Bachelorarbeit, 2013
59 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 Einleitung
2 Politische Kommunikation im Internet
2.1 Social Media als Wahlkampfinstrument
2.2 Twitter und Politik
3 Das TV-Duell – ein besonderes Wahlkampfereignis
3.1 TV-Duelle im Urteil der Zuschauer
3.2 Personalisierung, Mobilisierung und Priming
4 Twitter als Second Screen
5 Forschungsfragen, Methodik und Untersuchungsdesign
6 Ergebnisse
6.1 Inhaltliche vs. formale Aspekte
6.2 Angesprochene Themengebiete
6.3 Bewertung der Kandidaten
6.4 Einseitige vs. zweiseitige Kommunikation
7 Fazit und Ausblick
Diese Arbeit untersucht das Twitterverhalten von Bundestagsabgeordneten während des TV-Duells 2013 zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück. Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer quantitativen Inhaltsanalyse zu ermitteln, welche Aspekte des TV-Duells von Politikern kommentiert werden, wie sie die Kanzlerkandidaten bewerten und ob Twitter als interaktives Kommunikationsinstrument mit den Bürgern oder primär zur Selbstvermarktung genutzt wird.
3.1 TV-Duelle im Urteil der Zuschauer
Das Format der TV-Duelle zwischen Kanzler und Herausforderer feierte 2002 in Deutschland eine Doppelpremiere: Am 25. August lieferten sich Gerhard Schröder und Edmund Stoiber die erste Debatte bei RTL und Sat.1, gefolgt von einem zweiten Fernsehduell am 8. September bei ARD und ZDF. Obwohl beide Duelle ein großer Quotenerfolg waren, fiel das Publikumsurteil eher negativ aus (vgl. Dehm 2002). Besonders die erste Sendung wurde wegen der strengen Regeln kritisiert, die einen Schlagabtausch zwischen den Kandidaten kaum ermöglichten (vgl. ebd.: 600). Bei beiden Duellen vermissten die Zuschauer zudem klare Antworten und einen Informationsgewinn (vgl. ebd.: 601). Die im Vorfeld diskutierte Frage, inwiefern TV-Duelle die Wahlentscheidung beeinflussen, wurde auch nach dem Duell nicht einheitlich beantwortet. So deuten die Ergebnisse der ZDF-Befragung darauf hin, dass die individuelle Kandidatenpräferenz die Wahrnehmung und Bewertung der Duellanten geprägt hat: „Die Mehrheit hat gesehen, was sie sehen wollte“ (ebd.: 608). Scheufele, Schünemann und Brosius (2005: 417) stellten hingegen nach dem ersten Duell kurzfristige Veränderungen der Kandidaten- und Parteienpräferenz fest. Laut Maurer und Reinemann (2003: 219) hatte das zweite TV-Duell „erhebliche Auswirkungen auf die Vorstellung der Zuschauer von den Kandidaten“, womit sie die Annahme „dass Fernsehdebatten […] keine Meinungsänderungen hervorrufen können, weil die Zuschauer ohnehin nur das wahrnehmen, was ihren bestehenden Meinungen entspricht“ (ebd.: 221), widerlegen. Unterschiede in der Fragestellung und die Wahl des Befragungszeitpunktes könnten eine Erklärung für die ungleichen Ergebnisse der Studien sein.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen der Twitter-Nutzung während des TV-Duells 2013 ein und definiert die Forschungsfrage sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Politische Kommunikation im Internet: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle von Social Media als Wahlkampfinstrument und untersucht, wie Politiker allgemein und spezifisch auf Twitter kommunizieren.
3 Das TV-Duell – ein besonderes Wahlkampfereignis: Hier wird der theoretische Kontext von TV-Duellen, deren Wahrnehmung durch das Publikum sowie Wirkungsmechanismen wie Personalisierung und Priming erörtert.
4 Twitter als Second Screen: Das Kapitel analysiert Twitter als Begleitmedium zu Fernsehdebatten und führt Konzepte wie das „Viewertariat“ und den „Political Information Cycle“ ein.
5 Forschungsfragen, Methodik und Untersuchungsdesign: Dieser Abschnitt beschreibt das quantitative Untersuchungsdesign, die Stichprobenwahl der Abgeordneten-Tweets und die Codierungsvariablen.
6 Ergebnisse: Hier werden die Resultate der Inhaltsanalyse hinsichtlich thematischer Aspekte, der Kandidatenbewertung sowie der Kommunikationsstrategien präsentiert.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, bewertet die Limitationen der Studie und gibt einen Ausblick auf notwendige weiterführende Forschung.
TV-Duell, Twitter, politische Kommunikation, Bundestagsabgeordnete, Inhaltsanalyse, Wahlkampf, Second Screen, Personalisierung, Medien-Priming, Angela Merkel, Peer Steinbrück, soziale Medien, Viewertariat, politische Debatte, Wahlentscheidung
Die Arbeit untersucht das Twitter-Verhalten von deutschen Bundestagsabgeordneten während des TV-Duells 2013, um zu verstehen, wie politische Akteure ein solches Medienereignis online begleiten.
Zentral sind die Nutzung von Social Media als Wahlkampfinstrument, die Rolle von Twitter als Begleitmedium zum Fernsehen („Second Screen“) sowie die Mechanismen politischer Kommunikation im Web 2.0.
Die zentrale Frage lautet, wie die Bundestagsabgeordneten auf Twitter das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück kommentieren.
Die Autorin verwendet eine quantitative Inhaltsanalyse von „Primärtweets“, die am 01. September 2013 mit entsprechenden Hashtags veröffentlicht wurden.
Der Hauptteil analysiert, ob die Tweets inhaltliche oder formale Aspekte thematisieren, welche Themengebiete (z.B. Wirtschaft, Soziales) dominieren und wie die Kandidaten Merkel und Steinbrück von den Abgeordneten bewertet wurden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie TV-Duell, Twitter, politische Kommunikation, Personalisierung, Priming und Online-Wahlkampf definieren.
Die Analyse zeigt, dass Abgeordnete die Kandidaten durch die „Brille“ ihrer eigenen Parteizugehörigkeit beurteilen, was zu einer hohen Übereinstimmung zwischen Parteibewertung und Kandidatenbewertung führt.
Die Untersuchung verdeutlicht, dass das Potenzial zur Interaktion („Dialog“) kaum ausgeschöpft wird und Twitter von den Abgeordneten primär zur Selbstvermarktung und Reaktion auf das Fernsehgeschehen genutzt wird.
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