Bachelorarbeit, 2016
35 Seiten, Note: 1.3
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
I. Einleitung
II. Kants Moralphilosophie
2.1 Mundus intelligibilis und mundus sensibilis
2.2 Homo phainomenon und homo noumenon
2.3 Die Rolle des Gesetzes in Kants Konzeption von Moralität
2.4 Liebe als Pflicht
III. Hegels Konzeption von Liebe
3.1 Hegel und Hölderlin
3.2 Hegels Konzeption der Liebe
3.3 Religion als Ideal der Liebe
IV. Liebe und Gesetz
4.1 Jesus und die Pharisäer – Liebe und Gesetz
4.2 Liebe als Einheit
4.3 Kritischer Vergleich
V. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Liebe und Gesetz durch einen kontrastierenden Vergleich der Moralphilosophie Immanuel Kants mit Hegels frühen Konzeptionen. Dabei wird analysiert, wie beide Denker das Verhältnis von Subjekt, Objekt und Natur strukturieren und inwiefern Hegels Ansatz als eine theologische Liebesethik eine Alternative zur kantischen Pflichtethik darstellt.
3.2 Hegels Konzeption von Liebe
Während seiner Zeit in Frankfurt setzte sich Hegel intensiv mit dem Christentum auseinander. Das Resultat dieser Auseinandersetzung waren die Schriften über „Das Schicksal des Christentums“ und „Entwürfe über Religion und Liebe“. Ausgangspunkt seiner Betrachtungen war eine erneute Beschäftigung mit dem Begriff der Posititvität. Bereits in Bern hatte sich Hegel religiösen Themen zugewandt; aber erst in Frankfurt führten diese Betrachtungen zu einer theoretischen Gegenkonzeption zum damals vorherrschenden aufklärerischen Vernunft-Verständnis.
Hegel setzt seine Kritik am Begriff des Gesetzes an, der im Alten Testament sich entwickelt und über das Christentum bis in die heutige Zeit sich erhalten habe. Obgleich auf Kant selber in diesen Schriften selten direkt Bezug genommen wird, lassen sie sich als Kritik an ihm auffassen. Denn wenn Hegel sich mit dem Gesetzesbegriff, wie er in den alttestamentarischen Schriften entstanden sei, auseinandersetzt, so zielt diese Vorgehensweise darauf ab, Kants Konzeption von Moralität zu attackieren.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in Hegels Kritik an Kants Moralphilosophie ein und skizziert das Ziel, eine Ethik der Versöhnung des Menschen mit der Natur zu entwerfen.
II. Kants Moralphilosophie: Das Kapitel erläutert Kants Zwei-Sphären-Lehre, die Aufspaltung des Menschen in homo phainomenon und homo noumenon sowie die Konzeption der Liebe als Pflicht.
III. Hegels Konzeption von Liebe: Hier wird der Einfluss Hölderlins auf Hegel dargestellt und die Liebe als Prinzip der Subjekt-Objekt-Vereinigung sowie als religiöses Ideal begründet.
IV. Liebe und Gesetz: Dieses Kapitel vergleicht das Gesetz der Pharisäer mit der christlichen Liebesethik Jesu und analysiert die Aufhebung der Trennung von Subjekt und Objekt.
V. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die zentrale Diskrepanz zwischen der kantischen Pflichtethik und Hegels Liebesethik zusammen und reflektiert die Stärken und Schwächen beider Ansätze.
Hegel, Kant, Liebe, Gesetz, Moralphilosophie, Subjekt, Objekt, Natur, Pflicht, Vernunft, Vereinigung, Versöhnung, Ethik, Menschheit, Religion
Die Arbeit analysiert Hegels frühe Konzeption der Liebe als eine kritische Antwort auf die kantische Moralphilosophie.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Gesetz und Neigung, die Aufspaltung von Subjekt und Objekt sowie die Frage nach einer Ethik, die den Menschen mit der Natur versöhnt.
Das Ziel ist es, Hegels Versuch aufzuzeigen, das christlich motivierte Ideal der Liebe als eine Alternative zur kantischen Pflichtethik zu etablieren.
Es handelt sich um eine systematische philosophische Untersuchung, die Texte Hegels und Kants komparativ und kritisch gegenüberstellt.
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Darstellung der kantischen Zwei-Sphären-Lehre und deren Kritik durch Hegel unter Einbeziehung von religiösen Schriften und dem Ideal der Versöhnung.
Neben den Namen der Hauptvertreter Hegel und Kant sind "Subjekt-Objekt-Vereinigung", "Pflicht", "Neigung" und "Versöhnung" die prägenden Begriffe.
Für Kant ist die Unterdrückung der Neigung zugunsten des Gesetzes essenziell, während Hegel die Liebe als eine Vereinigung von Neigung und Gesetz betrachtet, die eine solche Unterdrückung obsolet macht.
Hegel nutzt die Vorstellung von Gott als Ideal der Liebe, um die Trennung zwischen Mensch und Natur, die er bei Kant kritisiert, als überwunden darzustellen.
Hegel kritisiert die "Dichotomie" oder Spaltung, die Kant im Menschen und in der Welt vornimmt, da diese den Menschen als "Knecht des Gesetzes" definiert.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der kantische Kategorische Imperativ ein bewertendes Modell für ethische Grenzfälle wie die Sterbehilfe bietet, während Hegels Konzept einer "theologischen Liebesethik" diesbezüglich kaum konkrete Handlungsleitlinien liefert.
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