Masterarbeit, 2017
69 Seiten, Note: 1
1 Einleitung und Motivation
2 Grundlagen
2.1 Energiewende
2.2 Strommarkt
2.3 Herausforderungen im Strommarkt
2.3.1 Merit-Order-Effekt & Volatile Märkte
2.3.2 Auswirkung erneuerbarer Energieträger auf die Netzstabilität
2.3.3 Fehlende Preissignale für Kraftwerksinvestitionen
2.4 Beihilfen zur Umsetzung der Energiewende
2.5 Sektor-Untersuchung zu Kapazitätsmechanismen
3 Kapazitätsmechanismen
3.1 Definition
3.2 Formen von Kapazitätsmechanismen
3.2.1 Zentrale Beschaffung
3.2.2 Dezentrale Verpflichtungen
3.2.3 Marktweite Kapazitätszahlungen
3.2.4 Ausschreibung für neue Kapazitätszahlung
3.2.5 Strategische Reserve
3.2.6 Gezielte Kapazitätszahlungen
3.3 Kapazitätsmechanismen im Winterpaket
3.4 Experteneinschätzungen zum Thema Kapazitätsmechanismen
3.4.1 Interviews
3.4.2 Stellungnahmen zur Sektor-Untersuchung
4 Kapazitätsmechanismen - Beispiel Energie AG Oberösterreich
4.1 Einfluss des aktuellen Strommarktes auf das Unternehmen
4.2 Auswirkungen auf konkrete Kraftwerksstandorte
4.3 Praxisorientierte Betrachtungen zu Kapazitätsmechanismen
4.3.1 Kostenstruktur eines GuD-Kraftwerks
4.3.2 Bedeutung von GuD-Kraftwerken am europäischen Strommarkt
4.4 Kapazitätsmechanismen als möglicher Lösungsweg
5 Zusammenfassung
Die Arbeit beleuchtet die Rolle von Kapazitätsmechanismen als mögliche Antwort auf die Herausforderungen volatiler Strommärkte, insbesondere im Hinblick auf die Sicherstellung der Versorgungssicherheit und die Schaffung notwendiger Investitionsanreize für konventionelle Kraftwerke. Die Forschungsfrage untersucht, wie diese Instrumente ausgestaltet sein müssen, um trotz staatlicher Beihilfen mit dem EU-Binnenmarkt vereinbar zu bleiben.
3.1 Definition
Der Begriff Kapazitätsmechanismus wird in der Literatur nicht eindeutig definiert. Es existieren dazu auch Begrifflichkeiten wie Kapazitätsmarkt oder Kapazitätsmodell, die zum Teil auch als Unter- oder Überbegriffe verwendet werden.
Für diese Arbeit werden Kapazitätsmechanismen, genauso wie der Begriff Kapazitätsmodell, in Anlehnung an eine Definition der Europäischen Kommission wie folgt verwendet:
Kapazitätsmechanismen sind Instrumente um die erwartete Kapazitätslücke zwischen Stromnachfrage und -angebot mittel- bis langfristig zu füllen. Damit werden die Versorgungssicherheit erhöht und potenzielle Stromausfälle verhindert. Erreicht wird dies über staatlich initiierte zusätzliche Preissignale, die Investitionen in Kraftwerke ermöglichen oder deren Weiterbetrieb unterstützen. Diese Einkünfte für das gesicherte Vorhalten einer Leistung stellen eine Einnahmequelle für Kapazitätsanbieter dar, die zusätzlich oder anstatt der Einnahmen aus dem Strommarkt lukriert werden können.
