Examensarbeit, 2016
160 Seiten, Note: 1,3
I Einleitung
II Theoretische Grundlagen
1 Jugendliche und ihre Sprache
1.1 Jugend: ein Definitionsversuch
1.2 Ziel und Gebrauch der Jugendsprache
1.3 Verrohung vs. Bereicherung der Sprache
1.4 Die Heterogenität der Jugendsprache und ihre Einordnung
2 Jugendsprache in Italien und Spanien
3 Mediale Entwicklung und Auswirkungen auf die Sprache
3.1 Alte Medien, neue Medien und neue neue Medien
3.2 WhatsApp- die Messaging-App der 2010er: Charakterisierung und Einordnung
3.3 Konzeptionelle Mündlichkeit in den neuen Medien
3.4 Mediensprache oder Jugendsprache?
III Korpusanalyse
1 Korpusbeschreibung
2 Methodische Vorgehensweise bei der Korpusanalyse
3 Darstellung der Analyse italienischer und spanischer Gruppenchats
3.1 Kommunikation auf neuen Wegen
3.1.1 Gruppenchats
3.1.2 Visuelle Hilfen: Kommunizieren über Emoticon/ Piktogramm, Video-und Bilddatei
3.1.3 Voicemails auf dem Vormarsch
3.2 Zum innersprachlichen Aufbau
3.2.1 Orthographie und Satzzeichensetzung
3.2.2 Besonderheiten der lexikalisch-semantischen Dimension
3.2.2.1 Originalität und Ideenreichtum
3.2.2.2 Parolacce, bestemmie, tacos und insultos
3.2.2.3 Mischen von Sprachen und Varietäten
3.2.3 Besondere Stilmerkmale: Hyperbolik, bildliche Ausdrucksweisen und Phraseologismen
3.2.4 Merkmale konzeptioneller Mündlichkeit
3.2.4.1 Sprachökonomie und syntaktische Reduktionsmittel
3.2.4.2 Prosodienachahmende expressive Mittel als nähesprachliche Phänomene
3.3 Zusammenfassung der Analyseergebnisse
4 Kommunikationsstrategien der Geschlechter
4.1 Inhaltliche Unterschiede
4.2 Exemplarische Analyse zweier kommunikativer Gattungen
IV Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kommunikationsstile italienischer und spanischer Jugendlicher innerhalb des Instant-Messengers WhatsApp. Das primäre Ziel ist es, sprachlich-kommunikative Besonderheiten dieser digitalen Interaktionsform zu identifizieren und zu analysieren, wobei insbesondere die Rolle von Medienbedingungen, geschlechtsspezifischen Strategien und dem Einfluss der Jugendsprache auf die schriftliche Kommunikation beleuchtet wird.
3.1.1 Gruppenchats
WhatsApp öffnet dank zahlreicher integrierter Nutzungsmöglichkeiten neue Türen für Kommunikation und Interaktion. Untersuchungsgegenstand dieser Analyse sind Gruppenchats, die sich bei Jugendlichen an großer Beliebtheit erfreuen. Die Motivation, einen WhatsApp-Chat zu eröffnen ist so breitgefächert wie die Vielfalt der Benutzer selbst. So finden sich häufig Freundeskreise, aber auch Familienmitglieder in ihrem eigenen Chatraum zusammen etc. Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt, schließlich handelt es sich um Verbindungen jeder Art. Die Gemeinsamkeit aller dieser Gruppenchats besteht in der Geschlossenheit der Kommunikationsräume, die für die Öffentlichkeit unzugänglich bleiben.
Charakterisiert werden Gruppenchats durch ein Gruppenbild und den Gruppennamen, die vorerst vom Gründer der Gruppe gewählt werden, später jedoch von allen Mitgliedern modifiziert werden können. Grundsätzlich bewahrt vor allem der Gruppenname eine identitätsstiftende Funktion, indem er die Beziehung der Partizipanten beschreibt und sie zu einer Interessengemeinschaft zusammenschließt. Mit Blick auf die Gruppennamen der vier untersuchten Chats fällt es schwer, Vermutungen über den Zweck der Gruppenformierung zu äußern, ohne vorweg inhaltliche Informationen über die Peergroup zu besitzen.
