfen, ob dieser Ansatz eine plausible Lösung für das Newcomb-Dilemma bietet.
Es handelt sich um eine analytisch-philosophische Untersuchung. Der Autor rekapituliert bestehende Theorien (wie die von Hume, Mackie oder Suppes), analysiert logische Paradoxien und unterzieht spezifische Lösungsversuche (insbesondere von Schmidt) einer strengen kritischen Prüfung anhand von Kriterien wie Kausaler Relevanz.
Der Hauptteil ist in drei Teile gegliedert: Teil I führt das Newcomb-Problem ein. Teil II liefert eine tiefgehende theoretische Fundierung zum Kausalitätsbegriff und den Argumenten für/gegen rückwirkende Kausalität. Teil III wendet diese Erkenntnisse spezifisch auf die Lösungsversuche für das Newcomb-Problem an.
Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie "Rückwirkende Kausalität", "Newcombs Problem", "Kausale Richtung", "Scheinursache" und "Konsistenz-Paradoxien" geprägt.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Schmidts ambitionierter Versuch, das Newcomb-Problem in einem deterministischen Universum mittels rückwirkender Kausalität zu lösen, bei genauerer Analyse scheitert, da sich die Entscheidung des Spielers lediglich als "Scheinursache" entpuppt.
Diese Unterscheidung ist essenziell, da positive Korrelationen zwischen Ereignissen oft fälschlicherweise als Kausalbeziehung interpretiert werden. Der Autor verdeutlicht, dass eine solche statistische Relevanz nicht ausreicht, um von einer echten kausalen Wirkung zu sprechen, was besonders für die Analyse rückwirkender Prozesse entscheidend ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

