Bachelorarbeit, 2017
46 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Street Art in revolutionären Momenten
3. Street Art im öffentlichen Raum
3.1. Der öffentliche Raum
3.1.1. Öffentlich versus privat
3.1.2. Eine theoretische Herleitung
3.2. Street Art als Eingriff ins Stadtbild
3.3. Rückeroberung und Besetzung des urbanen Raumes
4. Street Art als Kommunikationsmedium
4.1. Die Wandzeitung der Revolution
4.2. Ein Ruf nach Solidarität
4.2.1. Der Appell an eine gemeinsame Identität und Verantwortung
4.2.2. Street Art zum Gedenken von Märtyrern und Revolutionshelden
4.3. Der Dialog mit Opposition und Regierung
5. Fazit
Die Arbeit untersucht das politische Potenzial von Street Art als aufständische Praxis in revolutionären Momenten. Dabei wird analysiert, wie Street Art als Medium der Kommunikation, Ausdruck alternativer politischer Perspektiven sowie als performativer Akt der Raumaneignung und -besetzung genutzt wird, um autoritäre Strukturen zu hinterfragen und den Dialog in politisch restriktiven Kontexten zu ermöglichen.
1. Einleitung
„You, a regime that is scared of a brush and a pen | And you act unjustly, and step over those you have wronged | If you were doing things right, you wouldn’t have been afraid of drawings | This is the most you can do, fighting walls, pretending to be powerful in the face of lines and colors | But inside, you are a coward. You will never build up what has been destroyed” (Hamdy & Karl, 2014: 187).
Dieses Gedicht, weiße Schrift auf rotem Grund, ergänzte auf Arabisch ein Wandbild des Künstlers Omar Fathy aka Picasso in Kairo, Ägypten (Abb. 1). Es entstand 2012 auf den Mauern der Amerikanischen Universität in der Mohamed Mahmoud Straße, wurde inzwischen aber übermalt (Bihr, 2015: 2). Zu sehen ist ein Portrait, zusammengesetzt aus den Gesichtshälften des ehemaligen Staatspräsidenten Muhammad Husni Mubarak und des Feldmarschalls Mohamed Hussein Tantawi, der als Verteidigungsminister und Vorsitzender des Obersten Militärrates während der Übergangsperiode nach Mubaraks Amtsaufgabe gemeinsam mit dem Verfassungsgericht die Amtsgeschäfte der Arabischen Republik Ägypten führte. Links hinter diesem Doppelgesicht lugt leicht verdeckt das selbstbewusst lächelnde Portrait Mohamed Badies hervor, dem Vorsitzenden der Muslimischen Bruderschaft. Als das Wandgemälde entstand, hatte Mohammed Mursi in Nachfolge Mubaraks gerade das Amt des Staatspräsidenten übernommen. Wie Omar Fathy in seiner Arbeit jedoch andeutet, behaupteten einige Regierungskritiker, er stünde in Wahrheit unter der Kontrolle Badies, der somit der eigentliche Souverän des Landes sei (Hamdy & Karl, 2014: 187).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Street Art als politisches Medium in revolutionären Kontexten ein und beleuchtet anhand eines Fallbeispiels aus Kairo die symbolische Kraft der Kunst als Widerstand.
2. Street Art in revolutionären Momenten: Dieses Kapitel definiert den Begriff Street Art im Kontext von Revolutionen und grenzt ihn von anderen Formen öffentlicher Kunst ab.
3. Street Art im öffentlichen Raum: Das Kapitel analysiert die theoretischen Grundlagen des öffentlichen Raumes und wie Street Art als Eingriff in diesen Raum sowie als Akt der Besetzung funktioniert.
4. Street Art als Kommunikationsmedium: Hier wird untersucht, wie Street Art als Informationskanal, Mittel zur Solidaritätsbekundung und Instrument für den Dialog mit dem Regime dient.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über Street Art als aufständische Praxis zusammen und gibt einen Ausblick auf weitere mögliche Forschungsperspektiven.
Street Art, Revolution, Ägypten, öffentlicher Raum, Widerstand, politische Partizipation, Kommunikation, Wandzeitung, Kollektive Identität, Gedenken, Performativität, Machtringen, Urbaner Raum, Regimekritik, Aktivismus
Die Arbeit untersucht, wie Street Art als Form des politischen Widerstands in revolutionären Situationen eingesetzt wird, um Machtstrukturen herauszufordern.
Die Arbeit thematisiert die Nutzung des öffentlichen Raums, die performative Kraft von Street Art, ihre Funktion als alternative Kommunikationsform und ihre Rolle bei der Identitätsstiftung.
Ziel ist es, das politische Potenzial von Street Art zu verstehen und einen Beitrag zur Diskussion über sie als ernstzunehmende politische Protestform zu leisten.
Die Arbeit nutzt raumsoziologische Ansätze, Stadtsemiotik und Performativitätstheorien, um Street Art Werke in verschiedenen revolutionären Bewegungen beispielhaft zu analysieren.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Einbettung von Street Art im öffentlichen Raum, deren Wirkung als Kommunikationsmedium sowie die Praxis der Raumbesetzung durch Künstler.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Street Art, Revolution, politischer Widerstand, urbaner Raum und Identität geprägt.
Sie gilt als eines der eindrücklichsten Beispiele, da Street Art dort gezielt zur Gedenkstätte umfunktioniert wurde und die Kunstwerke dort eng mit der politischen Entwicklung Ägyptens verwoben sind.
Die Anonymität verleiht der Street Art eine zusätzliche Wirkungsdimension und bietet Schutz vor staatlicher Verfolgung, während sie gleichzeitig Mythenbildung fördern kann.
Da in autoritären Systemen die Pressefreiheit oft eingeschränkt ist, fungieren die Wände als informelle Kanäle, um Nachrichten und Kommentare direkt an die Öffentlichkeit zu tragen.
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