Die Fantasie der Textproduzenten spiegelt sich häufig direkt in diesem Namen durch kreativen Gebrauch von Sprache wider: Während bei dem Wortspiel Albuferia 2016 eine Modifizierung der portugiesischen Stadt stattfindet, was verknüpft mit dem Begriff feria auf den geplanten Alkoholkonsum während der Reise nach Albufeira anspielen soll, lässt sacra loggia della caccia (MI) Schlüsse ziehen über die Motivation der Gruppenbildung der italienischen Studenten. Sie bezeichnen sich als heilige Loge- eine Art Gemeinschaft, die für sie einen heiligen Status innehat, also von hoher Bedeutung ist. Dabei stellen sie sich als Jäger dar, die jedoch nicht Tiere, sondern Frauen jagen. Diese Metaphorik bezieht sich demnach auf das Kennenlernen und Verführen von Frauen, eine Thematik, die sich wie ein roter Faden durch die Chat-Kommunikation der italienischen Gruppe zieht und die Teilnehmer als selbsternannte Frauenjäger in gewisser Weise verbindet.
I Einleitung: Die Einleitung stellt WhatsApp als zentralen Forschungsgegenstand dar und erläutert die Gliederung der Arbeit in theoretische Grundlagen und die Analyse eines authentischen Korpus aus Gruppenchats.
II Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Jugendsprache, diskutiert den technologischen Einfluss neuer Medien und verortet WhatsApp-Kommunikation im Nähe-Distanz-Kontinuum.
III Korpusanalyse: Der Hauptteil untersucht die WhatsApp-Kommunikation anhand von vier Studentengruppen und beleuchtet orthographische, lexikalische sowie geschlechtsspezifische Aspekte.
IV Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass sich Kommunikationsstile nicht komplett der Jugendsprache zuordnen lassen, aber deutliche Tendenzen in der Nutzung digitaler Ressourcen existieren.
WhatsApp, Jugendsprache, digitale Kommunikation, Instant-Messaging, Gruppenchat, Italienisch, Spanisch, Sprachökonomie, konzeptionelle Mündlichkeit, Emoticons, Graphemiteration, Genderforschung, Soziolinguistik, Interjektionen, Sprachwandel.
Die Arbeit untersucht die Kommunikationsstile italienischer und spanischer Jugendlicher in digitalen Medien, speziell in WhatsApp-Gruppenchats, um zu ergründen, wie diese Art der Kommunikation beschaffen ist.
Zentrale Felder sind die Jugendsprachforschung, der Einfluss technischer Innovationen auf die Sprache, die Analyse des Sprachgebrauchs in Gruppenchats sowie geschlechtsspezifische Unterschiede.
Ziel ist es, die sprachlich-kommunikativen Besonderheiten innerhalb der untersuchten Studentengruppen im medialen Rahmen von WhatsApp zu fixieren und exemplarisch darzustellen.
Es wird eine Korpusanalyse von vier WhatsApp-Gruppenchats (italienisch/spanisch) durchgeführt, wobei sowohl qualitative als auch quantitative Analysemethoden angewendet werden.
Im Hauptteil (Kapitel III) werden technische Funktionen von WhatsApp, der innersprachliche Aufbau (Orthographie, Lexik, Stilmerkmale) und geschlechterspezifische Kommunikationsstrategien detailliert analysiert.
Wichtige Schlagworte sind WhatsApp, Jugendsprache, digitale Kommunikation, Mündlichkeit, Sprachökonomie, Multimodalität und geschlechtsspezifische Kommunikation.
Italienische Gruppen (insb. die Männer-Gruppe) fallen durch eine besonders hohe lexikalische Kreativität und den häufigen Gebrauch von Vulgarismen und Metaphern auf.
Spanische Studierende nutzen häufiger Voicemails und Graphemsubstitutionen, während italienische Gruppen eher zu textbasierten kreativen Wortschöpfungen neigen.
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