Bachelorarbeit, 2016
57 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Übergewicht und Adipositas im Kindes und Jugendalter
2.1 Definition und Klassifikation von Adipositas
2.2 Abdominale und periphere Adipositas
2.3 Diagnose von Adipositas im Kindes- und Jugendalter
3 Epidemiologien von Übergewicht und Adipositas
3.1 Prävalenz der Adipositas
3.2 Prävalenz im Kindes- und Jugendalter
3.3 Kulturelle und soziale Besonderheiten in Deutschland
4 Ätiologie
4.1 Genetik
4.2 Ernährung
4.3 Körperliche Aktivität
5 Komorbidität von Adipositas
5.1 Gesundheitliche Folgen
5.2 Psychosoziale Folgen
5.3 Ökonomische Folgen
6 Zwischenfazit
7 Prävention
8 Projektanalyse nach Qualitätskriterien der BZgA
8.1 Modellprojekt Hannover „Gesund essen – täglich bewegen“
8.2 Qualitätskriterien der BZgA für präventive Maßnahmen
8.2.1 Konzeptqualität
8.2.2 Prozessqualität
8.2.3 Strukturqualität
8.2.4 Ergebnisqualität
8.3 Bewertung des Projektes Region Hannover
9 Fazit
Diese Arbeit analysiert die gesundheitspolitische Herausforderung der Adipositas im Kindes- und Jugendalter in Deutschland, insbesondere unter Berücksichtigung sozialer und kultureller Faktoren, und evaluiert das Modellprojekt „Besser essen. Mehr bewegen. KINDERLEICHT – Regionen“ anhand der Qualitätskriterien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
4.1 Genetik
Evolutionär bedingt ist die Speicherung von Energie im Fettgewebe eine Bedingung für das Überleben der Menschheit (vgl. Wenzel, 2003, S. 47). Eine Fähigkeit, die in unserer westlichen Gesellschaft nicht mehr gefragt ist. In den meisten Teilen der Welt besteht ein ausreichendes bis übermäßiges Nahrungsangebot. Das Nahrungsüberangebot spiegelt sich in den Zahlen bzgl. der Lebensmittelverschwendung wider. Durchschnittlich schmeißt jeder Deutsche jährlich 82[kg] Essen weg (Welthungerhilfe, 2016, S. 2). Der einstige Vorteil der Energiespeicherung, ist für viele Menschen mittlerweile ein Nachteil geworden (vgl. Reinehr et al., 2010, S.9). Genetische Faktoren beeinflussen das Erkranken an Adipositas in einem hohen Maß. „Insgesamt liegen Schätzungen des Varianzanteils genetischer Faktoren zwischen 30% und 70%“ (Lehrke & Laessle, 2009, S.19). Der hohe Stellenwert in der Forschung hinsichtlich des genetischen Einflusses auf die Entstehung von Adipositas ist daher gerechtfertigt.
Ein Beispiel für die genetische Bedingtheit ist, dass der BMI von Kindern in hohem Maß mit dem BMI der biologischen Eltern korreliert und nicht mit dem BMI der Adoptiveltern (vgl. Laessle et al, S. 9; Wabitsch et al., 2013, S. 370). Vor allem im Bereich der medikamentösen Behandlung ist ein umfassendes Wissen diesbezüglich unabdingbar und wichtig. Da die medikamentöse Behandlung in der Schule in der Regel von keiner Bedeutung ist, richtet sich die Aufmerksamkeit dieser Arbeit auf die beiden nachfolgenden Faktoren Ernährung und körperliche Aktivität. Darüber hinaus „reicht eine Veranlagung alleine nicht aus, um übergewichtig zu werden“ (vgl. Reinehr et al., 2010, S.9).
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die wachsende Bedeutung der Adipositasforschung dar und definiert die Forschungsfragen sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Übergewicht und Adipositas im Kindes und Jugendalter: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen durch Definitionen und Klassifikationsmethoden, insbesondere des BMI.
3 Epidemiologien von Übergewicht und Adipositas: Hier werden die Verbreitung von Adipositas sowie soziale und kulturelle Aspekte, insbesondere bei Kindern mit Migrationshintergrund, analysiert.
4 Ätiologie: Das Kapitel beleuchtet multifaktorielle Ursachen, wobei der Fokus auf Genetik, Ernährungsgewohnheiten und körperlicher Inaktivität liegt.
5 Komorbidität von Adipositas: Es werden die schwerwiegenden gesundheitlichen, psychosozialen und ökonomischen Folgeerkrankungen von Adipositas detailliert beschrieben.
6 Zwischenfazit: Das Kapitel fasst die bisherigen Ergebnisse zusammen und beantwortet die forschungsleitenden Fragen des Theorieteils.
7 Prävention: Hier werden präventive Strategien in ihre klassischen und modernen Phasen unterteilt und der Stellenwert der Prävention in Schulen hervorgehoben.
8 Projektanalyse nach Qualitätskriterien der BZgA: Dieser Teil führt eine detaillierte Evaluation des Modellprojekts Region Hannover unter Anwendung der BZgA-Qualitätskriterien durch.
9 Fazit: Das Fazit resümiert die Projektergebnisse und formuliert den Bedarf für zukünftige, zielgerichtete und strukturelle Maßnahmen in der Adipositasprävention.
Adipositas, Kinder, Jugendalter, Prävention, Schule, Ernährung, körperliche Aktivität, Migrationshintergrund, Sozialstatus, BZgA, Qualitätskriterien, Projektanalyse, Gesundheitsförderung, BMI, KiGGS
Die Arbeit untersucht das Problem der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland und analysiert präventive Maßnahmen anhand eines konkreten Modellprojekts.
Zentral sind die Epidemiologie, Ursachen wie Ernährung und Bewegungsmangel sowie die gesundheitlichen und sozialen Folgen und deren Prävention im schulischen Kontext.
Das primäre Ziel ist die Evaluation des Projektes „Region Hannover“ anhand der BZgA-Qualitätskriterien, um dessen Beitrag zur nachhaltigen Adipositasprävention zu bewerten.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende Studien (insb. KiGGS) sowie Evaluationsberichte heranzieht, um eine systematische Analyse nach qualitativen Bewertungskriterien durchzuführen.
Der Hauptteil umfasst die Definition, Epidemiologie, Ätiologie, die Komorbiditäten sowie die detaillierte Analyse der Präventionsarbeit im Modellprojekt Hannover.
Die zentralen Schlagworte sind Adipositas, Prävention, Kinder, Ernährung, Bewegung, Migrationshintergrund, Sozialstatus und Qualitätsanalyse.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Programm zwar formal die Kriterien weitgehend erfüllt, aber aufgrund fehlender Zielgruppenspezifität universelle Prävention betreibt, die weniger die tatsächlich gefährdeten Gruppen erreicht.
Das Modell verdeutlicht, dass das adipöse Kind in einem komplexen Gefüge aus Familie, Schule, Politik und Gesellschaft steht und daher mehr als nur verhaltenspräventive Maßnahmen erforderlich sind.
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