Bachelorarbeit, 2016
39 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Quellen und Methoden
3 Nationale Konflikte
3.1 Maidan und nationale Konflikte
3.2 Diskurs um Sprache
3.3 Sprache und Nationalgefühl
4 Nationale Erinnerungskultur
4.1 Konkurrierende Narrative
4.2 Kiewer Rus und kulturelle Wurzeln
4.3 Kosakenmythos und das Zarenreich
4.4 Sowjetunion und „Holodomor“
4.5 Bandera und die OUN
4.6 Geschichte und Nationalgefühl
5 Revolutionäre Bewegung „Euromaidan“
5.1 Von der Orangenen Revolution bis zum Maidan
5.2 Politische Akteure der Maidan-Bewegung
5.3 Putsch oder „Revolution der Würde“
5.4 Charakter des Maidans
5.5 Ausdruck des Nationalgefühls?
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Euromaidan-Bewegung als Ausdruck des ukrainischen Nationalgefühls betrachtet werden kann, indem sie den innerukrainischen Diskurs, historische Narrative und die politischen Beweggründe der Proteste analysiert.
4.5 Bandera und die OUN
Ein weiterer, besonders kritischer Teil ukrainischer Geschichte, die sich im Narrativ massiv von der russischen unterscheidet, ist die Rolle der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), und ihres militärischen Arms, der Ukrainischen Aufstandsarmee – kurz UPA. Überall präsent ist der Anführer der UPA, Stepan Bandera. Dieser kämpfte in unterschiedlichen Koalitionen, zeitweise gemeinsam mit der Deutschen Wehrmacht, mit dem Ziel, einen unabhängigen ukrainischen Staat zu gründen. Nachdem dieses Thema in der Sowjetunion lange Zeit quasi Tabu gewesen war, ist seit 1991 eine historische Diskussion zu diesem Thema entbrannt. Denn die Neubewertung der Rolle Banderas und der OUN hängt auch mit der veränderten Interpretation des sowjetischen Narrativs zum Vaterländischen Krieg in der Ukraine zusammen.
Auch auf dem Maidan tauchten nicht nur die rot-schwarzen Flaggen auf, die auf die OUN zurückgehen, sondern auch Bilder von Stepan Bandera. Seit Jahren werden in der Ukraine Bandera-Denkmäler errichtet und Straßennamen in Lwiw nach Märtyrern der UPA benannt. Auch hier zeigt sich eine deutliche Spaltung in grundsätzlich diametralen Ansichten zu diesem historischen Thema. Während im Osten und Süden des Landes eine Mehrheit die historische Person Bandera negativ bewertet, verhält es sich in der Westukraine anders. Bandera wird dort von rund 40% der Befragten positiv gesehen.
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, ob die Euromaidan-Bewegung als Manifestation des ukrainischen Nationalgefühls zu verstehen ist, eingebettet in den Kontext der Ukrainekrise.
2 Quellen und Methoden: Erläuterung des methodischen Vorgehens, das auf einer Kombination aus Diskursanalyse, Auswertung empirischer Daten und nationalismus-theoretischer Reflexion basiert.
3 Nationale Konflikte: Untersuchung des Sprachenstreits und der nationalen Konfliktpotenziale, die als Ausgangspunkt für die Spannungen im Land identifiziert werden.
4 Nationale Erinnerungskultur: Detaillierte Analyse historischer Mythen und Narrative (Kiewer Rus, Kosaken, Holodomor, OUN/Bandera), die die ukrainische Identität prägen und von Russland abgrenzen.
5 Revolutionäre Bewegung „Euromaidan“: Analyse der politischen Akteure, der Vorgeschichte seit 2004 und der theoretischen Einordnung des Maidans als Ausdruck eines verletzten Nationalgefühls.
6 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass der Maidan zwar nationale Gefühle mobilisierte, aber primär durch eine zivilgesellschaftliche Bewegung getragen wurde, während die Nationswerdung ein fortlaufender, konfliktbeladener Prozess bleibt.
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Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwieweit die Euromaidan-Proteste ab Ende 2013 als Ausdruck eines ukrainischen Nationalgefühls gedeutet werden können.
Zentral sind der innerukrainische nationale Diskurs, die Bedeutung historischer Erinnerungskulturen sowie die politischen Hintergründe und Akteure der Maidan-Bewegung.
Das Hauptziel ist es zu klären, ob die Proteste als Manifestation der ukrainischen Nation oder als Ausdruck eines durch russische Einflüsse verletzten Nationalgefühls zu interpretieren sind.
Die Autorin kombiniert die Analyse von Zeitungsdiskursen und politischen Dokumenten mit der Auswertung empirischer sozialwissenschaftlicher Daten und reflektiert diese anhand nationalismus-theoretischer Ansätze.
Der Hauptteil analysiert die historischen Narrative (wie den Holodomor oder die Rolle der OUN), die zur Identitätsbildung beitragen, und untersucht die politischen Akteure sowie die Ereignisse rund um den Sturz von Präsident Janukowitsch.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Euromaidan, Nationalgefühl, Erinnerungskultur, historische Narrative und die Identitätsabgrenzung gegenüber Russland.
Der Streit um historische Deutungen, insbesondere in Bezug auf die Sowjetzeit und Persönlichkeiten wie Stepan Bandera, ist zentral für das ukrainische Selbstverständnis und dient der Abgrenzung gegenüber russischen Meistererzählungen.
Die extremen rechten Kräfte, wie die Partei Swoboda, werden als Randerscheinung eingestuft, die zwar bei den Protesten präsent war, aber nicht die führenden politischen Kräfte oder die breite Zivilgesellschaft repräsentierte.
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