Examensarbeit, 2016
83 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Forschungsstand
2.1 Competitive Balance und seine Dimensionen
2.2 Bisherige Studien zu Competitive Balance
2.3 Forschungsdefizit und Formulierung eines Forschungsziels
3 Der Radsport als besondere Sportart
3.1 Geschichte und Entwicklung des Radsports
3.2 Struktur und Organisation des professionellen Radsports
3.3 Sportliche Besonderheiten des Radsports
3.3.1 Unterschiedliche Wettkampftypen
3.3.2 Komplexität der Wettkampfstrategien
3.3.3 Hybrid aus Team- und Individualsportart
3.3.4 Natur-Sportart
3.3.5 Dominanz einzelner Wettkämpfe
4 Methoden
4.1 Methoden der Datenerhebung
4.2 Datenauswertung
4.2.1 Bemessung von CB
4.2.2 Entwicklung des Regressionsmodells
5 Ergebnisse
5.1 Deskriptive Statistiken
5.2 Regressionsanalyse
5.2.1 Abhängige Variable Standard Deviation of Riding Time
5.2.2 Abhängige Variable Summed Time Differences
5.2.3 Doping-Modell
6 Diskussion
6.1 Diskussion der Ergebnisse
6.2 Limitationen und Defizite des Modells
6.3 Zukünftige Forschung
7 Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener Streckenparameter auf die Wettbewerbsintensität (Competitive Balance) bei der Tour de France, um zu verstehen, wie das Design der Streckenführung das Zuschauerinteresse und die ökonomische Stabilität des professionellen Radsports beeinflusst.
3.3.1 Unterschiedliche Wettkampftypen
Im Gegensatz zu anderen Sportarten sind Radsportwettbewerbe grundsätzlich sehr unterschiedlich. Während Fußballer, Basketballer, aber auch Schwimmer oder 100-Meter-Sprinter stets die gleichen Rahmenbedingungen vorfinden und sich auch im Golf oder im Tennis lediglich der Kurs oder die Oberfläche verändert, weisen Radrennen zwischen den einzelnen Renntypen und Etappentypen signifikante Unterschiede auf (vgl Rebeggiani & Tondani, 2008, S. 9). Tabelle 2 zeigt, dass es im Verlauf der Wettkampf-Saison einerseits Rennen gibt, die aus mehreren Etappen bestehen (Etappenrennen) und mehrere Tage oder gar Wochen dauern, und andererseits sogenannte Eintagesrennen. Die Etappenrennen bestehen aus mehreren unterschiedlichen Etappen. Neben Prolog-, Einzel- oder Mannschaftszeitfahren, die alle entweder alleine oder in Teams absolviert werden, gibt es auch Flachetappen, welche oft in einem Massensprint des Hauptfeldes enden, sowie Bergetappen, die wesentlich schwerer zu fahren sind und bei denen leichtere Fahrer in der Regel bessere Siegchancen haben. Hinzu kommt, dass es bei Etappenrennen mehrere Wettbewerbe, sogenannte Wertungsklassements, gibt. Neben der Punktewertung, für die im Etappenziel und bei den Zwischensprints auf der Etappe Punkte verteilt werden und deren Führender bei der Tour de France das Grüne Trikot trägt, gibt es noch die Bergwertung (gepunktetes Trikot), die Nachwuchswertung für Fahrer unter 25 Jahren (weißes Trikot) und die Mannschaftswertung. Die wichtigste Wertung ist jedoch die Gesamtwertung, deren Führender der Fahrer mit der geringsten Gesamtfahrzeit ist und die bei der Tour mit dem Gelben Trikot belohnt wird.
1 Einleitung: Einführung in die ökonomische Bedeutung der Tour de France und Darstellung der zentralen Problemstellung bezüglich der Wettbewerbsintensität.
2 Forschungsstand: Überblick über theoretische Grundlagen zu Competitive Balance und Auswertung bisheriger Studien im professionellen Radsport.
3 Der Radsport als besondere Sportart: Analyse der historischen Entwicklung, der Organisationsstrukturen und der spezifischen sportlichen Merkmale des Radsports.
4 Methoden: Beschreibung der Datenerhebung von Tour de France-Etappen sowie Entwicklung des Regressionsmodells zur Analyse der Streckenparameter.
5 Ergebnisse: Präsentation der deskriptiven Statistiken und Ergebnisse der Regressionsanalysen unter Berücksichtigung verschiedener Indikatoren und Doping-Einflüsse.
6 Diskussion: Interpretation der statistischen Ergebnisse, Erörterung der Limitationen des Modells und Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze.
7 Zusammenfassung und Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Studienergebnisse und Handlungsempfehlungen für die Streckenplanung von Radrennen.
Tour de France, Competitive Balance, Radsportökonomie, Streckenparameter, Regressionsanalyse, Wettbewerbsintensität, Zeitabstände, Etappenprofil, Bergwertung, Einzelzeitfahren, Mannschaftszeitfahren, Sportmanagement, Sponsoring, Doping, Ergebnisunsicherheit
Die Arbeit analysiert, wie die Gestaltung von Radrennstrecken – speziell bei der Tour de France – die Wettbewerbsintensität zwischen den Top-Fahrern beeinflusst.
Die Untersuchung umfasst die ökonomischen Grundlagen des Radsports, die Struktur der Teamorganisation, die Messbarkeit von Wettbewerbsgleichgewicht und den Einfluss technischer sowie topographischer Streckenparameter.
Ziel ist es zu ermitteln, welche spezifischen Streckenmerkmale (z.B. Etappenlänge, Bergankünfte) zu einer höheren oder geringeren Wettbewerbsintensität führen, um daraus Optimierungsmöglichkeiten für Veranstalter abzuleiten.
Es wird eine quantitative Regressionsanalyse durchgeführt, basierend auf Daten von über 200 Etappen der Tour de France aus den Jahren 2005 bis 2015, ergänzt durch die Erstellung neuer Indikatoren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des Forschungsstandes, die theoretische Definition des Radsports als Sportart, die methodische Herleitung der Indikatoren sowie die empirische Ergebnisdarstellung und Diskussion.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Competitive Balance, Radsportökonomie, Regressionsanalyse, Tour de France und Streckenparameter definieren.
Doping wird als potenzielle Störgröße betrachtet; die Autorin vergleicht Modelle mit und ohne gedopte Fahrer, um zu prüfen, ob Doping einen messbaren Effekt auf die gemessene Wettbewerbsintensität hat.
Da nicht alle Teilnehmer um den Gesamtsieg kämpfen, konzentriert sich die Arbeit auf die Top-10-Fahrer, da diese die relevanteste Gruppe für das Wettbewerbsgeschehen um das Gelbe Trikot darstellen.
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