Klar scheint für die EU damit, dass der kurzfristige Ausgleich von Ungleichgewichten am Strommarkt im Rahmen der Netzstabilität kein unmittelbares Thema der Kapazitätsmechanismen ist. Der in Österreich bereits bestehende Ausgleichsenergiemarkt fällt somit laut dieser Definition nicht unter den Begriff „Kapazitätsmechanismus“. Eine exakte Trennung ist jedoch in der Praxis oft schwer möglich, da auch diese Ausgleichsenergie Einsätze zum Teil erhebliche Größenordnungen einnehmen können, wie das oben angeführte Beispiel der APG zeigt. Nicht zuletzt weil es sich bei diesen Kraftwerken grundsätzlich um dieselben Kraftwerke handeln würde bzw. handeln kann, kommt es zu einem Verschwimmen der Definition. Letztlich führt ein nicht gelöstes kurzfristiges Problem der Netzstabilisierung auch zu einem langfristigen Problem der Versorgungssicherheit.
1 Einleitung und Motivation: Einführung in die Zielsetzungen der europäischen Energiepolitik und Begründung der Relevanz von Kapazitätsmechanismen als staatliche Eingriffe zur Sicherung der Versorgung.
2 Grundlagen: Analyse des europäischen Energiemarktes, der Auswirkungen volatiler erneuerbarer Energien und der daraus resultierenden Herausforderungen für Investitionen und Netzstabilität.
3 Kapazitätsmechanismen: Detaillierte Beschreibung der verschiedenen Formen von Kapazitätsmechanismen und Einordnung in den Kontext der Sektor-Untersuchung der Europäischen Kommission.
4 Kapazitätsmechanismen - Beispiel Energie AG Oberösterreich: Untersuchung der ökonomischen Situation von GuD-Kraftwerken anhand von Praxisbeispielen und Ableitung von Handlungsmöglichkeiten für Energieversorger.
5 Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse hinsichtlich der Notwendigkeit und der marktkonformen Ausgestaltung von Kapazitätsmechanismen im europäischen Strommarkt.
Kapazitätsmechanismen, Versorgungssicherheit, Energiewende, Strommarkt, Energy-Only-Markt, Merit-Order-Effekt, Investitionsanreize, Europäische Union, Netzstabilität, Ausgleichsenergie, GuD-Kraftwerke, Energie AG Oberösterreich, Beihilfen, Winterpaket, Sektor-Untersuchung.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Kapazitätsmechanismen als Instrument zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit in einem durch den Ausbau erneuerbarer Energien zunehmend volatileren europäischen Strommarkt.
Zentral sind die Auswirkungen der Energiewende auf den Energiemarkt, die Problematik fehlender Investitionsanreize für konventionelle Kraftwerke und die rechtlichen Rahmenbedingungen der EU für Kapazitätsmechanismen.
Ziel ist es, Entscheidungsträgern einen Überblick über die verschiedenen Mechanismen zu geben und zu beleuchten, wie Kapazitätsmechanismen als Antwort auf volatile Strommärkte dienen können, ohne den freien Wettbewerb unzulässig zu verzerren.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche, die Analyse offizieller Dokumente der Europäischen Kommission (Sektor-Untersuchung) sowie auf Experteninterviews und Fachgespräche mit Vertretern der Energiebranche.
Im Hauptteil werden verschiedene Formen von Kapazitätsmechanismen definiert und klassifiziert, ihre Vereinbarkeit mit EU-Beihilferecht diskutiert und die Relevanz für konkrete Kraftwerksstandorte der Energie AG Oberösterreich analysiert.
Zu den prägenden Begriffen zählen Kapazitätsmechanismen, Versorgungssicherheit, Merit-Order-Effekt, Energy-Only-Markt und das „Winterpaket“ der Europäischen Kommission.
GuD-Kraftwerke dienen als Praxisbeispiele, um zu verdeutlichen, wie die aktuelle Preissituation am Strommarkt – beeinflusst durch den Merit-Order-Effekt – die Wirtschaftlichkeit konventioneller Anlagen herausfordert.
Die befragten Experten betrachten Kapazitätsmechanismen überwiegend als notwendiges, aber nur als "letztes Mittel", um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, und plädieren primär für die Stärkung des bestehenden Energiemarktes.
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