Examensarbeit, 2000
125 Seiten, Note: sehr gut
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMAUFRISS
1.2 FORSCHUNGSSTAND
1.3 GLIEDERUNG UND GEWICHTUNG DER THEMENBEREICHE
2 GEWALT
2.1 DEFINITIONEN DER GEWALT
2.2 THEORETISCHE FORMEN DER GEWALT
2.2.1 Personale Gewalt
2.2.2 Strukturelle Gewalt
2.3 ERSCHEINUNGSFORMEN DER GEWALT IM ALLTAG DES MENSCHEN
2.3.1 Die familiäre Gewalt
2.3.2 Die alltägliche Gewalt (strukturelle Gewalt)
2.3.3 Der Krieg
2.4 STATISTIK DER GEWALT
3 DIE MEDIEN
3.1 WAS SIND DIE MEDIEN?
3.2 WARUM EXISTIERT GEWALT IN DEN MEDIEN - MOTIVE ZUM GEWALTKONSUM
4 URSACHEN DER GEWALT
4.1 GEWALTTÄTIGKEIT –– (K)EIN PROBLEM UNSERER EPOCHE? ZIVILISATIONSGESCHICHTLICHES UND ZIVILISATIONSKRITISCHES ZUR GEWALT
4.2 DIE ETHNOLOGISCHE UNTERSUCHUNG AGGRESSI VEN VERHALTENS
4.3 DIE EVOLUTIONSBIOLOGISCHE ERKLÄRUNG FÜR DIE AGGRESSION
4.4 SOZIOLOGISCHE ANSÄTZE
4.5 PSYCHOLOGISCHE THEORIEN DER AGGRESSION
4.5.1 Die psychoanalytische Triebtheorie Freuds
4.5.2 Die Frustrations-Aggressionstheorie
4.5.3 Lernpsychologische Theorien über aggressive Verhalten
4.6 ZUSAMMENFASSUNG ZU DEN URSACHEN DER GEWALT
5 DIE MEDIENWIRKUNGS FORSCHUNG
5.1 ZUR GESCHICHTE DER MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG
5.2 DER WIRKUNGSBEGRIFF
5.3 FORSCHUNGSANNAHMEN UND FORSCHUNGSSTRATEGIEN
5.4 DIE KLASSISCHEN WIRKUNGSTHEORIEN
5.4.1 Die Katharsisthese
5.4.2 Die Inhibitionsthese
5.4.3 Die Stimulationsthese
5.4.4 Die Suggestionsthese
5.4.5 Erregungsübertragung
5.4.6 Die Habitualisierungsthese
5.4.7 Die These der Wirkungslosigkeit
5.5 WEITERE WIRKUNGSTHEORIEN
5.5.1 Die Hypothese der Rechtfertigung von Verbrechen
5.5.2 Verstärkungshypothese
5.5.3 Die Kontroll- und Reflexionsthese
5.6 DIE „KONFUSION“ DER WIRKUNGSFORSCHUNG – EIN LÖSUNGSVERSUCH
5.7 DIE LERNTHEORIE
5.8 ZUSAMMENFASSUNG ZU DEN WIRKUNGEN
6 LITTLETON - NEUE DIMENSION DER MEDIENWIRKUNG ?
6.1 DIE „OFFIZIELLE“ BEGRÜNDUNG?
6.2 ANDERE BEGRÜNDUNGEN
6.3 VERÄNDERTE WERTVORSTELLUNG
6.3.1 Werte in der heutigen Jugend
6.3.2 Die Moral von der Geschichte
6.4 DIE ÖFFENTLICHE ANERKENNUNG UND DIE MEDIEN
7 FAZIT
7.1.1 Politisch Interventionen
7.1.2 Pädagogische Möglichkeiten
7.1.3 Pädagogische Grundeinstellungen
8 ANHANG
8.1 FÄLLE VON GEWALT AN SCHULEN IN DEUTSCHLAND
8.2 CHRONIK DER GEWALT AN SCHULEN IN DEN USA UND GB
9 ERKLÄRUNG
Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit mediale Gewaltdarstellungen einen ursächlichen Einfluss auf gewalttätiges menschliches Verhalten ausüben und welche pädagogischen Konsequenzen daraus für den Umgang mit dieser Problematik abgeleitet werden können. Dabei wird das Phänomen der Gewalt sowohl aus ethnologischer, soziologischer als auch psychologischer Perspektive betrachtet, um die komplexe Genese menschlicher Aggressivität zu ergründen.
