Magisterarbeit, 2014
197 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aktueller Forschungsstand
1.3 Aufbau und Methodik der Arbeit
1.4 Mittendrin und live dabei: Zur Verortung der persönlichen Rolle während der Proteste
2 Theoretischer Rahmen und Methoden zur Analyse von sozialen Bewegungen und Protestereignissen
2.1 Aufstand, Protest, Bewegung – Merkmale und Definitionen einiger Phänomene
2.1.1 Protest
2.1.2 Soziale Bewegung
2.1.3 Protestwelle
2.1.4 Studierendenproteste 2009 – Aufstand, Protest, Bewegung? Zur Klärung des Forschungsgegenstandes
2.2 Proteste und Bewegungen – Neuer Forschungsgegenstand der ethnologischen Alltagskulturforschung?
2.3 Methoden zur Analyse von Protestereignissen und Protestbewegungen
2.3.1 Framing-Ansatz
2.3.2 Collective-Identity-Ansatz
2.3.3 Diffusionsmodell von McAdam und Rucht
3 Empirischer Teil
3.1 Darstellung der Forschungsmethode
3.1.1 Das 'ero-epische' Gespräch
3.1.2 Sampling
3.1.3 Vorgehen
3.2 Auswertung der Gespräche
4 Studierendenproteste von 2009 – Diffusion einer Protestwelle
4.1 Dort wo alles begann: Studierendenproteste in Österreich am Beispiel der Universität Wien
4.1.1 Vom Aufstand der Akademie der Bildenden Künste zur Hörsaalbesetzung der Universität Wien – Verlauf der Besetzung
4.1.2 Struktur und Organisation der Besetzung
4.1.3 Forderungen der Protestierenden
4.1.4 Reaktionen
4.2 Studierendenproteste in Deutschland am Beispiel der Universität Augsburg
4.2.1 Gegen Leistungsdruck und Studiengebühren – Hintergründe zum Bildungsstreik 2009 in Deutschland
4.2.2 Verlauf der Besetzung
4.2.3 Struktur und Organisation der Besetzung
4.2.4 Forderungen der Protestierenden
4.2.5 Motive und Beweggründe der Protestierenden
4.2.6 Reaktionen
4.2.7 Folgen und Ergebnisse
4.3 Analyse der Diffusion zwischen Wien und Augsburg
4.3.1 Feststellung von Gemeinsamkeiten
4.3.2 Analyse von Diffusionswegen
4.3.3 Zeitliche Abfolge unter Berücksichtigung des politischen und kulturellen Kontextes
4.4 Conclusio
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Dynamik und Diffusion der studentischen Protestwelle von 2009 (bekannt als #unibrennt) von ihrem Ursprung in Wien hin zur Universität Augsburg. Das primäre Ziel ist es, mittels einer ethnographischen und dichten Beschreibung sowie einer empirischen Studie zu klären, unter welchen Voraussetzungen und durch welche Diffusionswege sich der Protest verbreiten konnte und wie die Akteure die Ereignisse persönlich erlebten und bewerteten.
4.1.2 Struktur und Organisation der Besetzung
Wie wir gesehen haben, kam die Hörsaalbesetzung ohne jegliche Vorbereitungen oder organisatorische Planungen zustande. Sie entwickelte sich spontan und ungeplant aus der Demonstration am 22. Oktober 2009 heraus.
