Masterarbeit, 2017
52 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Deutschlands Situation nach 1945
3. Beginn der neuen deutschen Außenpolitik
3.1 EVG, NATO und „Souveränität“
3.2 Europäische Integration durch EWG und Euratom
3.3 Die atomare Frage
3.4 Die zweite Berlin – Krise
4. Die Bundesrepublik zwischen Frankreich und den USA
4.1 De Gaulles europäisches Konzept
4.2 Der Elysée – Vertrag von 1963
4.3 Kennedys europäisches Konzept
4.4 Gaullisten gegen Atlantiker
5. Schlussbetrachtung und Fazit
Die Arbeit analysiert die deutsche Außenpolitik in den Jahren 1958 bis 1963 und untersucht dabei die wechselseitigen Beziehungen zwischen Konrad Adenauer, Charles de Gaulle und John F. Kennedy. Im Zentrum steht die Frage, ob die unterschiedlichen europäischen Konzepte der Akteure eine stabile „Dreiecksbeziehung“ ermöglichten oder die deutsche Außenpolitik vor unauflösbare Loyalitätskonflikte stellten.
4.1 De Gaulles europäisches Konzept
Wie bereits beschrieben verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den USA und der Bundesrepublik gegen Ende der 1950er Jahre zunehmend. Je größer die Spannungen zu den Amerikanern wurden, desto wichtiger wurde Adenauers Außenpolitik das Verhältnis zum westlichen Nachbarn und neuen Staatspräsidenten Frankreichs, Charles de Gaulle. Dabei war der Kanzler dem General nach dessen Regierungsbeginn Mitte 1958 mit abgrundtiefem Misstrauen begegnet, verband er mit ihm nicht nur die französisch-sowjetische Allianz des Jahres 1944, sondern auch die auf Dominanz ausgerichtete französische Deutschlandpolitik der ersten Nachkriegszeit und ganz generell dem Streben nach Größe („grandeur“) und nationaler Unabhängigkeit. Sein Misstrauen war nicht unbegründet, hatte de Gaulle noch während des Krieges die Pläne für eine Eindämmung Deutschlands nach dem Krieg entworfen. Er setzte sich für eine Zerschlagung Deutschlands, die Loslösung des Rheinlandes, Ruhr- und des Saargebiets ein. Auch ein westeuropäisches Bündnis hatte er bereits nach dem Krieg geplant und äußerte sich zur Zukunft Europas wie folgt:
„Europa? Aber gewiss muss man es machen. Mit Belgien, den Niederlanden und Italien für den Anfang. Spanien wird folgen, sobald sie sich von Franco befreit haben werden. Deutschland? Es wird nicht mehr „ein“ Deutschland geben, sondern mehrere; wenn es erst einmal geteilt ist und die Ruhr den Siegern zur Verfügung steht, wird man sehen, was man damit macht. England? Nein, ich sehe nicht, dass es sich an einem europäischen Unternehmen beteiligen wird. In jedem Fall braucht eine Föderation einen Föderator. Das wird Frankreich sein; und das Ensemble, dass in dieser Weise geschaffen wird, wird es uns erlauben, unser Unabhängigkeit zu behaupten und dem amerikanisch-russischen Kondominium zu entkommen.“
1. Einleitung: Einführung in das Thema der deutsch-französischen und amerikanisch-deutschen Außenpolitik sowie Darstellung des historischen Kontextes am Ende der 1950er Jahre.
2. Deutschlands Situation nach 1945: Analyse der Nachkriegssituation, der Besatzungspolitik der Alliierten und der Herausforderungen beim Aufbau eines souveränen westdeutschen Staates.
3. Beginn der neuen deutschen Außenpolitik: Untersuchung der strukturellen Bedingungen der Bonner Außenpolitik, der Westintegration, der Wiederbewaffnung und der sicherheitspolitischen Herausforderungen wie der Berlin-Krise.
4. Die Bundesrepublik zwischen Frankreich und den USA: Detaillierte Betrachtung der gegensätzlichen Europakonzepte von de Gaulle und Kennedy sowie deren Auswirkungen auf die deutsche Innen- und Außenpolitik.
5. Schlussbetrachtung und Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Dreiecksbeziehung zwischen Adenauer, de Gaulle und Kennedy und deren Einfluss auf die außenpolitische Ausrichtung der Bundesrepublik.
Konrad Adenauer, Charles de Gaulle, John F. Kennedy, Westintegration, Außenpolitik, Bundesrepublik Deutschland, Europäische Integration, Atlantiker, Gaullisten, Elysée-Vertrag, NATO, EWG, Souveränität, Ost-West-Konflikt, Sicherheitspolitik.
Die Arbeit befasst sich mit der außenpolitischen Rolle der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1958 und 1963 im Spannungsfeld zwischen den USA und Frankreich.
Die zentralen Themen sind die Westintegration der Bundesrepublik, die unterschiedlichen Europakonzepte der Staatsmänner Adenauer, de Gaulle und Kennedy sowie die internen politischen Spannungen in Deutschland.
Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob die divergierenden außenpolitischen Interessen der USA und Frankreichs eine tragfähige „Dreiecksbeziehung“ mit der Bundesrepublik zuließen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und der Auswertung historischer Quellen zu den außenpolitischen Handlungen und Zielsetzungen der involvierten Nationen und Akteure.
Der Hauptteil analysiert die Situation nach 1945, die sicherheitspolitischen Herausforderungen durch die atomare Bewaffnung und Berlin-Krisen sowie das Ringen um eine gemeinsame europäische Identität.
Wichtige Schlüsselwörter sind Westintegration, Souveränität, Elysée-Vertrag, Atlantiker, Gaullisten und die diplomatischen Beziehungen im Kalten Krieg.
Der Elysée-Vertrag von 1963 sollte die deutsch-französische Aussöhnung formalisieren und eine institutionalisierte Zusammenarbeit begründen, stieß jedoch international auf Skepsis hinsichtlich einer möglichen Blockbildung.
De Gaulle strebte ein Europa als unabhängige „Dritte Kraft“ unter französischer Führung an, während Kennedy eine transatlantische Partnerschaft unter US-Führung favorisierte.
Die Zerrissenheit zwischen „Gaullisten“ und „Atlantikern“ resultierte aus dem Dilemma, zwischen einer engen sicherheitspolitischen Bindung an die USA und dem Wunsch nach einer deutsch-französischen Aussöhnung wählen zu müssen.
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