Bachelorarbeit, 2017
52 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Frankreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts
2.1 Die französische Restauration (1814-1830)
2.2 Julirevolution und Julimonarchie (1830-1848)
2.3 Presse- und Literaturwesen
3. Verlorene Illusionen
3.1 Das Berufsbild des Journalisten
3.2 Die Künstlervereinigung von Daniel d'Arthez
4. Literatur hält Einzug in die Öffentlichkeit
4.1 Verfall und Missbrauch geistigen Eigentums
4.2 Feuilletonroman und Romanproduktion ab 1836
4.3 Balzacs Typenlehre der Pariser Presse
4.4 Jules Janins Verteidigungsplädoyer
5. Tendenzen und Konsequenzen für die Öffentlichkeit
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Presse und Literatur im Frankreich der Restauration und der Julimonarchie unter besonderer Berücksichtigung von Honoré de Balzacs Gesellschaftsroman "Illusions perdues". Ziel ist es, die Verflechtungen zwischen journalistischer Praxis, literarischer Produktion und politischem Einfluss im 19. Jahrhundert aufzudecken sowie die Rolle des Autors in diesem spannungsreichen Feld kritisch zu analysieren.
3.1 Das Berufsbild des Journalisten
Besonders im zweiten Teil der Illusions perdues stellt Balzac etliche Facetten des Pariser Pressewesens und mehr als ein Dutzend ihrer Vertreter vor. Dabei fällt besonders der Detailreichtum der verschiedenen Charaktere auf. Seite für Seite entsteht zu jeder Person aus Luciens kurzem Hauptstadtleben ein ausführliches Bild mit einer Vielzahl an Hintergrundinformationen.
Den politischen Journalismus in Frankreich Anfang des 19. Jahrhunderts betreffend lernen wir zwei Personengruppen kennen, die liberalen und die royalistischen Berichterstatter. Diese Einteilung entspricht vereinfacht dem damaligen politischen Interessenspektrum, wobei diese Zweiteilung lediglich einer Pauschalisierung gleichkommt. Die französische Parteienlandschaft nach der Französischen Revolution bildete sich erst noch heraus und war im Begriff sich zu organisieren. Ein Prozess, der noch einige Jahrzehnte in Anspruch nehmen würde und unterdessen man zur Unterscheidung innerhalb beider Lager auf Subgruppierungen zurück greift. Bei den Royalisten unterscheidet man unter Anderem zwischen Ultras, Legitimisten und Gemäßigten. Die Liberalen unterteilen sich zum Beispiel in Republikaner, Bonapartisten und Linksliberale, um nur einige zu nennen.
Weder Royalisten noch Liberale stellen eine homogene Gruppe dar, weshalb die Übergänge fließend und nicht immer vollends nachzuvollziehen sind. Balzac typisiert beispielsweise den einzigen realen Charakter des Romans, den Journalisten und Schriftsteller Alphonse Martainville (1777-1830) an einer Stelle als Ultraroyalisten und an anderer Stelle als politisch konservativ. Überdies attestiert er ihm kurioserweise eine offene Abneigung gegen die Regierung des grundsätzlich gleichgesinnten Ultraroyalisten Jean-Baptiste de Villèle, der sowohl Mitglied der Chambre introuvable war, als auch von 1822-1827 Regierungschef. Eine Ungereimtheit, die sich mit den ständig wechselnden Kursen und Tendenzen der Regierung erklären lässt und zusätzlich damit, dass viele Journalisten sich durchaus einer politischen Richtung angehörig fühlten, dies aber nicht bedeuten musste, dass sie auch zugunsten dieser Partei Artikel verfassten. Die publizierte Meinung und die eigene Meinung konnten gravierende Unterschiede aufweisen. Den einen typischen Royalisten oder Liberalen gab es demnach nicht.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung der Arbeit ein und verortet Honoré de Balzacs Werk "Illusions perdues" als zentrale Quelle für die Analyse des französischen Presse- und Literaturwesens des 19. Jahrhunderts.
2. Frankreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Dieses Kapitel skizziert den politischen und historischen Rahmen der Restauration und Julimonarchie, der die Grundlage für das journalistische und literarische Schaffen dieser Zeit bildete.
3. Verlorene Illusionen: Das Kapitel befasst sich mit der inhaltlichen Analyse des Romans und beleuchtet das Berufsbild des Journalisten sowie die kontrastierende Künstlervereinigung von Daniel d'Arthez.
4. Literatur hält Einzug in die Öffentlichkeit: Hier wird der Prozess der Kommerzialisierung von Literatur thematisiert, wobei insbesondere die Urheberrechtsdebatten, der Aufstieg des Feuilletonromans sowie Balzacs Typenlehre der Presse untersucht werden.
5. Tendenzen und Konsequenzen für die Öffentlichkeit: Dieses Kapitel reflektiert die langfristigen Auswirkungen der im 19. Jahrhundert etablierten Strukturen von Presse, Politik und Literatur auf die Gesellschaft und zieht Parallelen zur modernen Massenmedienwelt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die historische Relevanz von Balzacs Analysen und bewertet die persönliche Verwicklung des Autors in die beschriebenen Missstände.
Honoré de Balzac, Illusions perdues, Pressegeschichte, Julimonarchie, Restauration, Journalismus, Feuilletonroman, geistiges Eigentum, Kapitalisierung des Geistes, Pariser Presse, Literatursoziologie, Realismus, Urheberrecht, Medienkritik, Öffentlichkeit.
Die Arbeit untersucht das Wechselspiel von Presse, Literatur und Politik im Frankreich des frühen 19. Jahrhunderts, ausgehend von Balzacs Roman "Illusions perdues".
Zentral sind der historische Kontext der Restauration, die Kommerzialisierung der Literatur durch das Feuilleton, die Korruption im Journalismus und der Schutz geistigen Eigentums.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Balzac die ökonomischen und sozialen Realitäten des Pariser Literaturbetriebs literarisch verarbeitete und kritisch reflektierte.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Romans mit einer historisch-soziologischen Untersuchung von Quellenmaterial und Sekundärliteratur kombiniert.
Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, das Berufsbild des Journalisten, die Typologien der Pressevertreter sowie die Debatte um Raubdrucke und Urheberrechte.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie "Pressegeschichte", "Literatursoziologie", "Kapitalisierung des Geistes" und "Medienkritik" beschreiben.
Thier dient als exemplarisches Beispiel für den Aufstieg eines Journalisten zum einflussreichen Politiker und verdeutlicht damit die Macht der Presse im 19. Jahrhundert.
Balzacs eigene, teils gescheiterte Erfahrungen als Journalist und Verleger fließen maßgeblich in seine Darstellung und seine Kritik am korrupten Pressewesen ein.
Janin wird als kritische Gegenstimme zu Balzac eingeführt, die den Journalismus verteidigt und Balzac selbst eine Eitelkeit im Umgang mit seiner eigenen journalistischen Vergangenheit vorwirft.
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