Die „offizielle“ Begründung
Es scheint evident, dass hier ein Zusammenhang besteht zwischen den medialen Vorlieben der Täter und der Art und Weise wie sie ihre Tat ausführten. Jedoch kann nicht bewiesen werden, dass die Tat die Folgewirkung der Spiele und Filme ist und auch nicht, welchen, vielleicht geringen Anteil sie an der gesamten Entwicklung hatten. Erschwerend für die Einschätzung von Gründen kommt hier auch noch hinzu, dass die beiden Jungen ihre Tat mit „Heil Hitler“ Sprüchen begleiteten und den 20. April, den Geburtstag Hitlers, als Zeitpunkt für ihr Verbrechen auswählten. Damit scheinen hier Anhaltspunkte gegeben zu sein, für die unterschiedlichsten Begründungen. Die Folge sind Spekulationen über die Ursachen für ihr Verhalten und darüber, wem die Schuld zuzuweisen ist. Sind es nun die faschistoiden Einstellungen, die Medien, die Waffenlobby, die Lehrer, die Eltern oder waren die beiden einfach geistesgestörte Psychopathen. Einigung wird hier freilich nicht erzielt, Konsequenzen bleiben abermals aus. Auch ein Jahr nach der Tat scheint noch Niemand plausible, „verständliche“ Gründe für diese Tat aufzeigen zu können.
1 EINLEITUNG: Definiert den Problemaufriss hinsichtlich jugendlicher Gewalt und stellt die Forschungsfrage nach dem Einfluss medialer Gewaltdarstellungen.
2 GEWALT: Untersucht verschiedene Definitionen und Erscheinungsformen von Gewalt, von personaler bis zu struktureller Gewalt.
3 DIE MEDIEN: Definiert Medien und diskutiert die Motive zum Konsum von Gewaltinhalten sowie ökonomische Aspekte der Medienproduktion.
4 URSACHEN DER GEWALT: Behandelt verschiedene Theorien zur Entstehung von Aggression, unter anderem evolutionsbiologische und soziologische Ansätze.
5 DIE MEDIENWIRKUNGS FORSCHUNG: Analysiert historische und aktuelle wissenschaftliche Theorien zu den Wirkungen medialer Gewaltdarstellungen auf den Menschen.
6 LITTLETON - NEUE DIMENSION DER MEDIENWIRKUNG ?: Setzt sich konkret mit dem Schulmassaker von Littleton als Fallbeispiel für mögliche Medienwirkungen auseinander.
7 FAZIT: Fasst die Erkenntnisse zusammen und leitet daraus pädagogische Möglichkeiten und Grundeinstellungen ab.
8 ANHANG: Dokumentiert eine Chronik von gewalttätigen Vorfällen an Schulen in Deutschland, den USA und Großbritannien.
9 ERKLÄRUNG: Enthält die förmliche, eidesstattliche Erklärung zur selbstständigen Verfassung der Arbeit.
Gewalt, Medienwirkung, Jugendkultur, Aggression, Sozialisation, Medienkompetenz, Littleton, Gewaltdarstellung, pädagogische Prävention, Wertvorstellungen, Medienkonsum, Triebtheorie, Lerntheorie.
Die Arbeit untersucht den Einfluss, den die Darstellung von Gewalt in modernen Medien auf das menschliche Handeln ausübt, insbesondere unter dem Aspekt jugendlicher Gewalt.
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Ursachen von Gewalt (biologisch, soziologisch, psychologisch), verschiedene Medienwirkungstheorien sowie pädagogische Interventionsmöglichkeiten.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob und wie mediale Darstellungen von Gewalt die Persönlichkeitsentwicklung und das Verhalten von Jugendlichen nachhaltig beeinflussen können.
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die verschiedene psychologische und soziologische Ansätze zusammenführt und kritisch reflektiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begriffsbestimmung, Ursachenforschung) und die spezifische Anwendung auf die Medienwirkungsforschung sowie den Fall "Littleton".
Wichtige Begriffe sind insbesondere Gewaltprävention, Mediensozialisation, Aggressionstheorien, Medienkompetenz und Wertedimensionen.
Der Fall Littleton dient als zentrales Fallbeispiel, an dem die Autorin diskutiert, ob extreme Gewalttaten von Jugendlichen als direkte oder indirekte Folge medialer Einflüsse betrachtet werden können.
Die Autorin schlussfolgert, dass Medien nicht die alleinige Ursache von Gewalt sind, aber durch die Reduktion hemmender Mechanismen und die Verbreitung ambivalenter Werte eine gefährliche Rolle bei der Instabilität des Normen- und Wertesystems von Jugendlichen spielen können.
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