Als erstes Strukturmerkmal kann demnach festgehalten werden, dass der Protest und die Besetzung spontan und nicht von einer Gruppe von Studierendenvertretern, wie der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) oder parteipolitischen Vereinigungen organisiert und initiiert wurden. Ohne strukturelle und organisatorische Vorplanungen ging sie von der breiten Basis der Studierenden aus und wurde von dieser getragen, wobei sie einen ganz eigendynamischen und spontanen Fortgang erlebte. Zwar plante die ÖH Wien für den November eine Informationskampagne unter dem Motto „Schöne neue Uni“, mittels der sie einerseits „die Studierenden über die Änderungen im Universitätsgesetz, die im Juni 2009 im Nationalrat beschlossen wurden [...] informieren“ wollte. Zum anderen sollte die Kampagne dazu dienen und „motivieren, sich selbst in die Diskussion über die Gestaltung und Zukunft der Universität einzubringen.“ Doch stand dies in keinerlei Zusammenhang mit der dann stattfindenden Besetzung und den landesweiten Protesten. Anders als in Augsburg jedoch schloss sich die ÖH im Laufe der ersten Besetzungswoche dennoch teilweise den Protesten an, indem sie sich solidarisch zeigte und die Besetzung zumindest ideell unterstützte.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die #unibrennt-Protestbewegung von 2009 ein, verortet sie im gesellschaftlichen Kontext und beschreibt die Forschungsfrage sowie die ethnologische Methodik der Arbeit.
2 Theoretischer Rahmen und Methoden zur Analyse von sozialen Bewegungen und Protestereignissen: Das Kapitel bietet eine theoretische Fundierung durch Definitionen von Protest und sozialen Bewegungen und stellt Analysemethoden wie den Framing-Ansatz und das Diffusionsmodell vor.
3 Empirischer Teil: Dieser Teil beschreibt die qualitative Forschungsmethode des 'ero-epischen' Gesprächs und erläutert die Auswahl und Auswertung der Interviews mit ehemaligen Protestakteuren in Augsburg.
4 Studierendenproteste von 2009 – Diffusion einer Protestwelle: Das Kernkapitel analysiert den Verlauf der Besetzungen in Wien und Augsburg, untersucht Diffusionswege und bewertet die Forderungen, Reaktionen sowie Folgen der Protestbewegung kontrastiv.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Bedeutung der Proteste für die Ethnologie und reflektiert über die erarbeiteten Strukturen und kollektiven Identitäten.
#unibrennt, Studierendenproteste 2009, Diffusion, Protestwelle, Hörsaalbesetzung, Basisdemokratie, Ethnologie, Bildungsstreik, kollektive Identität, Framing-Ansatz, studentischer Protest, Hochschulpolitik, Augsburg, Wien, Qualitative Feldforschung.
Die Arbeit analysiert die studentischen Proteste des Jahres 2009 (die #unibrennt-Bewegung) und deren Ausbreitung von Österreich nach Deutschland, insbesondere am Beispiel der Universitäten Wien und Augsburg.
Zentral sind die Dynamik von Protestbewegungen, die Diffusion von Protestideen über nationale Grenzen hinweg sowie die ethnographische Erfassung des Alltags in besetzten Hörsälen.
Das Hauptziel besteht darin, die Bedingungen der Diffusion der Protestwelle von Wien nach Augsburg zu rekonstruieren und zu analysieren, warum diese Proteste in Augsburg erst verzögert und in einer zweiten Welle stattfanden.
Es wird ein ethnologisch-kulturwissenschaftlicher Ansatz gewählt, primär basierend auf der qualitativen Methode des 'ero-epischen' Gesprächs mit ehemaligen Akteuren sowie einer anschließenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen zur Bewegungsforschung, eine empirische Darstellung der Augsburger Besetzung und eine Analyse der Diffusionswege sowie der zeitlichen Abfolge unter Berücksichtigung des politischen Kontexts.
Neben #unibrennt sind Begriffe wie Diffusion, Protestwelle, Basisdemokratie, kollektive Identität und ethnologische Alltagskulturforschung zentral.
Die Basisdemokratie war ein zentraler, jedoch in der Praxis oft als schwierig empfundener Grundsatz der Bewegung, der zwar Idealismus förderte, aber die Entscheidungsfindung durch langwierige Plenarsitzungen oft hemmte.
Das Diffusionsmodell nach McAdam und Rucht dient als theoretisches Gerüst, um zu verstehen, wie und warum Informationen und Handlungsweisen von einem "Sender" (Wien) an einen "Empfänger" (Augsburg) übertragen werden, auch ohne direkte persönliche Kontakte.
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