Bachelorarbeit, 2017
55 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
Flucht und Fluchtursachen
Flüchtlingssituation in Deutschland
Unbegleitete Minderjährige auf der Flucht nach Deutschland
Kinderschutz durch die UN-Kinderrechtskonventionen
Kinderschutz durch das SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz)
Unbegleitete Minderjährige im SGB VIII
Fördert das deutsche bzw. bayerische Integrationsgesetz eine Integration?
Begriffsklärung Integration
Welche Chancen bietet das deutsche Integrationsgesetz?
Welche Chancen bietet das bayerische Integrationsgesetz?
Parallelen zum Reformentwurf des SGB VIII
Möglichkeiten für die Soziale Arbeit
In der Flüchtlingsarbeit
In der politischen Arbeit
Wertebildung in der deutschen Gesellschaft
Fazit
Die Arbeit untersucht die Integration von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland und analysiert kritisch, inwieweit aktuelle gesetzliche Regelungen – insbesondere das (Bundes-)Integrationsgesetz und das bayerische Integrationsgesetz – diese Integration fördern oder durch restriktive Maßnahmen behindern. Im Fokus steht dabei die Diskrepanz zwischen den gesetzlich verankerten Kinderrechten und der praktischen Umsetzung.
Unbegleitete Minderjährige auf der Flucht nach Deutschland
In Deutschland wird oft der Begriff “unbegleiteter minderjähriger Flüchtling“ benutzt. In dieser Bachelorarbeit wird dieser Begriff im weiteren Verlauf nur noch in Zitaten verwendet, da diese Begriffsbestimmung aus meiner Sicht nicht eindeutig den betroffenen Personenkreis eingrenzt und somit nicht richtig erfasst. In dieser Arbeit verwende ich nun den Begriff “unbegleitete Minderjährige“. Bezieht sich die Formulierung auf die Flucht des jungen Menschen, so wird in dieser Bachelorarbeit der Begriff “unbegleiteter Minderjähriger auf der Flucht“ verwendet. Meiner Haltung liegt der Gedanke zu Grunde, dass alle Kinder, egal welcher Herkunft, die gleichen Kinderrechte besitzen und Erwachsene für eine kindgerechte Welt die Verantwortung tragen. Die Bezeichnung unbegleiteter Minderjähriger transportiert zwar im ersten Moment nicht die persönliche Geschichte des Kindes, kennzeichnet das Kind aber auch nicht als Flüchtling oder Ausländer, sondern konzentriert sich auf die beiden wesentlichen Merkmale. Diese sind: Minderjährig (Kind), Unbegleitet (alleine).
Ich gehe davon aus, dass durch diese Bezeichnung eine Gleichbehandlung, wie sie im Gesetz und durch internationale Übereinkommen festgelegt sind, von Kindern auf der Flucht und Kindern die in Deutschland geboren sind erzeugt werden kann.
Einleitung: Der Autor stellt das Thema der Integration unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge vor, verknüpft es mit seiner langjährigen beruflichen Erfahrung und führt anhand von vier Biografien in die komplexe rechtliche und lebensweltliche Problematik ein.
Flucht und Fluchtursachen: Dieses Kapitel thematisiert die globalen Fluchtbewegungen, die Definition von Flüchtlingen gemäß Genfer Flüchtlingskonvention und stellt fest, dass die meisten Flüchtlinge in den Herkunftsregionen Schutz suchen.
Flüchtlingssituation in Deutschland: Hier wird der rechtliche Status von Asylsuchenden, deren Verfahrensbeschränkungen und das Asylbewerberleistungsgesetz erläutert, wobei Unterschiede zwischen Asylsuchenden und anerkannten Flüchtlingen herausgearbeitet werden.
Unbegleitete Minderjährige auf der Flucht nach Deutschland: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Begrifflichkeit und der gesetzlichen Definition unbegleiteter Minderjähriger sowie ein Überblick über die Herkunftsländer und Asylantragszahlen.
Kinderschutz durch die UN-Kinderrechtskonventionen: Das Kapitel behandelt die Bedeutung der Rücknahme der Vorbehalte zur UN-Kinderrechtskonvention durch Deutschland im Jahr 2010 und deren Auswirkungen auf die rechtliche Gleichstellung minderjähriger Ausländer.
Kinderschutz durch das SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz): Der gesetzliche Schutzauftrag für Kinder und Jugendliche im SGB VIII wird dargelegt und die Bedeutung des § 8a SGB VIII für die Gewährleistung des Kinderschutzes hervorgehoben.
