Magisterarbeit, 1999
130 Seiten, Note: 1,0
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der ökologischen Selbstgefährdung moderner Gesellschaften aus der Perspektive der Systemtheorie Niklas Luhmanns. Ziel ist es, zu untersuchen, inwiefern die Systemtheorie in der Lage ist, die ökologische Problematik zu erfassen und zu analysieren.
Die Einleitung stellt die ökologische Selbstgefährdung moderner Gesellschaften als Gegenstand der Soziologie vor und beleuchtet die Relevanz der systemtheoretischen Perspektive. Kapitel 2 widmet sich dem Konzept der Gesellschaft als sinnverarbeitendes System, inklusive der zentralen Elemente wie Komplexität, Kontingenz und Beobachtung. Kapitel 3 behandelt die funktionale Differenzierung moderner Gesellschaften, die Entstehung und Interaktion von Funktionssystemen sowie die Bedeutung struktureller Kopplungen. Kapitel 4 fokussiert auf die Bedeutung von Risiko und Gefahr im Kontext ökologischer Selbstgefährdung. Kapitel 5 untersucht die systemtheoretische Konzeption von Natur und Umwelt, wobei der Fokus auf der „Ökologie des Nichtwissens“ liegt. Kapitel 6 beleuchtet die Entstehung ökologischer Gefährdungen in Wissenschaft und Wirtschaft.
Die Arbeit behandelt die Schlüsselthemen ökologische Selbstgefährdung, Systemtheorie, Niklas Luhmann, funktionale Differenzierung, autopoietische Systeme, Beobachtung, Kommunikation, Risiko, Natur, Umwelt, Wissenschaft, Technik, Wirtschaft, Steuerung, Protest.
Luhmann sieht die ökologische Selbstgefährdung als Resultat der funktionalen Differenzierung der Gesellschaft, in der Teilsysteme wie Wirtschaft oder Wissenschaft nur nach ihren eigenen Codes operieren und Umweltfolgen ignorieren.
Die Soziologie beschränkte sich traditionell auf innergesellschaftliche Perspektiven und betrachtete Natur nicht als Teil der sozialen Kommunikation, was Ulrich Beck auch als „Apokalypse-Blindheit“ bezeichnet.
Er beschreibt die Problematik, dass Eingriffe in die Umwelt unvorhersehbare Konsequenzen haben und die Gesellschaft Entscheidungen unter Bedingungen von Ungewissheit und Risiko treffen muss.
Aus systemtheoretischer Sicht ist Steuerung schwierig, da Teilsysteme autopoietisch (selbstreferenziell) sind. Politik und Recht können nur Impulse geben, aber die Logik anderer Systeme wie der Wirtschaft nicht direkt determinieren.
Protestbewegungen werden als „Immunreaktionen“ der Gesellschaft betrachtet, die auf die mangelnde Resonanzfähigkeit der Funktionssysteme gegenüber Umweltproblemen hinweisen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

