Bachelorarbeit, 2016
71 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund und Hypothesenbildung
2.1 Narzissmus
2.2 Die Soziale Netzwerkseite Facebook
2.3 Selbstdarstellung
2.4 Soziale Vergleiche
3 Methoden
3.1 Beschreibung der Stichprobe
3.2 Vorgehensweise und Untersuchungszeitraum
3.3 Messinstrumente
3.4 Statistische Auswertung
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistik
4.2 Präliminaranalyse
4.3 Überprüfung der Hypothesen
5 Diskussion
5.1 Erfassung der Selbstdarstellungs-Facetten und der Häufigkeit sozialer Vergleiche
5.2 Zu den Hypothesen
5.3 Grenzen dieser Arbeit
5.4 Ausblick
5.5 Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Zusammenspiel zwischen grandiosen sowie vulnerablen Narzissmus-Facetten und dem Nutzerverhalten auf Facebook. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob Narzissten soziale Netzwerkseiten gezielter für die Selbstdarstellung und soziale Vergleiche nutzen, um ihr Bedürfnis nach Anerkennung und Selbstwertsteigerung zu befriedigen.
2.3 Selbstdarstellung
Selbstdarstellung oder Impression-Management (IM) lässt sich definieren als der Versuch, den bei anderen Menschen hinterlassenen Eindruck von sich selbst zu steuern (vgl. Mummendey & Bolten, 1993, S. 3; Snyder, 1979). Es wird davon ausgegangen, dass die Fähigkeit zum erfolgreichen IM in der Offline-Welt interindividuell stark variieren kann (Goffman, 1978; Snyder, 1979; Schlenker, 1980). SNSs dagegen bieten ihren Nutzern ein bislang einzigartiges Setting zur gezielten Selbstdarstellung (Krämer & Winter, 2008): Dort können die Nutzer sich ganz nach Belieben eine neue Identität erschaffen (Leung, 2003). Da eine Präsentation des Ideal- anstelle des Aktual-Selbst angesichts der häufig bereits vor der Online-Interaktion bestehenden Bekanntheit mit Facebook-Freunden (Lampe, Ellison & Steinfield, 2006; Ross, Orr, Sisic, Arseneault, Simmering & Orr, 2009) jedoch leicht durchschaut werden kann (Leung, 2003), scheinen die meisten eher davon abzusehen, sich selbst in einem besonders guten Licht darzustellen (Back, Küfner, Dufner, Gerlach, Rauthmann & Denissen, 2013; Waggoner, Smith & Collins, 2009).
Dies gilt allerdings offenbar nicht für Narzissten: Sie nutzen die Möglichkeiten von Facebook zur gezielten Selbstdarstellung ungeachtet der offenbar realistischen Gefahr, dass andere ihre selbsterhöhenden Aktivitäten bemerken (Buffardi & Campbell, 2008; Carpenter, 2012), in besonderem Maße aus, um ihren hohen Drang nach Aufmerksamkeit und Bewunderung zu befriedigen: So konnte gezeigt werden, dass grandiose Narzissten mehr Inhalte auf SNSs generierten und ihre Errungenschaften im Vergleich zu Nicht-Narzissten vermehrt präsentierten (Poon & Leung, 2011; Marshall, Lefringhausen & Ferenczi, 2015). Im kulturübergreifenden Vergleich korrelierten die Ausprägungen sowohl des grandiosen als auch (wenngleich in insgesamt schwächerem Ausmaß) vulnerablen Narzissmus deutscher und russischer Facebook-Nutzer positiv mit zahlreichen quantitativen Maßen der Selbstpräsentation wie der Foto- und Gruppen-Anzahl und App-Nutzungshäufigkeit, sowie mit vermehrter sozialer Interaktion (Brailovskaia & Bierhoff, 2016).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung sozialer Netzwerke, insbesondere Facebook, als zentrales Medium für Kommunikation und Selbstdarstellung ein und stellt die Relevanz der Narzissmus-Forschung im Web 2.0 heraus.
2 Theoretischer Hintergrund und Hypothesenbildung: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Grundlagen des Narzissmus, des Impression-Managements und sozialer Vergleichsprozesse, woraus die zentralen Hypothesen und Forschungsfragen der Arbeit abgeleitet werden.
3 Methoden: Hier werden das Forschungsdesign, die Stichprobenbeschreibung sowie die eingesetzten Messinstrumente zur Erfassung von Narzissmus, Selbstdarstellung und Vergleichsverhalten detailliert dokumentiert.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Analyse der erhobenen Daten, inklusive deskriptiver Statistiken und der Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden im Kontext bestehender Forschung interpretiert; zudem werden Limitationen der Studie erörtert und ein Ausblick für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen gegeben.
Narzissmus, Facebook, Selbstdarstellung, Impression-Management, Soziale Vergleiche, Web 2.0, Online-Verhalten, Vulnerabler Narzissmus, Grandioser Narzissmus, Psychometrie, Sozialpsychologie, Feedback-gebundenes Impression-Management, Vergleichsorientierung, Bedürfnis nach Anerkennung, Online-Interaktion
Die Arbeit untersucht, wie Menschen mit narzisstischen Persönlichkeitsmerkmalen die Plattform Facebook nutzen, um sich selbst darzustellen und soziale Vergleiche anzustellen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung zwischen grandiosem und vulnerablem Narzissmus im Online-Kontext, der Entwicklung neuer Skalen für das Impression-Management und der Erfassung von Vergleichsaktivitäten.
Das Hauptziel ist es zu klären, ob ein systematischer Zusammenhang zwischen der Ausprägung narzisstischer Facetten und spezifischen Online-Verhaltensweisen besteht, insbesondere im Hinblick auf Feedback-suchende Selbstdarstellung.
Es wurde eine quantitative Online-Fragebogenstudie mit 176 Teilnehmern durchgeführt, deren Daten mittels Korrelations- und Regressionsanalysen statistisch ausgewertet wurden.
Im Hauptteil werden der theoretische Rahmen, die methodische Vorgehensweise, die empirischen Ergebnisse sowie eine ausführliche Diskussion der Befunde präsentiert.
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Narzissmus, Selbstdarstellung, Impression-Management, soziale Vergleiche und Facebook definieren.
Diese Differenzierung soll besser erfassen, ob Nutzer Inhalte posten, bei denen sie eine unmittelbare Rückmeldung (wie Likes oder Kommentare) erwarten, oder ob es sich um bloße Informationspreisgabe ohne direkte Interaktionsmöglichkeit handelt.
Die Daten deuten darauf hin, dass insbesondere vulnerable Narzissten in hohem Maße von den Möglichkeiten des Internets zur Selbstdarstellung profitieren, um dort ihre Unsicherheit zu kompensieren.
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