Unbegleitete Minderjährige im SGB VIII: Hier wird das Spannungsfeld zwischen dem leistungsorientierten Kinder- und Jugendhilferecht und dem ordnungsrechtlich geprägten Ausländerrecht analysiert sowie die Inobhutnahme nach § 42 SGB VIII thematisiert.
Fördert das deutsche bzw. bayerische Integrationsgesetz eine Integration?: Eine kritische Bestandsaufnahme beider Gesetze wird vorgenommen, wobei das Konzept der „Bleibeperspektive“ als Instrument der Steuerung und Teilhabeverweigerung hinterfragt wird.
Begriffsklärung Integration: Verschiedene wissenschaftliche und administrative Definitionsansätze des Begriffs „Integration“ werden gegenübergestellt.
Möglichkeiten für die Soziale Arbeit: Die Soziale Arbeit wird als notwendige Instanz zur Wahrung der Rechte von Migranten und zur Förderung der Integration gegen politische Widerstände und restriktive Maßnahmen positioniert.
In der Flüchtlingsarbeit: Der Fokus liegt auf der Notwendigkeit einer frühzeitigen und durchgängigen Unterstützung, insbesondere durch berufliche Bildung, um Diskriminierung und Ausgrenzung entgegenzuwirken.
In der politischen Arbeit: Die Rolle der Sozialen Arbeit als politisch agierendes Korrektiv wird beleuchtet, insbesondere im Hinblick auf staatliche Repressalien gegen kritische Akteure der Flüchtlingshilfe.
Wertebildung in der deutschen Gesellschaft: Das Kapitel verknüpft die UN-Kinderrechtskonvention mit den Grundrechten im Grundgesetz und diskutiert die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Förderung eines wertebasierten, kindgerechten Zusammenlebens.
Fazit: Der Autor resümiert, dass eine nachhaltige Integration an eine konjunkturabhängige Arbeitsmarktintegration gekoppelt ist und die derzeitige restriktive Migrationspolitik, getarnt durch Begriffe wie „Bleibeperspektive“, eine gelingende Integration eher behindert als fördert.
Unbegleitete Minderjährige, Flüchtlinge, Integration, SGB VIII, Kinderrechte, UN-Kinderrechtskonvention, Integrationsgesetz, Bleibeperspektive, Soziale Arbeit, Asylverfahren, Inobhutnahme, Arbeitsmarktintegration, Kinderschutz, Migrationspolitik, Jugendhilfe.
Die Bachelorarbeit setzt sich mit der Integration von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland auseinander und untersucht die Wirksamkeit aktueller Gesetze in diesem Kontext.
Zentrale Felder sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe (SGB VIII), das Ausländer- und Asylrecht, die Bedeutung der Kinderrechte sowie die Rolle der Sozialen Arbeit.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen politisch propagierten Integrationszielen und den realen, oft restriktiven Auswirkungen der Gesetze auf die Lebenswirklichkeit unbegleiteter Minderjähriger aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung von Gesetzestexten, Stellungnahmen von Fachverbänden sowie der exemplarischen Betrachtung von Einzelfällen (Referenzpersonen).
Der Hauptteil analysiert die gesetzliche Einbettung unbegleiteter Minderjähriger, die Auswirkungen der Integrationsgesetze, die Bedeutung des Kinderschutzes sowie die Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit.
Integration, unbegleitete Minderjährige, SGB VIII, Bleibeperspektive, Kinderrechte und Soziale Arbeit stehen im Mittelpunkt der Arbeit.
Der Autor kritisiert die „Bleibeperspektive“ als ein politisch eingeführtes Instrument, das den Zugang zu Integrationsangeboten von der Herkunft und den Anerkennungsquoten abhängig macht und somit Teilhabechancen für viele Flüchtlinge aktiv verhindert.
Der Autor warnt davor, dass im Zuge von SGB VIII-Reformen Kosteneinsparungen zu Lasten der pädagogischen Betreuungsstandards für unbegleitete Minderjährige gehen könnten, was deren Integration und Kinderschutz gefährden würde.
Die Soziale Arbeit wird als eine Profession definiert, die verpflichtet ist, sich für die Rechte ihrer Klienten einzusetzen und kritisch gegenüber staatlichen Maßnahmen aufzutreten, die den Anspruch auf Gleichbehandlung untergraben.
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